Hinweise zu den Formen
Die Formen folgen Whitneys Sanskrit-Grammatik. Am Ende eines einzeln gesprochenen Wortes steht ḥ für s oder r; āi und āu erscheinen als ai und au. In der lateinischen Umschrift (IAST) kannst Du die Akzente einblenden. Als Modell gekennzeichnete Formen folgen den Bildungsregeln. Im Spiel übst Du die ausgefüllten Felder.
Fragepronomen kim
kim – Was?
क / ka ist der erste Konsonant des Saṃskṛt-Alphabets. Es ist auch der Stamm des Fragepronomens kim. Die Konsonantenreihe beginnt also mit der Frage „Was?“. Welch schöne Vorstellung, stets mit neugierigen, fragenden Augen etwas zu beginnen.
Ausgehend von der Deklination von tad wird das anlautende „t“ oder „s“ durch ein „k“ ersetzt. Die Ausnahme bilden Nominativ und Akkusativ im Neutrum Singular. Hier steht die Form kim.
Die Formen von kim als Adverb
Das Interrogativpronomen kim kommt auch am Anfang von Sätzen oder Nebensätzen als Frageadverb zum Einsatz.
Beispiele
- kim: warum, weshalb, woher, wozu?
- kasmāt: warum, weshalb, woher?
kīdṛś (was, wie, welcher) – Adjektiv
Das Adjektiv kīdṛś kann als Fragepronomen genutzt werden. Als Adjektiv wird es nach Geschlecht, Fall und Anzahl dekliniert. Je nach Form bedeutet es: was, wie, welcher, wodurch, wozu, von wem …?
Relativpronomen yad und Korrelativpronomen tad
yad und tad – Der … dieser
In der hier gezeigten Saṃskṛt-Konstruktion bezieht sich das Relativpronomen yad auf ein Korrelativpronomen. Das Demonstrativpronomen tad übernimmt diese Funktion.
Vergleich Deutsch – Saṃskṛt
- Deutsch: Der Hund, der den Ball trägt, ist ein Pudel.
- Saṃskṛt-Konstruktion: Der Hund, der (yad) den Ball trägt, dieser (tad) ist ein Pudel.
Beispiele
- yasmin vane vasati rāmas tasmin vane na vidyante rākṣasāḥ
Im Wald, in dem Rāma lebt, dort gibt es keine Dämonen.
Hier stehen Relativ- und Korrelativpronomen im selben Fall. - yena puruṣeṇa saha bhāṣate nṛpaḥ sa muniḥ
Der Mann, mit dem der König redet, er ist ein Weiser.
Hier stehen Relativ- und Korrelativpronomen in unterschiedlichen Fällen.
Deklination
Ausgehend von der Deklination von tad wird das anlautende „t“ oder „s“ durchgehend durch ein „y“ ersetzt.
Indefinit- und Negationspronomen
yad mit kim als Indefinitpronomen
Die Satzkonstruktion im Saṃskṛt ist dabei wie folgt:
- Relativpronomen: yad
- Interrogativpronomen: kim
- Indefinitpartikel: api
Beispiel: yat kim api (das eine oder das andere)
Beachte
Die zuerst vorgestellte Möglichkeit ist spezifischer. So lässt kim, gefolgt von der Indefinitpartikel api, cana oder cit, eine noch unspezifischere Aussage zu.
kim alleine als Indefinitpronomen
Auch für sich kann kim als Indefinitpronomen fungieren, wenn eine der folgenden Indefinitpartikeln angehängt wird:
- api
- cana
- cit
Beispiel: kiṃcit (etwas)
sarva, anya und eka als weitere Indefinitpronomen
Die Adjektive sarva (jeder, alles, jede), anya (ein anderer, ein anderes, eine andere) und eka (einer, eines, eine) können als Indefinitpronomen gebraucht werden. Sie werden dabei wie Adjektive nach Geschlecht (Genus), Fall (Kasus) und Anzahl (Numerus) flektiert.
na vor kim gestellt als Negationspronomen
Durch das Voranstellen der Negationspartikel na und das Anhängen einer Indefinitpartikel (api, cit, cana) wird aus dem Fragepronomen kim ein Negationspronomen.
Beispiele
- na ko ’pi: keiner (m.)
Beachte: Erst durch Anwendung der Saṃdhi-Regel wird aus na kaḥ api die oben gezeigte Schreibweise. - na kaś-cit-puruṣaḥ: kein einziger Mann (m.)
Beachte: Wieder kommt eine Saṃdhi-Regel zum Einsatz. Ohne Saṃdhi würde es heißen: na kaḥ cit puruṣaḥ. - na kiñ-cit: nichts (n.)
Beachte: Wieder kommt eine Saṃdhi-Regel zum Einsatz. Ohne Saṃdhi würde es heißen: na kim cit. - na kā cana: keine (f.)
Possessiv-, Reflexiv- und Reziprokpronomen
Possessivpronomen: vor allem aus Pronominalstämmen gebildete Adjektive
Durch das Anhängen von īya an die Stämme der Personalpronomen mad (ich), asmad (wir), tvad (Du), yuṣmad (ihr) und tad (er) entstehen Adjektive, die als Possessivpronomen genutzt werden:
- madīya: mein (von mad, Pronominalstamm der 1. Person Singular)
- asmadīya: unser (von asmad, Pronominalstamm der 1. Person Plural)
- tvadīya: Dein (von tvad, Pronominalstamm der 2. Person Singular)
- yuṣmadīya: euer (von yuṣmad, Pronominalstamm der 2. Person Plural)
- tadīya: sein (von tad, Pronominalstamm der 3. Person)
Anders als die Pronominalstämme mad, tvad, asmad und yuṣmad selbst können die so gebildeten Adjektive im Singular und Plural dekliniert werden.
Auch andere Adjektive werden als Possessivpronomen genutzt:
- bhavadīya: Dein, ehrerbietend (zu bhavant, einer ehrerbietenden Anrede für die zweite Person)
- sva: mein, Dein, sein, dessen, unser. Es bezeichnet das Eigene und kann auch reflexiv im Sinne von „sich“ gebraucht werden.
Reflexivpronomen: svaḥ (Adjektiv), ātman (Substantiv) und svayam (Adverb)
Im Saṃskṛt kann die Reflexivität auf verschiedene Weisen ausgedrückt werden. Besonders zu beachten sind dabei:
- svaḥ (eigen): wird als Adjektiv in allen Fällen und Geschlechtern dekliniert. Es nimmt also wie jedes Adjektiv das Geschlecht, den Fall und die Anzahl des Wortes an, auf das es sich bezieht.
- ātman (Selbst): ist ein Substantiv und behält daher auch in seiner Verwendung als Reflexivpronomen sein männliches Geschlecht. Es kann sich dennoch auf Wörter unterschiedlichen Geschlechts beziehen.
- svayam (selbst): ist eine nicht flektierbare Partikel. Sie kann sich auf Subjekte jedes Geschlechts (Genus), Falls (Kasus) und jeder Anzahl (Numerus) beziehen.
Beispiel
siṃha ātmānaṃ jale paśyati
Der Löwe (siṃha) sieht (paś) sich selbst (ātman, Akkusativ Singular) im Wasser (jala).
Reziprokpronomen: anyonya, paraspara, itaretara und mithas
Ein Reziprokpronomen stellt eine wechselseitige Beziehung her. Um diese Reziprozität auszudrücken, nutzt das Deutsche Wörter wie „einander“, „gegenseitig“ oder „sich“. Auch das Saṃskṛt nutzt dafür adverbial verwendete Ausdrücke. Beispielsweise:
- anyonya: gegenseitig
- paraspara: einander
- itaretara: wechselseitig
- mithas: zusammen
Beispiel
parasparam avalokayataḥ
Beide sehen (avalok) einander (paraspara) an.
Pronominale Adjektive
Das pronominale Grundmuster
- anya: verschieden
- anyatara: einer von zweien
- itara: der andere
- katara: welcher von zweien?
- katama: welcher von vielen?
- ekatama: einer von vielen
Diese Wörter folgen dem Deklinationsmuster von tad.
Folgen der Deklination von tad meistens
- sarva: jeder, alles
- ubhaya: beide, beides
- eka: eins
- ekatara: einer von zweien
Diese Wörter folgen der Deklination von tad außer:
- Im Neutrum Nominativ und Akkusativ Singular enden die Worte auf "-m" statt auf "-t".
Folgen der Deklination von tad weitgehend
- pūrva: der vordere, östlich
- avara: der hintere, westlich
- adhara: der untere
- uttara: der obere, höhere, nördlich
- dakṣiṇa: tüchtig, geschickt, südlich
- para: entfernter, jenseitig
- apara: der hintere, der spätere, der folgende
- antara: entfernt, verschieden von
- sva: eigen
Diese Wörter folgen der Deklination von tad außer:
- Neutrum Nominativ und Akkusativ Singular enden sie auf "-am" statt auf "-at"
- Maskulin und Neutrum Ablativ Singular enden sie meist auf "-āt" statt auf "-asmāt"
- Maskulin und Neutrum Lokativ Singular enden sie meist auf "-e" statt auf "-asmin"
- Maskulin Nominativ Plural enden sie meist auf "-āḥ" statt auf "-e".
Folgen der Deklination von tad teilweise
- ardha: halb
- alpa: klein
- katipaya: etliche, einige
- prathama: der vorderste, der erste
- carama: der unterste, der letzte, der geringste
- dvaya, dvitaya: zweifach, doppelt
Diese Wörter folgen der für Adjektive mit a-Stamm üblichen Deklination, jedoch nutzen sie einige Aspekte der tad Deklination:
- Maskulin Nominativ Plural enden sie manchmal auf "-e" statt auf "-āḥ".
Folgen der Deklination von tad optional
- dvitīya: der zweite
- tṛtīya: der dritte
Diese Wörter folgen im Singular optional der Deklination von tad.
Am Ende eines Kompositums
Wenn eines der hier vorgestellten Adjektive am Ende eines Kompositums steht, folgt es der für a-Stämme üblichen Deklination.
subhrū und einsilbige ū-Stämme
subhrū ist ein Substantiv, das maskulin oder feminin gebraucht wird. Es bedeutet „Jungfrau“, wörtlich „schöne Augenbraue“.
Obwohl subhrū mehrsilbig ist, wird es wie ein einsilbiger ū-Stamm dekliniert.
Bildquelle: AYI Archiv.