SS 3.38–3.39: Turya in Körper und Welt
SS 3.38–3.39: Turya in Körper und Welt

Śiva Sūtra 3.38–3.39: Bewusstsein belebt alle Ebenen

Der vierte Zustand belebt Wachen, Traum und Tiefschlaf und durchdringt ebenso Körper, Sinne und äußere Gegenstände.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner
Śiva Sūtra 3.38
त्रिपदाद्यनुप्राणनम् ||3.38||
tri-padādy-anu-prāṇanam ||3.38|| Analyse ▾ Analyse ▴
tri
Karmadhāraya-Kompositum
Zahlwort
drei
pada
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Neutrum
Fuß, Stand, Zustand
ādi
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
und so weiter
anu
Karmadhāraya-Kompositum
Präfix
entlang, nachfolgend
prāṇanam
Nominativ Singular
Substantiv Neutrum
Belebung, Durchatmung
[Es geschieht] die Belebung der drei Zustände und der weiteren [Ebenen] (tri-pada-ādi-anuprāṇanam | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Sie belebt Wachen, Traum, Tiefschlaf und alle weiteren Ebenen.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Kṣemarāja erklärt in der Vimarśinī: Die erkannte Grundkraft soll Wachen, Traum und Schlaf beleben.

Kṣemarājas Śivasūtravimarśinī

In der Vārttika wird erläutert: Wachen, Traum und Tiefschlaf sind nicht flach.

Bhāskaras Śivasūtravārttika
Śiva Sūtra 3.39
चित्तस्थितिवच्छरीरकरणबाह्येषु ||3.39||
citta-sthiti-vac charīra-karaṇa-bāhyeṣu ||3.39|| Analyse ▾ Analyse ▴
citta
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Neutrum
Citta, Bewusstsein
sthiti
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
Stellung, Zustand
vat
Suffix
wie, entsprechend
śarīra
Dvandva-Kompositum
Substantiv Neutrum
Körper
karaṇa
Dvandva-Kompositum
Substantiv Neutrum
Sinnesorgan, Mittel, Werkzeug
bāhyeṣu
Lokativ Plural Neutrum
Adjektiv
in den äußeren Dingen
Wie [bei] den Zuständen des Citta (citta-sthiti-vat | adv), [so auch] im Körper, in den Sinnesorganen und in den äußeren Dingen (śarīra-karaṇa-bāhyeṣu | loc pl).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Was im Citta erkannt ist, soll auch Körper, Sinne und Außenwelt durchdringen.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Kṣemarāja erklärt in der Vimarśinī: Die Stabilität, die im Denken erreicht wurde, muss auch Körper, Sinne und äußere Gegenstände erfassen.

Kṣemarājas Śivasūtravimarśinī

In der Vārttika wird erläutert: Die Praxis wird nach außen erweitert: Turya soll nicht nur im inneren Citta-Zustand belebt werden, sondern auch in Körper, Sinnen und Gegenständen.

Bhāskaras Śivasūtravārttika

Illustrationen: KI-generiert.

Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

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