Leuchtende abstrakte Farbflächen in Blau, Türkis, Rot, Orange und Violett fließen entlang goldener Konturen ineinander.
Leuchtende abstrakte Farbflächen in Blau, Türkis, Rot, Orange und Violett fließen entlang goldener Konturen ineinander.

Pratyabhijñāhṛdayam – das Herz der Wiedererkennung

Tauche mit dem Pratyabhijñāhṛdayam von Kṣemarāja aus dem frühen 11. Jahrhundert in einen der bedeutendsten Texte des Trika-Śaivismus ein. Im Zentrum steht die Wiedererkennung des göttlichen Bewusstseins.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner Bärbel Münchow Bärbel Münchow
PJH: Maṅgala- und Verehrungsverse
PJH: Maṅgala- und Verehrungsverse

Pratyabhijñāhṛdayam: Verehrung und Anliegen der Lehre

Nach der kurzen Eröffnungsanrufung preisen zwei Maṅgala-Verse Śiva und das Wesen des eigenen Selbst. Kṣemarāja möchte die Essenz der Wiedererkennungslehre...

PJH 1-2: Beschreibung des universellen oder göttlichen Bewusstseins
PJH 1-2: Beschreibung des universellen oder göttlichen Bewusstseins

Was ist citi – und welche Handlungen führt sie aus?

Die ersten beiden Sūtras beschreiben die universelle göttliche Bewusstheit, hier mit dem femininen Nomen citi bezeichnet. Es wird beschrieben, was sie ist und...

PJH 3-4: Wahrnehmender und Wahrgenommenes; Mikrokosmos und Makrokosmos
PJH 3-4: Wahrnehmender und Wahrgenommenes; Mikrokosmos und Makrokosmos

Hier beginnt die Kontraktion in die begrenzte menschliche Erfahrung

Hier beginnt der Prozess der Kontraktion der universellen göttlichen Bewusstheit in die begrenzte menschliche Erfahrung. Zunächst werden Wahrnehmender und...

PJH 5-6: Die Kontraktion des Göttlichen
PJH 5-6: Die Kontraktion des Göttlichen

Von citi über cetana zu citta

Die universelle göttliche Bewusstheit (citi) kontrahiert sich über das individuelle Selbst (cetana) zum menschlichen Geist (citta).

PJH 7-8: Tantrische Kosmologie und Offenbarung des göttlichen Bewusstseins
PJH 7-8: Tantrische Kosmologie und Offenbarung des göttlichen Bewusstseins

Es gibt verschiedene Weisen, wie das göttliche Absolute gesehen und eingeteilt werden kann. Die 36 Tattvas sind die aufgegliederte Einteilung.

Das universelle Bewusstsein offenbart sich auf vielfältigste Art und Weise. Die 36 Tattvas, die Unreinheiten (malas), die unterschiedlichen Schichten des...

PJH 9: Im Kreislauf der Wiedergeburten
PJH 9: Im Kreislauf der Wiedergeburten

Wodurch offenbart sich die göttliche Bewusstheit als Individuum, das im Kreislauf der Wiedergeburten wandelt?

Sūtra 9 kennzeichnet die erste Hälfte der Reise auf dem Weg der Wiedererkennung der wahren Natur. Das universelle göttliche Bewusstsein ist in einem...

PJH 10-11: Die fünf göttlichen Handlungen
PJH 10-11: Die fünf göttlichen Handlungen

Hier beginnt unsere spirituelle Reise vom leidvollen Dasein als saṃsārin zur Wiedererkennung unserer wahren Natur.

Der erste Schritt ist das Erkennen der sogenannten fünf göttlichen Handlungen. Sie kennzeichnen nicht nur Śivas kosmischen Tanz in der Rolle als Naṭarāja...

PJH 12-14: Fünf Handlungen verstehen
PJH 12-14: Fünf Handlungen verstehen

Was geschieht, solange wir unsere eigene Urheberschaft nicht erkennen?

Was passiert, wenn wir noch nicht verstehen, dass unser Selbst diese fünf Taten stets durchführt? Wie täuschen uns dann die Kräfte des universellen göttlichen...

PJH 15-16: Erlangung der Kraft, Freude des Bewusstseins (cidānanda) und Befreiung zu Lebzeiten (jīvanmukti)
PJH 15-16: Erlangung der Kraft, Freude des Bewusstseins (cidānanda) und Befreiung zu Lebzeiten (jīvanmukti)

Cidānanda und Jīvanmukti

In diesem Sinnabschnitt erfahren wir, was die Befreiung zu Lebzeiten (jīvanmukti) ist, wie wir sie erreichen können und was die Freude des Bewusstseins...

PJH 17-19: Einfache Mittel (sukhopāyas) und Samādhi
PJH 17-19: Einfache Mittel (sukhopāyas) und Samādhi

Sukhopāyas – die Mitte ausdehnen und Samādhi beständig werden lassen

In diesem Sinnabschnitt wird es praktisch. Wir erfahren, wie wir unsere Mitte (madhya) ausdehnen, welche Mittel uns zur Befreiung zu Lebzeiten (jīvanmukti)...

PJH 20: Alles ist Śiva
PJH 20: Alles ist Śiva

Die Frucht eines vollständig erwachten und befreiten Bewusstseins

Sūtra 20 gibt uns eine faszinierende Beschreibung eines vollständig erwachten und befreiten Bewusstseins. Das ist die Frucht, die wir ernten, wenn wir durch...

PJH 21: Epilog und Schlusssegen
PJH 21: Epilog und Schlusssegen

Pratyabhijñāhṛdayam: Schlussverse und Segenswunsch

Im Nachwort finden wir zwei Schlussverse in unterschiedlichen Versmaßen. Sie führen zum Bild des Bewusstseins als Ozean und zum Anliegen der Lehre zurück...

Pratyabhijñāhṛdaya 21.1
Ein Mensch (janaḥ | nom sg), der in jedem Augenblick (pratikalam) durch Körper, Lebensenergie, Freude und Weiteres (deha-prāṇa-sukhādibhiḥ | ins pl) begrenzt wird (saṃrudhyamānaḥ | nom sg m pcp), erkennt (cinute | 3p sg med pres) diese (imām | acc sg f) eigene Bewusstheit (svāṃ citim | acc sg) nicht (na), die Śiva zugehört (māheśvarīm | acc sg f) [und] von vollkommener Freude erfüllt ist (pūrṇānanda-ghanām | acc sg f). Wer (yaḥ | nom sg m) aber (tu) aufgrund der Unterweisung (upadeśatas) die Welt (viśvam | acc sg) ringsum (abhitas) mitten im Nektarozean des Bewusstseins (madhye-bodha-sudhābdhi) gleich einer Masse seines Schaums (tat-phena-piṇḍopamam | acc sg n) schaut (paśyet | 3p sg act opt), der (saḥ | nom sg m) allein (ekaḥ | nom sg m) [wird] leibhaftig (sākṣāt) Śiva (śivaḥ | nom sg) genannt (kathitaḥ | nom sg m ppp).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Pratyabhijñāhṛdaya 21.2
Für jene (teṣām | gen pl m), denen (yeṣām | gen pl m) das von Śiva ausgehende (śāṅkaraḥ | nom sg m) Herabsteigen der Kraft (śakti-pātaḥ | nom sg) widerfahren ist (vṛttaḥ | nom sg m ppp), [und] die (ye | nom pl m) aus Mangel an Übung (anabhyāsāt | abl sg) in scharfsinniger Argumentation (tīkṣṇa-yuktiṣu | loc pl) nicht bewandert (ayogyāḥ | nom pl m) [und] nicht (na) fähig (śaktāḥ | nom pl m ppp) [sind], die Īśvarapratyabhijñā (īśvara-pratyabhijñām | acc sg) zu verstehen (jñātum | inf), [ist] diese (eṣaḥ | nom sg m) Unterweisung über die Wirklichkeit (tattvopadeśaḥ | nom sg) vorgetragen (uktaḥ | nom sg m ppp).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Pratyabhijñāhṛdaya 21.3
Möge (astu | 3p sg act imp) [es] glückverheißend (śubham | nom sg n) sein.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich

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Illustrationen: KI-generiert.

Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Bärbel Münchow

Übt seit 2003 Pratyabhijñāhṛdayam Aus Hamburg Ashtanga YogaYogatherapiePhilosophie & Sanskrit

2003 entdeckte ich Yoga für mich – damals noch als neue „Sportart“, weil meine Knie und mein Rücken Tennis und Laufen nicht mehr mochten. Was zunächst als körperlicher Ausgleich begann, ist längst zu einer großen... mehr ›