prāṇān prapīḍye,ha sa yukta-ceṣṭaḥ; kṣīṇe prāṇe, nāsikayocchvasīta | Analyse ▾ Analyse ▴
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prāṇān
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die Lebenshauche, Atemzüge | |
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prapīḍya
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nachdem man unterdrückt, gezügelt hat | |
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iha
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hier | |
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saḥ
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er, dieser | |
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yukta
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beherrscht, geregelt | |
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ceṣṭaḥ
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mit geregelten Bewegungen, Bemühungen | |
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kṣīṇe
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wenn er vermindert, erschöpft ist | |
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prāṇe
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wenn der Atem vermindert ist | |
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nāsikayā
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durch die Nase | |
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ucchvasīta
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man möge ausatmen |
duṣṭāśva-yuktam, iva vāham enaṃ; vidvān mano, dhārayetāpramattaḥ ||9|| Analyse ▾ Analyse ▴
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duṣṭa
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schlecht, verdorben | |
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aśva
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mit Pferden | |
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yuktam
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angeschirrt, bespannt | |
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iva
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wie, gleich | |
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vāham
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das Fahrzeug, Gespann | |
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enam
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dieses, ihn | |
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vidvān
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der Wissende, Weise | |
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manas
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den Geist, Verstand | |
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dhārayet
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er möge festhalten, sammeln | |
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apramattaḥ
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unermüdlich, aufmerksam |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya setzt gereinigte Nāḍīs voraus. Die Lebenskräfte werden im eigenen Leib gezügelt und der geschwächte Atem langsam durch die Nase entlassen. Wie ein Wagenlenker schwer beherrschbare Pferde führt, soll der wachsame Weise den Geist durch Atemlenkung festhalten.
Śaṅkarānanda verbindet Atemzügelung mit maßvollem Essen, Handeln und Üben. Wenn der Atem allmählich dünn geworden ist, wird er sanft entlassen; zugleich hält der Weise den Geist als Zügel der widerspenstigen Sinnespferde. Selbst bezwungene Sinne dürften wie frühere Feinde nie arglos behandelt werden.
Nārāyaṇa erklärt „mit angemessener Betätigung“ durch das Ideal maßvollen Essens, Schlafens und Handelns. Der in Prāṇāyāma fein gewordene Atem wird langsam ausgeatmet; danach ist der Geist zu fixieren. Die Reihenfolge beruht auf der Abhängigkeit des Geistes vom Atem: Atemstabilität ermöglicht erst geistige Stabilität.
Vijñānabhagavat beschreibt Kumbhaka an den bekannten Atemorten und das anschließende langsame Ausatmen durch Iḍā oder Piṅgalā. Wo immer der Atem angehalten wird, soll der Übende auch den Geist festhalten, denn nach der Yogaregel folgt der Geist dem Atem. Umsicht ersetzt dabei jede gewaltsame Übertreibung.
<1: Described at Katha 3. 4.>
<1: Cf. Bhagavadgītā V, 27. Prānāpānau samau kritvā nāsābhyantara kārinau. See Telang’s notes, Sacred Books of the East, vol. viii, p. 68 seq.>
<2: A similar metaphor in Kath. Up. III, 4–6; Sacred Books of the East, vol. xv, p. 13.>
<1: Vid. Kāth. 3, 4 to 9.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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