Saṃskṛt 06 Sandhi
Saṃskṛt 06 Sandhi

Sandhi: Aussprache und Schreibweise von Worten und Sätzen

Saṃskṛt wurde lange vor allem mündlich durch Rezitation weitergegeben. Die Regeln des Sandhi zeigen, wie Laute an Wortgrenzen verschmelzen und Sprache melodischer wird.

Sandhi - wörtlich: Zusammensetzung

Der Begriff Sandhi (संधि, saṁdhi m.) stammt aus der Saṃskṛt-Grammatik Pāṇinis. Wörtlich bedeutet er "Verbindung" oder "Zusammensetzung". Sandhi-Regeln beschreiben lautliche Veränderungen, die entstehen, wenn Wörter oder Wortbestandteile aufeinandertreffen. Sie erleichtern die Aussprache und machen die Sprache fließender und melodischer. So entsteht der charakteristische Klang des Saṃskṛt, der das rezitierende Auswendiglernen und die Weitergabe über Generationen unterstützt.

Beachte

Auch heutige Sprachen, vor allem Dialekte, kennen ähnliche Lautveränderungen:

  • Englisch: "a apple" wird zu "an apple"
  • Rheinländisch: "Ich habe" wird zu "Isch hann"
  • Rheinländisch: "Ich aber nicht." wird zu "Ijj_ävver nit."
  • Bairisch: "die Mutter" wird zu "d' Muetter"
  • Norwegisch: "Jeg ha schagt" wird zu "Jeg har sagt"

Die Auslautregel ist der Ausgangspunkt für das Verständnis von Sandhi. Sie klärt, welche Laute am Wortende stehen bleiben können, bevor die weiteren Regeln angewendet werden.

Auslautregel

Die Auslautregel erleichtert die Aussprache von Worten, wenn diese für sich stehen, vor Anhängen von Endungen und vor Anwenden der weiteren Sandhi-Regeln. Nach ihrer Anwendung...

Regeln des Sandhi

Die folgenden Regeln werden nach der Auslautregel angewendet. Sie berücksichtigen daher im Auslaut nur Vokale sowie ḥ, k, ṅ, ñ, ṇ, n, m, ṭ, t und p.

Diese Sandhi-Regeln betreffen:

  • das Zusammentreffen von Wörtern
  • die Glieder von Komposita
  • Wortstämme oder Grundwörter beim Anfügen von Suffixen, grammatischen Endungen oder Präfixen

Die folgenden Vertiefungen führen durch die wichtigsten Auslaut-Veränderungen und den internen Sandhi innerhalb eines Wortes.

Zusammen und Getrenntschreibung

Ob Worte zusammen oder getrennt geschrieben werden ist vor allem eine Frage der Ästhetik und des Leseflusses. Im Devanāgarī und in der römischen Lautschrift wird dies daher sehr...

Zusammen- und Getrenntschreibung in Devanāgarī und Lautschrift

Ursprünglich wurde Saṃskṛt in Devanāgarī zusammenhängend geschrieben. Das entspricht der weitgehend mündlichen, rezitierenden Tradition, in der Wörter im melodischen Vortrag ineinander übergehen. Erst seit dem 19. Jahrhundert setzt sich in der Devanāgarī-Schrift und in den daraus abgeleiteten Umschriften allmählich die Getrenntschreibung durch.

Der vertiefende Artikel zeigt, wie diese Schreibkonventionen in Devanāgarī und Lautschrift gehandhabt werden und warum Sandhi dabei weiterhin mitgelesen werden muss.

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