SVU 5.12-5.14: Erkenntnis und Freiheit
SVU 5.12-5.14: Erkenntnis und Freiheit

SVU 5.12-5.14: Körperwahl, Gotteserkenntnis und Befreiung

Die Seele nimmt gemäß ihren Prägungen neue Formen an; wer den körperlosen, alles umschließenden Schöpfer erkennt, löst sich von Fesseln und Leib.

Śvetāśvatara Upaniṣad 5.12
स्थूलानि सूक्ष्माणि बहूनि चैव रूपाणि देही स्वगुणैर्वृणोति |
sthūlāni, sūkṣmāṇi bahūni caiva; rūpāṇi dehī, sva-guṇair vṛṇoti | Analyse ▾ Analyse ▴
sthūlāni
Akkusativ Plural Neutrum
Adjektiv
grobe, körperliche
sūkṣmāṇi
Akkusativ Plural Neutrum
Adjektiv
feine, subtile
bahūni
Akkusativ Plural Neutrum
Adjektiv
viele, zahlreiche
ca
Partikel
und
eva
Partikel
gerade, eben
rūpāṇi
Akkusativ Plural
Substantiv Neutrum
Formen, Gestalten
dehī
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
Verkörperter, Leibträger
sva
Karmadhāraya-Kompositum
Adjektiv
eigen
guṇaiḥ
Instrumentalis Plural
Substantiv Maskulin
durch Eigenschaften, Guṇas
vṛṇoti
3. Person Singular Aktiv Präsens
Verbalwurzel
er wählt, nimmt an
क्रियागुणैरात्मगुणैश्च तेषां संयोगहेतुरपरो ऽपि दृष्टः ||12||
kriyā-guṇair, ātma-guṇaiś ca teṣāṃ; saṃyoga-hetur, aparo 'pi dṛṣṭaḥ ||12|| Analyse ▾ Analyse ▴
kriyā
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
der Handlungen
guṇaiḥ
Instrumentalis Plural
Substantiv Maskulin
durch Eigenschaften
ātma
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
des Selbstes
guṇaiḥ
Instrumentalis Plural
Substantiv Maskulin
durch Eigenschaften
ca
Partikel
und
teṣām
Genitiv Plural Neutrum
Pronomen dem
von diesen, ihrer
saṃyoga
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
der Verbindung
hetuḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
Ursache, Grund
aparaḥ
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
ein weiterer, nachfolgender
api
Partikel
auch
dṛṣṭaḥ
Nominativ Singular Maskulin Partizip Perfekt Passiv
Verbalwurzel
gesehen, festgestellt
Metrum: Triṣṭubh mit Vajrā-Ausklang
Grobe (sthūlāni | acc pl n), subtile (sūkṣmāṇi | acc pl n), zahlreiche (bahūni | acc pl n) und auch (caiva) Formen (rūpāṇi | acc pl) wählt der Verkörperte (dehī | nom sg) durch die eigenen Eigenschaften (sva-guṇaiḥ | ins pl); er wählt [sie] (vṛṇoti | 3p sg act pres). Durch die Eigenschaften der Handlungen (kriyā-guṇaiḥ | ins pl), durch die Eigenschaften des Selbst (ātma-guṇaiḥ | ins pl) und (ca) für ihre (teṣām | gen pl n) Verbindung ist eine Ursache (saṃyoga-hetuḥ | nom sg) als eine weitere (aparaḥ | nom sg m) ebenfalls (api) erkannt (dṛṣṭaḥ | nom sg m ppp).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Entsprechend ihren eigenen Eigenschaften wählt die verkörperte Seele zahlreiche grobe und feine Gestalten. Die Prägungen ihres Handelns und ihres inneren Wesens werden zur Ursache immer neuer Verbindungen mit diesen Formen.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya nennt grobe tierische und feine göttliche Leiber. Der Jīva wählt sie nicht frei, sondern durch die Prägungen vorgeschriebener und verbotener Erfahrungen. Eigenschaften des Handelns und des inneren Instruments knüpfen jeweils die nächste körperliche Verbindung.

Śvetāśvatara-Upaniṣad Śaṅkara-Bhāṣya

Śaṅkarānanda versteht grobe und feine Formen auch als Sinnesgegenstände. Wünsche des Innenorgans sowie Erkenntnis- und Handlungskraft verbinden den Jīva mit ihnen. Nicht nur Īśvara, sondern auch das Wesen selbst wird durch seine Absicht zur Ursache künftiger Begegnungen.

Śaṅkarānandas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Nārāyaṇa ordnet grobe und feine Körperformen den Guṇas, Dharma und Adharma sowie früheren Erkenntnisprägungen zu. Obwohl der Jīva von den Körpern verschieden ist, werden gerade diese eigenen Eigenschaften zum Anlass seiner erneuten Verbindung mit ihnen.

Nārāyaṇas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Vijñānabhagavat staffelt die Körper nach ihren vorherrschenden Elementen und Welten, bietet aber auch das Spektrum vom Elefanten bis zum Insekt an. Avidyā, Karma und der feine Leib wählen diese Formen. Als weiterer Bindungsgrund wirkt pūrvaprajñā, die aus früherer Erfahrung fortbestehende Prägung.

Vijñānabhagavats Śvetāśvataropaniṣadvivaraṇa
Als Seele wählt viel grobe und auch feine Gestalten er, entsprechend seiner Tugend; Und was ihn band; kraft seines Werks und Selbstes, In diese, bindet wieder ihn in andre.
Paul Deussen - 1921
Coarse and fine, many in number, The embodied one chooses forms according to his own qualities. [Each] subsequent cause of his union with them is seen to be Because of the quality of his acts and of himself.
Robert Hume - 1921
The individual soul accepts many (bodily) forms, gross and delicate, by its own qualities, by the qualities of its actions, and by the qualities of its thoughts; another cause, also, of their combination has been seen.
Siddhesvar Varma Shastri - 1916
Als Seele wählt viel grobe und auch feine Gestalten er, entsprechend seiner Tugend; Und was ihn band; kraft seines Werks und Selbstes, In diese, bindet wieder ihn in andre.
Paul Deussen - 1897
That incarnate Self, according to his own qualities, chooses (assumes) many shapes, coarse or subtile, and having himself caused his union with them, he is seen as another and another<2>, through the qualities of his acts, and through the qualities of his body.
<2: Instead of aparo, B. reads avaro, but explains aparo.>
F. Max Müller - 1884
The individual soul choses (assumes) by its qualities, (by the impressions remaining from its former actions) manifold, gross, or subtile forms. By the qualities of its actions, and by the qualities of its body it appears, although it is without any difference, the cause of union with those forms.
Edward Röer - 1853
Śvetāśvatara Upaniṣad 5.13
अनाद्यनन्तं कलिलस्य मध्ये विश्वस्य स्रष्टारमनेकरूपम् |
anādy anantaṃ, kalilasya madhye; viśvasya, sraṣṭāram aneka-rūpam | Analyse ▾ Analyse ▴
anādi
Akkusativ Singular Maskulin
Adjektiv
anfangslos, ohne Anfang
anantam
Akkusativ Singular Maskulin
Adjektiv
endlos, unendlich
kalilasya
Genitiv Singular
Substantiv Neutrum
des Gemenges, Chaos
madhye
Lokativ Singular
Substantiv Neutrum
in der Mitte
viśvasya
Genitiv Singular Neutrum
Pronomen quant
des Alls, der Welt
sraṣṭāram
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Schöpfer
aneka
Bahuvrīhi-Kompositum
Adjektiv
viele, vielfach
rūpam
Akkusativ Singular Maskulin Bahuvrīhi-Kompositum
Substantiv Neutrum
Gestalten habend, vielgestaltig
विश्वस्यैकं परिवेष्टितारं ज्ञात्वा देवं मुच्यते सर्वपाशैः ||13||
viśvasyaikaṃ, pariveṣṭitāraṃ; jñātvā devaṃ, mucyate sarva-pāśaiḥ ||13|| Analyse ▾ Analyse ▴
viśvasya
Genitiv Singular Neutrum
Pronomen quant
des Alls, der Welt
ekam
Akkusativ Singular Maskulin
Zahlwort
den einen, einzigen
pariveṣṭitāram
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Umschließer, Umfasser
jñātvā
Absolutus
Verbalwurzel
nachdem man erkannt hat
devam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Gott, das göttliche Wesen
mucyate
3. Person Singular Passiv Präsens
Verbalwurzel
man wird befreit, löst sich
sarva
Karmadhāraya-Kompositum
Pronomen quant
alle
pāśaiḥ
Instrumentalis Plural
Substantiv Maskulin
von Fesseln, durch Fesseln
Metrum: Pāda 1: Triṣṭubh mit Vajrā-Ausklang; Pāda 2: Triṣṭubh mit Vajrā-Ausklang; Pāda 3: Triṣṭubh mit Vajrā-Ausklang — 10 Silben; Pāda 4: Triṣṭubh mit Śālinī-Ausklang
Den Anfangslosen (anādi | acc sg m), den Endlosen (anantam | acc sg m), des Gemenges (kalilasya | gen sg) in der Mitte (madhye | loc sg), des Alls (viśvasya | gen sg n) Schöpfer (sraṣṭāram | acc sg), vielgestaltig (aneka-rūpam | acc sg m bv), des Alls (viśvasya | gen sg n) den Einen (ekam | acc sg m), den Umschließer (pariveṣṭitāram | acc sg): Nachdem man [ihn] erkannt hat (jñātvā | abs) als Gott (devam | acc sg), wird man befreit (mucyate | 3p sg pas pres) von allen Fesseln (sarva-pāśaiḥ | ins pl).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Wer den anfang- und endlosen Gott erkennt, der mitten im undurchdringlichen Weltgemenge das All in zahllosen Formen erschafft und als der Eine alles umschließt, wird von sämtlichen Fesseln befreit.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya schildert den Jīva unter der Last von Avidyā, Verlangen und Karma wie eine beschwerte Frucht, die im Wasser untergeht. Verehrung des Herrn, Unterscheidung und innere Disziplin reinigen ihn. Erkennt er den anfang- und endlosen, alles umschließenden Schöpfer als Selbst, fallen sämtliche Fesseln.

Śvetāśvatara-Upaniṣad Śaṅkara-Bhāṣya

Śaṅkarānanda verweist für den wiederholten Befreiungsvers auf seine Erklärung zu 4.14. Zusätzlich deutet er kalila als schaumartige Embryonalphase nach der fünften Opferung der Pañcāgni-Lehre, in der der Jīva mit verbliebenem Karma steht. Die grammatische Zuordnung soll die Verschiedenheit zum höchsten Herrn wahren.

Śaṅkarānandas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Nārāyaṇa glossiert kalila als Māyā: Wer den in ihr gegenwärtigen, anfang- und endlosen Gott erkennt, wird von jeder Bindung befreit. Die Ausgabe beendet die Glosse irrtümlich mit ||63||; Stellung zwischen 5.12 und 5.14 sowie das zitierte Lemma weisen sie eindeutig als 5.13 aus.

Nārāyaṇas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Vijñānabhagavat stellt den anfang- und endlosen Herrn als Zeugen mitten im Saṃsāra dar. Er erscheint in vielen Körpern wie Feuer in verschieden geformtem Eisen und umfasst die Welt innen und außen. Unmittelbare Selbsterkenntnis entkräftet alle Fesseln aus Avidyā, Begehren und Karma.

Vijñānabhagavats Śvetāśvataropaniṣadvivaraṇa
Wer ihn, anfanglos, endlos, in dem Gemenge Als Weltenschöpfer vielfach sich gestaltend, Den Einen, der das Weltall hält umschlossen, Als Gott kennt, wird befreit von allen Banden (1,8. 2,15. 4,16. 6,13).<1>
<1: Vgl. 4,14 und Anmerkung.>
Paul Deussen - 1921
Him who is without beginning and without end, in the midst of confusion, The Creator of all, of manifold form, The One embracer of the universe<5>—By knowing God (deva) one is released from all fetters.<6>
<5: This third line = 3. 7 c; 4. 14 c; 4. 16 c.>
<6: The fourth line of this stanza = 1. 8 d; 2. 15 d; 4. 16 d; 6. 13 d.>
Robert Hume - 1921
This verse has already been translated and annotated in VI. 14, except that, instead of “minuter than the minute,” translate “without beginning and without end.”<1>

[Redaktionell erschlossene Lesefassung nach IV. 14 mit der von SVS1916 verlangten Ersetzung:]
One attains the highest peace, having known that Blissful Being, who, being One, pervades the Universe, who (assumes) many forms, who is the Creator of the world; (who is present) in the midst of this dense, confused mass (of worldly phenomena), and who is without beginning and without end.
<1: Quellenanmerkung: Die gedruckte Überschrift lautet wörtlich „MANTRA V. 18.“; der zugehörige Sanskrittext schließt jedoch mit „॥१३॥“ und steht zwischen V. 12 und V. 14, weshalb der Abschnitt redaktionell SVU 5.13 zugeordnet wird. Der unmittelbar darunter gedruckte Verweis „VI. 14“ ist sachlich unmöglich, da SVU 6.14 den Lichtvers übersetzt. Wegen der vollständigen Textparallele und der ausdrücklich verlangten Ersetzung von “minuter than the minute” ist eindeutig die Übersetzung zu IV. 14 gemeint; die vorstehende Lesefassung löst den Verweis entsprechend auf, ohne die beiden gedruckten Formen still zu emendieren.>
Siddhesvar Varma Shastri - 1916
Wer ihn, anfanglos, endlos, in dem Gemenge Als Weltenschöpfer vielfach sich gestaltend, Den Einen, der das Weltall hält umschlossen, Als Gott kennt, wird befreit von allen Banden (1,8. 2,15. 4,16. 6,13).<1>
<1: Vgl. 4,14 und Anmerkung.>
Paul Deussen - 1897
<3>He who knows him who has no beginning and no end, in the midst of chaos, creating all things, having many forms, alone enveloping everything, is freed from all fetters.
<3: Cf. III, 7; IV, 14, 16.>
F. Max Müller - 1884
Whoever knows the God who is without commencement, without end, who within this impervious (world) is the creator of the universe, who is of an infinite form, the one penetrator of the universe, becomes liberated from all bonds.<1>
<1: Vide 4, 14.>
Edward Röer - 1853
Śvetāśvatara Upaniṣad 5.14
भावग्राह्यमनीडाख्यं भावाभावकरं शिवम् |
bhāva-grāhyam anīḍākhyaṃ; bhāvābhāva-karaṃ śivam | Analyse ▾ Analyse ▴
bhāva
Tatpuruṣa-Kompositum Instrumentalis
Substantiv Maskulin
durch innere Haltung, geistige Vergegenwärtigung
grāhyam
Akkusativ Singular Maskulin Partizip Futur Passiv
Verbalwurzel
zu erfassen, begreifbar
anīḍa
Upapada-Kompositum
Präfix
Substantiv Neutrum
nestlos, körperlos genannt
ākhyam
Akkusativ Singular Maskulin
Adjektiv
genannt, bezeichnet
bhāva
Dvandva-Kompositum
Substantiv Maskulin
Sein, Werden
abhāva
Upapada-Kompositum
Substantiv Maskulin
Nichtsein, Vergehen
karam
Akkusativ Singular Maskulin
Adjektiv
bewirkend, hervorbringend
śivam
Akkusativ Singular Maskulin
Adjektiv
den Gütigen, Heilvollen
कलासर्गकरं देवं ये विदुस्ते जहुस्तनुम् ||14||
kalā-sarga-karaṃ devaṃ; ye vidus te jahus tanum ||14|| Analyse ▾ Analyse ▴
kalā
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
der Teile, Kräfte
sarga
Upapada-Kompositum
Substantiv Maskulin
Schöpfung, Hervorbringung
karam
Akkusativ Singular Maskulin
Adjektiv
bewirkend, hervorbringend
devam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Gott, das göttliche Wesen
ye
Nominativ Plural Maskulin
Pronomen rel
diejenigen, welche
viduḥ
3. Person Plural Aktiv Perfekt
Verbalwurzel
sie haben erkannt, wissen
te
Nominativ Plural Maskulin
Pronomen dem
sie, jene
jahuḥ
3. Person Plural Aktiv Perfekt
Verbalwurzel
sie haben verlassen, aufgegeben
tanum
Akkusativ Singular
Substantiv Feminin
Körper, Leib
Metrum: Anuṣṭubh
Den durch innere Vergegenwärtigung Erfassbaren (bhāva-grāhyam | acc sg m pfp), den körperlos Genannten (anīḍākhyaṃ | acc sg m), den Sein und Nichtsein Bewirkenden (bhāvābhāva-karaṃ | acc sg m), den Gütigen (śivam | acc sg m), den die Schöpfung der Teile Bewirkenden (kalā-sarga-karam | acc sg m), Gott (devam | acc sg): Diejenigen, die (ye | nom pl m) [ihn] erkannt haben (viduḥ | 3p pl act perf), sie (te | nom pl m) haben verlassen (jahuḥ | 3p pl act perf) den Leib (tanum | acc sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Dieser gütige Gott ist durch innere Vergegenwärtigung zu erfassen. Er ist körperlos, bewirkt Sein und Nichtsein und bringt die Kräfte und Teile der Schöpfung hervor. Wer ihn erkennt, lässt die Bindung an den Leib hinter sich.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya lässt den körperlosen Śiva durch eine geläuterte Buddhi erfassen. Er ist frei von Avidyā und ihren Wirkungen und bringt die sechzehn Kalās von Lebenshauch bis Name hervor. Wer ihn in der Form „Ich bin er“ erkennt, legt den Leib endgültig ab.

Śvetāśvatara-Upaniṣad Śaṅkara-Bhāṣya

Śaṅkarānanda liest auffällig anilākhya, den als Lebenshauch Benannten, und erklärt ihn als „Atem des Atems“. Die durch das Wort geweckte innere Einsicht zerstört Avidyā und ihre Wirkungen. Der Schöpfer der sechzehn Kalās wird erkannt; der Leib mitsamt Unwissenheit wird ohne erneute Annahme verlassen.

Śaṅkarānandas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Nārāyaṇa erklärt bhāvagrāhya als durch Bhakti zugänglich und anīḍa als den, der kein Nest, keinen Körper und keinen äußeren Halt besitzt. Der gütige Gott schafft und löst die Welt auf und bildet den sechzehnteiligen feinen Leib. Seine Erkenntnis beendet die Verkörperung.

Nārāyaṇas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Vijñānabhagavat nennt den Herrn durch ein gereinigtes Innenorgan erfassbar, selbst aber körper- und ortlos. Seine Kalā kann Māyā als Schöpfungskraft, die sechzehn Teile oder Veden und Wissenschaften bedeuten. Wer ihn unmittelbar als eigenes Selbst erkennt, durchschaut den Körper als Naturerscheinung und lässt ihn hinter sich.

Vijñānabhagavats Śvetāśvataropaniṣadvivaraṇa
Wer im Herzen den nestlosen (leiblosen), Sein und Nichtsein bewirkenden, Die [sechzehn] Teile<2> bindenden Sel’gen Gott sucht, verläßt den Leib.
<2: Vgl. hierüber die Einleitung zu Praśna 6.>
Paul Deussen - 1921
Him who is to be apprehended in existence, who is called ‘incorporeal,’ The maker of existence (bhāva) and non-existence, the kindly one (śiva), God (deva), the maker of the creation and its parts—They who know Him, have left the body behind.
Robert Hume - 1921
Those abandon the body (for ever), who know the Luminous Being, who is attainable by (a pure) heart, who is spoken of as “Bodiless,” who brings about Creation and Destruction, who is Siva, the untainted, and the Creator of powers.
Siddhesvar Varma Shastri - 1916
Wer im Herzen den nestlosen (leiblosen), Sein und Nichtsein bewirkenden, Die [sechzehn] Teile<2> bindenden Sel’gen Gott sucht, verläßt den Leib.
<2: Vgl. hierüber die Einleitung zu Praśna 6.>
Paul Deussen - 1897
Those who know him who is to be grasped by the mind, who is not to be called the nest (the body<4>), who makes existence and non-existence, the happy one (Śiva), who also creates the elements<1>, they have left the body.
<4: Niḍa is explained as the body, but Śaṅkarānanda reads anilākhyam, who is called the wind, as being prāṇasya prāṇam, the breath of the breath.>
<1: Śaṅkara explains kalāsargakaram by he who creates the sixteen kalās, mentioned by the Atharvaṇikas, beginning with prāṇa, and ending with nāman; see Praśna Up. VI, 4. Vijñānātman suggests two other explanations, ‘he who creates by means of the kalā, i.e. his inherent power;’ or ‘he who creates the Vedas and other sciences.’ The sixteen kalās are, according to Śaṅkarānanda, prāṇa, śraddhā, kha, vāyu, jyotis, ap, pṛthivī, indriya, manaḥ, anna, vīrya, tapaḥ, mantra, karman, kalā (?), nāman. See also before, I, 4.>
F. Max Müller - 1884
Those who know the God, who is to be comprehended by thought (purified intellect), who is incorporeal (immaterial), who is the cause of existence and non-existence, who is all-blessed, and the cause of the origin of the (sixteen) parts, relinquish their bodies.
Edward Röer - 1853

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