Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya deutet Savitṛ als den mit dem höchsten Selbst verbindenden Lenker. Durch seine Zustimmung und mit gesammeltem Geist soll der Übende die Meditation aufnehmen, die zum „Himmel“ führt. Dieser Himmel meint hier das höchste Selbst als Ursprung und Vollendung allen Glücks.
Śaṅkarānanda lässt die Mantraseher geloben, den von Savitṛ ermächtigten Geist zur Befreiung einzusetzen. „Himmel“ ist für ihn nicht bloß eine jenseitige Welt, sondern das Ende des Nichtwissens. Die Kraft des selbstleuchtenden Weltschöpfers macht den Geist für dieses Ziel fähig.
Nārāyaṇa liest zunächst rituell: Savitṛ gibt Körper und Kraft für Handlungen, die zum Himmel und über Geistesreinigung zur Befreiung führen. In seiner yogischen Zweitlesung wird der Übende durch Savitṛs Ermächtigung zum Yogaopfer zugelassen und auf den Lichtweg zur höchsten Verwirklichung ausgerichtet.
Vijñānabhagavat macht Savitṛs Zustimmung zur Bedingung der Einspitzigkeit. Aus göttlicher Gnade entstehen Śama, Dama und die weiteren Voraussetzungen; mit der ebenfalls verliehenen Kraft vollzieht der Suchende Hören und andere Erkenntnismittel, durch die sich die mit „Himmel“ bezeichnete grenzenlose Glückseligkeit offenbart.
śakti*yā conj. ed. ] śaktyā LV1958
Or
We have been created by the Self-Luminous Creator, so that, with our mind controlled and (equipped with) power, (we may reach) Heaven.
<1: The second verse is from Taitt. Samh. IV, 1, 1, 1, 3; Vāg. Samh. XI, 2. The Vāgasaneyi-text has svargyāya for svargeyāya, and saktyā for saktyai. Saṅkara explains: “With a mind that has been joined by Savitri to the Highest Self, we, with the sanction of that Savitri, devote ourselves to the work of meditation, which leads to the obtainment of Svarga, according to our power.” He explains Svarga by Paramātman. Sāyana in his commentary on the Taittirīya-samhitā explains svargeyāya by svargaloke gīyamānasyāgneh sampādanāya; Saṅkara, by svargaprāptihetubhūtāya dhyānakarmane. Saktyai is explained by Saṅkara by yathāsāmarthyam; by Sāyana, by saktā bhūyāsma. Mahīdhara explains saktyā by svasāmarthyena. I believe that the original reading was svargyāya saktyai, and that we must take saktyai as an infinitive, like ityai, construed with a dative, like drisaye sūryāya, for the seeing of the sun. The two attracted datives would be governed by save, “we are under the command of Savitri,” svargyāya saktyai, “that we may obtain svargya, life in Svarga or blessedness.”>
yuktvāya manasā devān; suvar yato dhiyā divam | Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya nennt Geist und Sinne „Götter“. Savitṛ soll sie von ihren Gegenständen abwenden und nach innen führen, damit sie nicht Sinnesobjekte, sondern das große Licht des vollkommenden Brahman enthüllen. Erkenntnis erscheint damit als Umkehr der gesamten Wahrnehmungsrichtung.
Śaṅkarānanda versteht die „Götter“ als Sinne, die gewöhnlich zum Genuss streben und Gegenstände hervortreten lassen. Werden jedoch alle Erscheinungen als Wirkung Savitṛs erkannt, verliert diese Auswärtsbewegung ihren eigenständigen Grund. Die Sinne werden nicht mehr von Gegenständen erzeugt und beherrscht, sondern in ihrem Ursprung gesammelt.
Nārāyaṇa erklärt rituell, der Geist richte die Lebenskräfte auf das Opfer, das die Sonne als großes Licht stärkt. Yogisch führt Savitṛ die gereinigten Sinne und die Buddhi auf dem Lichtweg: Sie sollen das Selbstlicht offenbaren und den Übenden über Brahmaloka zur Selbsterkenntnis bringen.
Vijñānabhagavat liest die „Götter“ als Indra und die übrigen Erkenntniskräfte. Im einspitzigen, einwärts gerichteten Geist enthüllen sie durch die Einsicht „Ich bin Brahman“ das nichtduale Bewusstseinslicht. Selbst die Götter seien erst durch die Gnade des höchsten Herrn zu dieser Vollendung gelangt.
Or
Having employed, with (a controlled) mind, the Gods, Indra, &c., who go to Brahm, the abode of bliss, and who manifest, by their insight or wisdom, the Light (of) the Self-Luminous Brahm, the Creator commands those gods.
<1: The third verse is from Taitt. Samh. IV, 1, 1, 1, 2; Vāg. Samh. XI, 3. The Taittirīyas read yuktvāya manasā; the Vāgasaneyins, yuktvāya savitā. Saṅkara translates: “Again he prays that Savitri, having directed the devas, i.e. the senses, which are moving towards Brahman, and which by knowledge are going to brighten up the heavenly light of Brahman, may order them to do so; that is, he prays that, by the favour of Savitri, our senses should be turned away from outward things to Brahman or the Self.” Taking the hymn as addressed to Savitri, I have translated deva by gods, not by senses, suvaryatah by rising to the sky, namely, in the morning. The opposition between manasā and dhiyā is the same here as in verse 1, and again in verse 4.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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