HP 3.32: Khecarī-Vorbereitung
HP 3.32: Khecarī-Vorbereitung

Haṭha Pradīpikā 3.32: Vorbereitung der Khecarī

Der Vers beschreibt das über Monate fortgesetzte Verlängern und Beweglichmachen der Zunge als historische Vorbereitung auf Khecarī.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner
Haṭha Pradīpikā 3.32
छेदनचालनदोहैः कलां क्रमेण प्रवर्धयेत्तावत् |
chedana-cālana-dohaiḥ, kalāṃ krameṇa pravardhayet tāvat | Analyse ▾ Analyse ▴
chedana
Dvandva-Kompositum
Substantiv Neutrum
Schneiden
cālana
Dvandva-Kompositum
Substantiv Neutrum
Bewegen
dohaiḥ
Instrumentalis Plural
Substantiv Neutrum
Melken, Ziehen
kalām
Akkusativ Singular
Substantiv Neutrum
Zunge, Teil
krameṇa
Instrumentalis Singular
Substantiv Neutrum
schrittweise
pravardhayet
3. Person Singular Causativ Optativ
Präfix
Verbalwurzel
soll verlängern, wachsen lassen
tāvat
Adverb
so lange
सा यावद्भ्रूमध्यं स्पृशति तदा खेचरीसिद्धिः ||32||
sā yāvad bhrū-madhyaṃ, spṛśati tadā khecarī-siddhiḥ ||32|| Analyse ▾ Analyse ▴
sā
Nominativ Singular Feminin
Pronomen
sie
yāvat
Adverb
bis
bhrū
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
Braue
madhyam
Akkusativ Singular
Substantiv Neutrum
Mitte
spṛśati
3. Person Singular Aktiv Präsens
Verbalwurzel
berührt
tadā
Adverb
dann
khecarī
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
Khecarī
siddhiḥ
Nominativ Singular
Substantiv Feminin
Erfolg, Vollendung
Metrum: Āryā
Durch Schneiden, Bewegen und Ziehen (chedana-cālana-dohaiḥ | ins pl) soll man die Zunge (kalām | acc sg) schrittweise (krameṇa | ins sg) so lange (tāvat) verlängern (pravardhayet | 3p sg caus opt), bis (yāvat) sie (sā | nom sg f) die Mitte zwischen den Brauen (bhrū-madhyam | acc sg) berührt (spṛśati | 3p sg act pres); dann (tadā) ist der Erfolg in Khecarī erreicht (khecarī-siddhiḥ | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Für Khecarī wird die Zunge schrittweise durch Schneiden, Bewegen und Ziehen verlängert, bis sie die Mitte zwischen den Brauen erreicht.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Die Zunge soll für Khecarī durch drei Verfahren verlängert werden: Chedana ist das schrittweise Einschneiden, Cālana das seitliche Bewegen zwischen Daumen und Zeigefinger, Dohana ein melkendes Ziehen mit denselben Fingern. Als Erfolgskriterium gilt, dass die Zungenspitze von außen die Mitte zwischen den Augenbrauen erreicht.

Brahmānandas Jyotsnā - 19. Jh.
chedanacālanadohaiḥ kalāṃ krameṇa pravardhayet tāvat sā yāvad bhrūmadhyaṃ spṛśati tadā khecarīsiddhiḥ MBHDL2026 ] transp. NS1882 post HP 3.33
Kritischer Apparat
To accomplish this, the tongue is lengthened by cutting the frænum linguæ, moving, and pulling it. When it can touch the space between the eyebrows, then Khechari can be accomplished.
Pancham Sinh - 1915
Durch Schneiden, Hinundherbewegen und Melken verlängere man nach und nach die Zunge (kala == jihva, Com.). Wenn man dann im Stande ist, damit die Stelle zwischen den Augenbrauen (brûmadhyam) zu berühren, so ist die Khecarî (resp. die Vorbereitung dazu) vollbracht.
Hermann Walter - 1893

Mit AYI Free weitermachen

Illustrationen: KI-generiert.

Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Nachrichten und Bewertungen
0 Nachrichten

Bitte melde Dich an, um eine Nachricht zu schreiben. Hier gehts zum Login

Noch keine Nachrichten.