Yoga als „lebensverlängernde Maßnahme“?
Wenn wir regelmäßig Yoga üben, dann trainieren wir neben unserer Balance, Muskelkraft und Flexibilität auch unseren Haltungs- und Bewegungsapparat. Diesen stärken wir bereits zu Beginn unserer Praxis. Schon in den Fundamentals kommen dafür wichtige Asanas vor, wie beispielsweise Padangusthasana oder Padahastasana. Dabei dehnen wir dabei sowohl die Bein-, als auch die untere Rückenmuskulatur. Üben wir Utthita Parshvakonasana, so kräftigen wir unsere Oberschenkel, Knie- und Fußgelenke.
Unser Haltungs- und Bewegungsapparat hilft uns im Alltag auch bei kleinen Aufgaben, wie beispielsweise dem Binden unserer Schuhe oder dem Bücken, um die heruntergefallene Fernbedienung unter dem Couchtisch aufzuheben. Genau darin zeigt sich, was der Tests letztendlich misst, nämlich die Kombination von Flexibilität und Muskelkraft. Keine bzw. wenig Aufschlüsse liefert der Test dagegen über die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems. So waren beispielsweise einige der Patienten mit niedrigen Testergebnissen laut Dr. Claudio Gil Araújo durchaus in der Lage, beispielsweise mit dem Fahrrad zu Arbeit zu fahren und machten grundsätzlich einen fitten Eindruck.
Leben wir also länger, wenn wir täglich Yoga praktizieren und ein höheres Testergebnis erreichen? Diesen Schluss lässt die Studie leider nicht zu, da hier noch eine Vielzahl weiterer Faktoren eine Rolle spielt. Dennoch lohnt es sich mit Sicherheit, daran zu arbeiten, auch im Alter unsere Kraft und Flexibilität aufrecht zu erhalten und damit beispielsweise auch unser Risiko, uns durch einen Sturz zu verletzen, zu verringern. Welche schönere „Präventions-Maßnahme“ gäbe es da als die bewegte Meditation, die nicht nur unseren Körper kräftigt, sondern auch unseren Geist in Balance bringt?
Die Originalstudie findest du hier:
Der Sitting-Rising Test in der Praxis
Du bist neugierig geworden? Dann probiere den Sitting-Rising Test doch einfach einmal selbst aus. Es empfiehlt sich, den Test zu zweit durchzuführen und ausreichend Platz zu haben, falls man doch das Gleichgewicht verlieren sollte.
Sich von den Verbesserungen motivieren lassen.
Letztendlich stellt der SRT wie bereits erwähnt natürlich keine vollständige Diagnose über den individuellen Fitnesszustand einer Person dar und ist lediglich ein Indikator unter vielen. Ebenso ist ein niedriges Testergebnis nicht automatisch gleichzusetzen mit einem akuten Sterberisiko. Dennoch können wir das Ergebnis durch gezieltes Üben selbst beeinflussen und durch Verbesserungen einen positiven Effekt auf unsere Haltung, Flexibilität und Balance erzielen. Um zu dieser Regelmäßigkeit des Übens zu gelangen, kann der SRT durchaus einen Impuls zu geben, uns selbst und unsere Gesundheit in Zukunft ernster zu nehmen.
Du hast den Test für Dich ausprobiert, danach vielleicht angefangen, intensiver zu üben und spürst jetzt die ersten Veränderungen? In diesem Fall würden wir uns sehr über eine Rückmeldung freuen!
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