citir eva cetana-padād avarūḍhā cetya-saṃkocinī cittam ||5|| Analyse ▾ Analyse ▴
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citiḥ
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die universelle Bewusstheit | |
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eva
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eben, gerade, allein | |
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cetana
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des bewussten Wesens | |
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padāt
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von der Stufe, aus dem Zustand | |
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avarūḍhā
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herabgestiegen | |
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cetya
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durch das Wahrnehmbare, entsprechend dem Objekt | |
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saṃkocinī
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sich zusammenziehend, begrenzend | |
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cittam
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Geist, individuelles Bewusstsein |
Kṣemarāja beantwortet den Einwand, der von Vorstellungen geprägte Geist könne doch nicht Śiva sein: Citta, der individuelle Geist, ist nichts anderes als Bewusstheit in einem zweifach zusammengezogenen Zustand.
Bewusstheit verhüllt ihre eigene Gestalt und übernimmt unterschiedliche Grade der Begrenzung. Wenn ihr Licht überwiegt, erscheinen höhere Formen des Wahrnehmens: reines Leuchten ohne ausgeprägte Urheberschaft bei den vijñānākalas, Licht mit Selbstbezug auf der Ebene reiner Erkenntnis und – bei weiter abnehmender Kontraktion – die Ebenen Īśvara, Sadāśiva und Anāśrita-Śiva. Auch durch die in Samādhi gewonnene Vorherrschaft des Bewusstseins können sich zunehmend hohe Wahrnehmerstufen des reinen Weges öffnen.
Wo dagegen die Kontraktion vorherrscht, entstehen die Wahrnehmerstufen vom Leeren abwärts. Bewusstheit steigt dann von der Stufe des bewussten Wahrnehmers (cetana) herab, richtet sich auf ein Objekt und wird durch dieses – etwa durch Blau oder ein Glücksgefühl – nochmals eingegrenzt. Die Begrenzung des Wahrnehmenden und die Begrenzung durch das Wahrgenommene ergeben zusammen citta.
Auch die drei Eigenschaften sattva, rajas und tamas sind keine bewusstlose Substanz neben Bewusstheit. Kṣemarāja versteht sie als stark zusammengezogene Erscheinungsformen ihrer Wissens-, Handlungs- und Māyā-Kraft im Zustand des gebundenen Wesens.
Darum geht das Licht der eigenen Natur selbst im Zustand begrifflicher Unterscheidung (vikalpa) nicht verloren. Wer sich an der höchsten Wirklichkeit orientiert, kann diesem Licht auch innerhalb des Denkens folgen.
Der durch Māyā begrenzte Wahrnehmende besteht für Kṣemarāja aus citta. Körper und Lebensenergie sind von diesem Geist geprägt. Selbst der scheinbar leere Zustand trägt geistige Eindrücke in sich; sonst könnte ein Mensch nach dem Zurückkehren aus ihm seine Aufgaben nicht wieder aufnehmen.
So erklärt sich auch die unterschiedliche Aussage zweier Śivasūtras: Aus höchster Sicht heißt es „Bewusstsein ist das Selbst“ (caitanyam ātmā). Bei der Beschreibung des durch Māyā begrenzten Wahrnehmenden heißt es dagegen „der Geist ist das Selbst“ (cittam ātmā). Die zweite Aussage beschreibt eine gebundene Wahrnehmerstufe, nicht eine andere letzte Wirklichkeit.
Illustrationen: KI-generiert.
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