Übung für Februar: Propriozeptives Bewusstsein durch Shavasana im Stand
Tipp: Nachdem es anfangs sehr schwierig ist, die Übung für sich selbst zu bewerten, kann es hilfreich sein, ein kurzes Video aufzunehmen und dieses im Anschluss anzuschauen.
Wenn Du Deine Matte bereits ausgerollt hast, dann verlasse sie noch einmal, richte Deinen Blick genau geradeaus und fange an, im Raum herumzugehen. Widerstehe dem Drang, zu Deinen Füßen zu schauen! Bleibe irgendwo im Raum stehen und komme in eine Variante von Samasthiti, bei der Du die großen Zehen so nah zusammenbringst, dass sie sich fast berühren und bei der die Fersen zwei Fingerbreit voneinander entfernt sind. Die großen Zehen und Knie haben wohlgemerkt keinen Kontakt. Hebe jetzt Deine Zehen, spreize sie voneinander ab und setze sie dann entspannt wieder auf den Boden. Schließe Deine Augen, aber halte den Blick weiterhin aktiv nach vorne gerichtet. Atme und warte ab. Nimm wahr, wo Du im Raum stehst und wie Deine Füße ausgerichtet sind bzw. ob sie im Alignment stehen. Nimm noch einige Atemzüge, öffne dann Deine Augen, blicke zu Deinen Füßen und richte sie wenn nötig noch einmal aus.
Schließe jetzt erneut die Augen. Drehe die Fersen erst nach innen, dann nach außen. Konzentriere Dich auf die Hacke Deines Fußes und nimm wahr, wie Knochen auf Knochen aufeinander ausgerichtet sein muss, um das Gewicht Deines Körpers mit einer gewissen Leichtigkeit und mit so wenig Muskelaktivität wie möglich zu tragen und in einer aufrechten Haltung zu bewahren. Gib Deinem Körper die Atemzüge, die er benötigt. Versuche, Dich mit so wenig Anstrengung wie möglich aufrecht zu halten. Wie fühlst Du Dich dabei? Stabil und standhaft wie einer der riesigen Sequoia-Bäume oder doch eher biegsam und schwingend wie eine Weide? Oder vielleicht ganz anders? Welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf und welche Wirkung haben sie darauf, wie Du Dich in dieser Position fühlst?
Bleibe für etwa 5 Minuten in dieser Position, gönne Dir dann eine kurze Pause und schau anschließend entweder Dein Video an oder halte die Erfahrung in Deinem Tagebuch fest.
Zum Schluss noch ein Tipp von mir: Bleib bei dieser Aufgabe am Ball, genieße sie und versuche, sie mit vairagya zu üben. Damit meine ich: Nimm sie genauso ernst wie die herausfordernste Position, an der Du gerade arbeitest, und sei beständig, egal ob es gut, schlecht oder neutral läuft. Wer weiß, vielleicht liegt der Schlüssel, den Du brauchst, um die neue Position zu meistern, in Deinem passiven Tadasana versteckt.
Viel Freude beim Üben und bis zur nächsten Aufgabe!
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