anādy anantaṃ, kalilasya madhye; viśvasya, sraṣṭāram aneka-rūpam | Analyse ▾ Analyse ▴
viśvasyaikaṃ, pariveṣṭitāraṃ; jñātvā devaṃ, mucyate sarva-pāśaiḥ ||13|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya schildert den Jīva unter der Last von Avidyā, Verlangen und Karma wie eine beschwerte Frucht, die im Wasser untergeht. Verehrung des Herrn, Unterscheidung und innere Disziplin reinigen ihn. Erkennt er den anfang- und endlosen, alles umschließenden Schöpfer als Selbst, fallen sämtliche Fesseln.
Śaṅkarānanda verweist für den wiederholten Befreiungsvers auf seine Erklärung zu 4.14. Zusätzlich deutet er kalila als schaumartige Embryonalphase nach der fünften Opferung der Pañcāgni-Lehre, in der der Jīva mit verbliebenem Karma steht. Die grammatische Zuordnung soll die Verschiedenheit zum höchsten Herrn wahren.
Nārāyaṇa glossiert kalila als Māyā: Wer den in ihr gegenwärtigen, anfang- und endlosen Gott erkennt, wird von jeder Bindung befreit. Die Ausgabe beendet die Glosse irrtümlich mit ||63||; Stellung zwischen 5.12 und 5.14 sowie das zitierte Lemma weisen sie eindeutig als 5.13 aus.
Vijñānabhagavat stellt den anfang- und endlosen Herrn als Zeugen mitten im Saṃsāra dar. Er erscheint in vielen Körpern wie Feuer in verschieden geformtem Eisen und umfasst die Welt innen und außen. Unmittelbare Selbsterkenntnis entkräftet alle Fesseln aus Avidyā, Begehren und Karma.
<1: Vgl. 4,14 und Anmerkung.>
<5: This third line = 3. 7 c; 4. 14 c; 4. 16 c.>
<6: The fourth line of this stanza = 1. 8 d; 2. 15 d; 4. 16 d; 6. 13 d.>
[Redaktionell erschlossene Lesefassung nach IV. 14 mit der von SVS1916 verlangten Ersetzung:]
One attains the highest peace, having known that Blissful Being, who, being One, pervades the Universe, who (assumes) many forms, who is the Creator of the world; (who is present) in the midst of this dense, confused mass (of worldly phenomena), and who is without beginning and without end.
<1: Quellenanmerkung: Die gedruckte Überschrift lautet wörtlich „MANTRA V. 18.“; der zugehörige Sanskrittext schließt jedoch mit „॥१३॥“ und steht zwischen V. 12 und V. 14, weshalb der Abschnitt redaktionell SVU 5.13 zugeordnet wird. Der unmittelbar darunter gedruckte Verweis „VI. 14“ ist sachlich unmöglich, da SVU 6.14 den Lichtvers übersetzt. Wegen der vollständigen Textparallele und der ausdrücklich verlangten Ersetzung von “minuter than the minute” ist eindeutig die Übersetzung zu IV. 14 gemeint; die vorstehende Lesefassung löst den Verweis entsprechend auf, ohne die beiden gedruckten Formen still zu emendieren.>
<1: Vgl. 4,14 und Anmerkung.>
<3: Cf. III, 7; IV, 14, 16.>
<1: Vide 4, 14.>
bhāva-grāhyam anīḍākhyaṃ; bhāvābhāva-karaṃ śivam | Analyse ▾ Analyse ▴
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bhāva
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durch innere Haltung, geistige Vergegenwärtigung | |
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grāhyam
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zu erfassen, begreifbar | |
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anīḍa
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nestlos, körperlos genannt | |
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ākhyam
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genannt, bezeichnet | |
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bhāva
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Sein, Werden | |
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abhāva
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Nichtsein, Vergehen | |
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karam
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bewirkend, hervorbringend | |
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śivam
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den Gütigen, Heilvollen |
kalā-sarga-karaṃ devaṃ; ye vidus te jahus tanum ||14|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya lässt den körperlosen Śiva durch eine geläuterte Buddhi erfassen. Er ist frei von Avidyā und ihren Wirkungen und bringt die sechzehn Kalās von Lebenshauch bis Name hervor. Wer ihn in der Form „Ich bin er“ erkennt, legt den Leib endgültig ab.
Śaṅkarānanda liest auffällig anilākhya, den als Lebenshauch Benannten, und erklärt ihn als „Atem des Atems“. Die durch das Wort geweckte innere Einsicht zerstört Avidyā und ihre Wirkungen. Der Schöpfer der sechzehn Kalās wird erkannt; der Leib mitsamt Unwissenheit wird ohne erneute Annahme verlassen.
Nārāyaṇa erklärt bhāvagrāhya als durch Bhakti zugänglich und anīḍa als den, der kein Nest, keinen Körper und keinen äußeren Halt besitzt. Der gütige Gott schafft und löst die Welt auf und bildet den sechzehnteiligen feinen Leib. Seine Erkenntnis beendet die Verkörperung.
Vijñānabhagavat nennt den Herrn durch ein gereinigtes Innenorgan erfassbar, selbst aber körper- und ortlos. Seine Kalā kann Māyā als Schöpfungskraft, die sechzehn Teile oder Veden und Wissenschaften bedeuten. Wer ihn unmittelbar als eigenes Selbst erkennt, durchschaut den Körper als Naturerscheinung und lässt ihn hinter sich.
<2: Vgl. hierüber die Einleitung zu Praśna 6.>
<2: Vgl. hierüber die Einleitung zu Praśna 6.>
<4: Niḍa is explained as the body, but Śaṅkarānanda reads anilākhyam, who is called the wind, as being prāṇasya prāṇam, the breath of the breath.>
<1: Śaṅkara explains kalāsargakaram by he who creates the sixteen kalās, mentioned by the Atharvaṇikas, beginning with prāṇa, and ending with nāman; see Praśna Up. VI, 4. Vijñānātman suggests two other explanations, ‘he who creates by means of the kalā, i.e. his inherent power;’ or ‘he who creates the Vedas and other sciences.’ The sixteen kalās are, according to Śaṅkarānanda, prāṇa, śraddhā, kha, vāyu, jyotis, ap, pṛthivī, indriya, manaḥ, anna, vīrya, tapaḥ, mantra, karman, kalā (?), nāman. See also before, I, 4.>
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