Yoga Sūtra 4: Über innere Freiheit (kaivalya)

Das vierte Kapitel beginnt bei siddhi und veränderter Wahrnehmung und führt schließlich zur inneren Freiheit, kaivalya, dem Höhepunkt des Yogaweges.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner Laura von Ostrowski Laura von Ostrowski
PYS 4.1: Fünf Quellen der Siddhi
PYS 4.1: Fünf Quellen der Siddhi

Yogaśāstra 4.1: Geburt, Kräuter, Mantra, Tapas, Samādhi

Siddhis entstehen durch Geburt, Heilkräuter, Mantras, Askese oder Samādhi; für den Befreiungsweg ist vor allem die aus Samādhi entstandene Fähigkeit bedeutsam.

PYS 4.2–3: Wandel der Daseinsform
PYS 4.2–3: Wandel der Daseinsform

Yogaśāstra 4.2–3: Fülle der Prakṛti

Prakṛti ordnet Körper und Sinne zu einer anderen Daseinsform um. Äußere Ursachen beseitigen nur Hindernisse, wie ein Bauer einen Damm öffnet; sie erschaffen...

PYS 4.4–5: Geschaffene Cittas
PYS 4.4–5: Geschaffene Cittas

Yogaśāstra 4.4–5: Viele Cittas, eine Leitung

Der Yogin erschafft aus Asmitā mehrere Cittas für verschiedene Körper; ein einziges leitendes Citta koordiniert ihre unterschiedlichen Tätigkeiten.

PYS 4.6: Meditationsgeborenes Citta
PYS 4.6: Meditationsgeborenes Citta

Yogaśāstra 4.6: Ohne karmischen Bodensatz

Unter den geschaffenen Cittas ist allein das aus Dhyāna entstandene ohne Karmāśaya, weil es frei von Leidenschaft, Verblendung und Streben nach Verdienst...

PYS 4.7–8: Vier Arten des Karma
PYS 4.7–8: Vier Arten des Karma

Yogaśāstra 4.7–8: Karma und Vāsanā

Das Karma des Yogin ist weder weiß noch schwarz; das der anderen ist schwarz, gemischt oder weiß. Bei seiner Reifung treten nur die jeweils entsprechenden...

PYS 4.9–11: Kontinuität der Saṃskāras
PYS 4.9–11: Kontinuität der Saṃskāras

Yogaśāstra 4.9–11: Über Geburt, Ort und Zeit

Erinnerung und Saṃskāra erhalten karmische Kontinuität über Geburten, Orte und Zeiten. Vāsanā sind aufgrund des Daseinswunsches anfangslos und enden mit ihren...

PYS 4.12–14: Reale Gegenstände im Wandel
PYS 4.12–14: Reale Gegenstände im Wandel

Yogaśāstra 4.12–14: Vergangenheit und Zukunft

Vergangenheit und Zukunft bestehen als Zustände der Guṇa; die Wirklichkeit eines Gegenstands bleibt durch die Einheit seiner Wandlungen bestehen. Wandel macht...

PYS 4.15–17: Gegenstand und Citta
PYS 4.15–17: Gegenstand und Citta

Yogaśāstra 4.15–17: Realität unabhängig vom Citta

Derselbe Gegenstand wird von verschiedenen Cittas verschieden erfasst, hängt aber von keinem einzelnen Citta ab; erkannt wird er, wenn er das Citta einfärbt.

PYS 4.18–21: Puruṣa erkennt das Citta
PYS 4.18–21: Puruṣa erkennt das Citta

Yogaśāstra 4.18–21: Citta ist nicht selbstleuchtend

Citta ist ein wandelbares, sichtbares Organ der Prakṛti, weder selbstleuchtend noch sein eigener letzter Erkenner. Der unveränderliche Puruṣa kennt stets alle...

PYS 4.22-24: Citta als Spiegel
PYS 4.22-24: Citta als Spiegel

Yogaśāstra 4.22–24: Von Seher und Sichtbarem gefärbt

Citta nimmt die Form der Gegenstände und der Bewusstseinskraft an. Von Seher und Sichtbarem eingefärbt, dient dieses zusammengesetzte, von Vāsanā geprägte...

PYS 4.25–26: Citta fließt zum Kaivalya
PYS 4.25–26: Citta fließt zum Kaivalya

Yogaśāstra 4.25–26: Ende der Selbstverwechslung

Wer Citta und Puruṣa unterscheidet, hält das Citta nicht mehr für das Selbst; das Citta neigt sich nun zum Viveka und fließt auf Kaivalya zu.

PYS 4.27–28: Rückkehr alter Saṃskāras
PYS 4.27–28: Rückkehr alter Saṃskāras

Yogaśāstra 4.27–28: Unterbrechungen des Viveka

In Lücken der Unterscheidungserkenntnis erzeugen alte Saṃskāras andere Vorstellungen; sie sind wie die Kleśa durch Gegenbewegung und Nirodha ihrer Ursache zu...

PYS 4.29–32: Dharmamegha-Samādhi
PYS 4.29–32: Dharmamegha-Samādhi

Yogaśāstra 4.29–32: Ende von Kleśa und Karma

Loslösung selbst von höchster Einsicht führt zum Dharmamegha-Samādhi: Kleśa und Karma enden, Wissen wird nahezu grenzenlos, und die Guṇa beenden ihre...

Patañjali Yoga Sūtra 4.29
Für den, der selbst (api) bei höchster Einsicht (prasaṃkhyāne | loc sg) keinen Gewinn [aus dieser Einsicht] sucht (akusīdasya | gen sg), [entsteht] aus der in jeder Hinsicht (sarvathā) bestehenden Unterscheidungserkenntnis (viveka-khyāteḥ | abl sg) der Samādhi (samādhiḥ | nom sg), [genannt] Dharma-Wolke (dharma-meghaḥ | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Patañjali Yoga Sūtra 4.30
Daraus (tataḥ) [folgt] das Aufhören von Kleśa und Karma (kleśa-karma-nivṛttiḥ | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Patañjali Yoga Sūtra 4.31
Dann (tadā) ist aufgrund der Unendlichkeit (ānantyāt | abl sg) des Wissens (jñānasya | gen sg), das von allen Verhüllungen und Unreinheiten frei ist (sarvāvaraṇa-malāpetasya | gen sg), das zu Erkennende (jñeyam | nom sg n) gering (alpam | nom sg n).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Patañjali Yoga Sūtra 4.32
Darauf (tataḥ) [tritt] für die Guṇa (guṇānām | gen pl), deren Zweck [für diesen Puruṣa] erfüllt ist (kṛtārthānām | gen pl), der Abschluss ihrer Wandlungsfolge (pariṇāma-krama-samāptiḥ | nom sg) [ein].
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
PYS 4.33–34: Rücklauf der Guṇa
PYS 4.33–34: Rücklauf der Guṇa

Yogaśāstra 4.33–34: Kaivalya

Wenn die Guṇa keinen Zweck mehr für den Puruṣa haben, kehren sie in ihren Ursprung zurück; ihre Wandlungsfolge endet, und die Bewusstseinskraft ruht in ihrer...

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Illustrationen: KI-generiert.

Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Laura von Ostrowski

Ich bin 2004 das erste Mal mit Yoga in Berührung gekommen und habe seitdem unendlich viele Facetten kennengelernt. Einerseits die vielfältigen praktischen Seiten von Yoga - in Form verschiedener Ausbildungen (500 h... mehr ›