yad ātma-tattvena, tu brahma-tattvaṃ; dīpopamene,ha yuktaḥ prapaśyet | Analyse ▾ Analyse ▴
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yat
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wenn, indem | |
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ātma
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des Selbstes, Selbst- | |
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tattvena
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durch das wahre Wesen, die Wirklichkeit | |
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tu
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aber, wahrlich | |
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brahma
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Brahman- | |
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tattvam
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das wahre Wesen, die Wirklichkeit | |
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dīpa
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Lampe, Licht | |
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upamena
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durch das Vergleichbare, Gleichnis | |
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iha
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hier | |
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yuktaḥ
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gesammelt, im Yoga verbunden | |
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prapaśyet
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er möge erschauen, erkennen |
ajaṃ dhruvaṃ, sarva-tattvair viśuddhaṃ; jñātvā devaṃ, mucyate sarva-pāśaiḥ ||15|| Analyse ▾ Analyse ▴
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ajam
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den Ungeborenen | |
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dhruvam
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den beständigen, ewigen | |
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sarva
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alle, sämtliche | |
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tattvaiḥ
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von allen Wirklichkeiten, Prinzipien | |
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viśuddham
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völlig rein, geläutert | |
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jñātvā
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nachdem er erkannt hat | |
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devam
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Gott, den Göttlichen | |
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mucyate
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wird befreit | |
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sarva
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alle, sämtliche | |
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pāśaiḥ
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von den Fesseln |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya erklärt, das höchste Selbst werde nur durch das eigene selbstleuchtende Selbst erkannt, wie Licht durch Licht. Ungeboren und unveränderlich ist es von Nichtwissen und dessen Wirkungen unberührt. Diese Erkenntnis ist keine Begegnung zweier Wesen, sondern „Ich bin Brahman“ und löst sämtliche Fesseln.
Śaṅkarānanda lässt den im achtgliedrigen Yoga Gesammelten Brahman im eigenen Selbst erkennen. Die Lampe steht für Selbstoffenbarkeit, nicht für ein äußeres Erkenntnismittel. „Ungeboren“, „fest“ und „rein“ schließen Veränderung und Berührung durch Nichtwissen aus; gelöst werden alle Bindungen des Ich- und Mein-Denkens.
Nārāyaṇa ordnet den Vers der dritten, Paricaya genannten Yogastufe zu. Brahman wird nicht bloß als Gegenstand, sondern in Einheit mit dem eigenen Selbst gesehen. Weil es anfanglos, unveränderlich und von allen Elementprinzipien unberührt ist, bedeutet seine Erkenntnis zugleich Ungebundenheit gegenüber sämtlichen Fesseln.
Vijñānabhagavat setzt die Nähe eines Lehrers, Dienst, Hören und die übrige Erkenntnispraxis voraus. Durch Reinigung der Bedeutungen von „du“ und „das“ wird ihre unmittelbare Einheit erkannt. Die Lampe bezeichnet den Zeugen der drei Bewusstseinszustände; als dieser sieht der Suchende Brahman in der Herzhöhle und löst Nichtwissen samt seinen Wirkungen auf.
<1: Sarvatattvair avidyātatkāryair visuddham asamsprishtam.>
<1: This verse, according to Dr. Weber, is taken from the Vājas., Taitt. Āraṇ. X. 1–3.>
<2: Tattwa is a term of the Sānkhya, and means a principle, something, from which something else is derived, the nature of a thing. It may also be translated,—“free from the nature of all,” which “tattwa” would, in this case, denote “nature.”>
eṣa ha devaḥ, pradiśo 'nu sarvāḥ; pūrvo ha jātaḥ, sa u garbhe antaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
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eṣaḥ
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dieser | |
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ha
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wahrlich, eben | |
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devaḥ
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der Gott, Göttliche | |
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pradiśaḥ
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die Richtungen, Weltgegenden | |
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anu
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entlang, durch alle | |
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sarvāḥ
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alle, sämtliche | |
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pūrvaḥ
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der frühere, zuerst | |
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ha
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wahrlich, eben | |
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jātaḥ
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geboren, entstanden | |
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saḥ
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er, dieser | |
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u
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und, auch | |
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garbhe
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im Mutterleib, Keim | |
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antar
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innen, im Innern |
sa eva jātaḥ, sa janiṣyamānaḥ; pratyaṅ janās, tiṣṭhati sarvato-mukhaḥ ||16|| Analyse ▾ Analyse ▴
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saḥ
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er, dieser | |
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eva
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eben, allein | |
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jātaḥ
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geboren, entstanden | |
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saḥ
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er, dieser | |
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janiṣyamānaḥ
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der geboren werden wird | |
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pratyaṅ
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nach innen gewandt, im Innern | |
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janāḥ
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o Menschen | |
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tiṣṭhati
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er steht, weilt | |
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sarvatas
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nach allen Seiten, überall | |
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mukhaḥ
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mit Gesichtern, allseitig blickend |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya entfaltet die Allgegenwart des einen Selbst. Derselbe ist vor allem als Hiraṇyagarbha geboren, im Mutterschoß gegenwärtig, jedes bereits geborene Kind und jedes künftige Wesen. Als inneres Selbst aller Lebenden trägt er deren sämtliche Gesichter und steht ihnen doch nicht als anderes Wesen gegenüber.
Śaṅkarānanda unterscheidet mehrere Erscheinungsweisen: das unentfaltete Brahman, den zuerst geborenen Sūtrātman, Virāṭ im Weltei und Prajāpati im Innern sowie das innere Selbst jedes Menschen. „Nach innen gewandt“ verhindert, dass diese kosmischen Formen als wirkliche Geburt des Selbst missverstanden werden; Geburt gehört nur zur Überlagerung.
Nārāyaṇa weist den Vers der vierten, Niṣpatti genannten Vollendungsstufe zu. Der eine ist Hiraṇyagarbha, tritt als Schöpfer in sein Werk ein und erscheint in vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Wesen. Als nach innen erfahrenes „Ich“ ist er in allen Menschen gegenwärtig und besitzt überall ein Gesicht.
Vijñānabhagavat beschreibt das unbegrenzte, nichtduale Bewusstsein unter Upādhis. Es erscheint zuerst als Hiraṇyagarbha, im Weltei als Virāṭ und unter unzähligen individuellen Leib-Geist-Bedingungen als vergangene, gegenwärtige und künftige Jīvas. Die Vielheit der Gesichter betrifft diese Bedingungen; innerlich ist in allen derselbe höchste Ātman gegenwärtig.
janās LV1958 ] janāṃs ASS1927, LV1958-app
<1: Vāj. Samh. 32,4 (Gesch. d. Phil. I, 292).>
<1: This stanza = VS. 32. 4.>
<1: Vāj. Samh. 32,4 (Gesch. d. Phil. I, 292).>
<1: This verse is found in the Vāg. Samh. XXXII, 4; Taitt. Ār. X, 1, 3, with slight modifications. The Vāgasaneyins read esho ha (so do A. B.) for esha hi; sa eva gātah (A. B.) for sa vigātah; ganās (A. B.) for ganāms. The Āranyaka has sa vigāyamānah for sa vigātah, pratyaṅmukhās for pratyañganāms, and visvatomukhah for sarvatomukhah. Colebrooke (Essays, I, 57) gives a translation of it. If we read ganāh, we must take it as a vocative.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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