yo yoniṃ yonim, adhitiṣṭhaty eko; viśvāni, rūpāṇi yonīś ca sarvāḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
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yaḥ
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welcher, der | |
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yonim
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Ursprung, Mutterschoß | |
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yonim
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jeden einzelnen Ursprung, Mutterschoß | |
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adhitiṣṭhati
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er beherrscht, steht vor | |
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ekaḥ
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der eine | |
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viśvāni
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alle, sämtliche | |
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rūpāṇi
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Formen, Gestalten | |
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yonīḥ
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Ursprünge, Mutterschöße | |
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ca
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und | |
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sarvāḥ
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alle, sämtliche |
ṛṣiṃ prasūtaṃ, kapilaṃ yas tam agre; jñānair bibharti, jāyamānaṃ ca paśyet ||2|| Analyse ▾ Analyse ▴
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ṛṣim
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Seher, Weisen | |
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prasūtam
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hervorgebracht, gezeugt | |
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kapilam
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Kapila, den Goldfarbenen | |
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yaḥ
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welcher, der | |
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tam
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ihn, jenen | |
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agre
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am Anfang, zuerst | |
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jñānaiḥ
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durch Erkenntnisse, mit Wissen | |
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bibharti
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er trägt, erhält | |
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jāyamānam
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geboren werdend, entstehend | |
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ca
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und | |
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paśyet
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er möge sehen, erblicken |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya identifiziert den goldfarbenen Kapila vor allem mit Hiraṇyagarbha, dessen Geburt auch andere Schriftstellen dem höchsten Herrn zuschreiben. Der Eine erfüllt ihn zu Beginn mit Wissen, Entsagung und Herrschaftskraft und schaut ihn beim Hervorgehen der Schöpfung.
Śaṅkarānanda grenzt Kapila vom Begründer des Sāṃkhya ab. Gemeint sein könne der avatārische Kapila oder, vorzugsweise, Hiraṇyagarbha als erste Wirkung und Träger von Erkenntnis- und Handlungskraft. Der Herr nährt ihn mit umfassender Einsicht und begleitet sein Entstehen.
Nārāyaṇa erprobt zunächst eine Jīva-Lesart: Das Wesen tritt in zahllose Geburten ein, verliert beim Geburtsschock frühere Erinnerung und wird durch Wahrnehmung wieder genährt. Abschließend stellt die Dīpikā jedoch klar, dass Zusammenhang und Lehrziel die Mantras auf Īśvara beziehen.
Vijñānabhagavat lässt den Herrn über Urnatur, nachgeordnete Ursachen und sämtliche Formen wachen. Kapila erklärt er als den goldfarbenen Hiraṇyagarbha. Dieser empfängt bei der Schöpfung Wissen, Dharma, Loslösung und Herrschaft; Gott trägt und schaut ihn als Ursprung der weiteren Weltentfaltung.
bibharti LV1958, ASS1927 ] piparti LV1958-app
<2: Der ganze Zusammenhang und die parallelen Stellen 3,4. 4,12 (auf welche das tam zurückweist) beweisen, daß unter „jenem roten Weisen“ (kapila ṛishi) Hiranyagarbha, der „goldne (daher rote) Embryo“ zu verstehen ist. Es ist auch gar nicht abzusehen, wie hier, in dem Zusammenhange einer Vedāntaschrift als Erstgeborener des Urwesens auf einmal Kapila — der Begründer eines gegnerischen Systems! — proklamiert werden sollte. — Allenfalls könnte man, aber auch dies schwerlich, eine Anspielung auf denselben annehmen in dem Sinne: „Hiranyagarbha ist der Urheber aller Weisheit, ist der wahre Kapila“. — Möglich auch, daß der ganze Kapila auf unsrer Stelle beruht.>
<2: The reference may be to ‘the sage Kapila,’ the founder of the Sāṅkhya philosophy. But in the similar stanza 4. 12 (compare also 3. 4) the reference is clearly to the Demiurge Hiraṇyagarbha, ‘The Golden Germ.’>
<2: Der ganze Zusammenhang und die parallelen Stellen 3,4. 4,12 (auf welche das tam zurückweist) beweisen, daß unter „jenem roten Weisen“ (kapila ṛishi) Hiranyagarbha, der „goldne (daher rote) Embryo“ zu verstehen ist. Es ist auch gar nicht abzusehen, wie hier, in dem Zusammenhange einer Vedāntaschrift als Erstgeborener des Urwesens auf einmal Kapila — der Begründer eines gegnerischen Systems! — proklamiert werden sollte. — Allenfalls könnte man, aber auch dies schwerlich, eine Anspielung auf denselben annehmen in dem Sinne: „Hiranyagarbha ist der Urheber aller Weisheit, ist der wahre Kapila“. — Möglich auch, daß der ganze Kapila auf unsrer Stelle beruht.>
<5: Like a mother, see I, 9.>
<6: Like a father.>
<7: See on this verse the remarks made in the Introduction.>
<1: Śankara explains this passage very artificially. Kapila is, according to him, not the founder of the Sānkhya, but another name of Hiranyagarbha, and he tries to prove this, first, from the name of “Kapila,” which means brown, so that Kapila would be here an adjective, instead of “Kapila Varṇam, the brown or golden-coloured,” which thereby would refer to Hiranyagarbha; and, secondly, from a passage of a Purāṇa; the latter, however, proves the contrary; for there is Kapila mentioned as the founder of the Sānkhya, and to praise him, he is identified with Hiranyagarbha.>
<2: With the four kinds of knowledge of the Sānkhya, viz., virtue, knowledge, renunciation of wordly desires, and superhuman power.>
<3: As a father does at his son after his birth.>
ekaikaṃ jālaṃ, bahudhā vikurvann; asmin kṣetre, saṃharaty eṣa devaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
bhūyaḥ sṛṣṭvā, patayas tatheśaḥ; sarvādhipatyaṃ, kurute mahātmā ||3|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya versteht jedes Netz als die je besondere Saṃsāra-Welt von Göttern, Menschen oder Tieren. Gott breitet sie im Feld der Māyā aus und zieht sie wieder ein. In jedem Weltalter erschafft er erneut Marīci und andere Lenker.
Śaṅkarānanda nennt das Māyā-Netz ein für jedes Lebewesen eingerichtetes Weltgeflecht. Der selbstleuchtende Herr entfaltet und beendet es am jeweiligen Geburtsort, bringt die Prajāpatis erneut hervor und bleibt als großes Selbst sogar der Herr über alle Herrschenden.
Nārāyaṇa deutet das Netz als Bindung durch Karma und dessen vielfältige Früchte. In seiner Jīva-Lesart ist das Feld die jeweilige Geburt, während Īśvara dem verkörperten Wesen Herrschaft über Leib und Sinne verleiht. Der umfassende Herr bleibt damit hinter jeder individuellen Wirksamkeit.
Vijñānabhagavat beschreibt die Netze als kollektive und individuelle Komplexe von Innenorgan, Lebenskräften und Sinnen, die Lebewesen wie Fische binden. Gott entfaltet sie durch Māyā, nimmt sie in die Urnatur zurück und setzt Hiraṇyagarbha und weitere kosmische Lenker ein.
<1: Wörtlich „als seine Helfer“; er verwandelt sich selbst in sie. Vgl. über diese, schon im Ṛgveda vorkommenden, Helfer bei der Schöpfung Gesch. d. Phil. I, 137 und zu ihrem Namen yati „die sich Anstrengenden“ Ṛgv. 10,129,5: svadhā avastāt, prayatiḥ parastāt.>
<3: Literally, ‘in this field.’>
<4: ‘Marshals’; literally, ‘Exercisers.’ According to RV. 10. 72. 7 they were Demiurges who assisted in the creation of the world.>
<1: Wörtlich „als seine Helfer“; er verwandelt sich selbst in sie. Vgl. über diese, schon im Ṛgveda vorkommenden, Helfer bei der Schöpfung Gesch. d. Phil. I, 137 und zu ihrem Namen yati „die sich Anstrengenden“ Ṛgv. 10,129,5: svadhā avastāt, prayatiḥ parastāt.>
<8: The MSS. read yasmin for asmin, and patayas for yatayas, which the commentator explains by patīn.>
<9: The world, or the mūlaprakṛti, the net being the saṃsāra.>
<10: Śaṅkara explains ekaikam by pratyekam, i.e. for every creature, such as gods, men, beasts, &c.>
<11: I doubt whether mahātmā should be translated by the great Self, or whether great would not be sufficient. The whole verse is extremely difficult.>
<1: From Hiraṇyagarbha to insects; or beginning with Marīci.>
<1: The World.>
<2: The divine sages, according to Śankara, Marichi, and the other divine Rishis.>
sarvā diśa, ūrdhvam adhaś ca tiryak; prakāśayan, bhrājate yad vānaḍvān | Analyse ▾ Analyse ▴
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sarvāḥ
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alle, sämtliche | |
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diśaḥ
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Richtungen, Himmelsgegenden | |
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ūrdhvam
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nach oben, oben | |
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adhaḥ
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nach unten, unten | |
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ca
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und | |
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tiryak
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quer, ringsum | |
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prakāśayan
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erleuchtend, sichtbar machend | |
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bhrājate
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er strahlt, leuchtet | |
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yat
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wie, insofern wie | |
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u
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nun, wahrlich | |
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anaḍvān
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Zugstier, Sonnenstier |
evaṃ sa devo, bhagavān vareṇyo; yoni-svabhāvān, adhitiṣṭhaty ekaḥ ||4|| Analyse ▾ Analyse ▴
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evam
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so, auf diese Weise | |
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saḥ
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er, jener | |
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devaḥ
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Gott, das göttliche Wesen | |
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bhagavān
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erhaben, glücksmächtig | |
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vareṇyaḥ
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zu erwählen, verehrungswürdig | |
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yoni
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des Ursprungs, der Ursache | |
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svabhāvān
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die von Ursprungsnatur, verursachten Wesen | |
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adhitiṣṭhati
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er beherrscht, steht vor | |
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ekaḥ
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der eine |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya löst yad u anaḍvān als Vergleich auf: Wie der als Sonnenstier gedachte Āditya das Weltrad erhellt, so lässt das Bewusstseinslicht Gottes alle Richtungen erscheinen. Der eine Herr regiert zugleich die ursächlichen Elemente und ihre Entfaltungen.
Śaṅkarānanda identifiziert den Stier mit der Sonne, die auf ihrem Weg alle Richtungen beleuchtet. Ebenso strahlt der selbstleuchtende, mit den sechs göttlichen Vollkommenheiten ausgestattete Bhagavān. Als der Eine ohne innere Trennung steht er allen Ursachen und daraus entstandenen Formen vor.
Nārāyaṇa erklärt yad u anaḍvān am Bild des selbständigen Stiers in der Herde. So leuchtet und herrscht Gott im Verband von Leib und Sinnen, ohne von ihm abhängig zu sein. Trotz möglicher Jīva-Anklänge entscheidet der Lehrzusammenhang für die Īśvara-Deutung.
Vijñānabhagavat nimmt yad u ausdrücklich im Sinn von „wie“ und deutet anaḍvān als den Sonnenstier, der vor das Weltrad gespannt ist. Entsprechend erhellt Gottes eigenes Bewusstseinslicht alles. Der verehrungswürdige Eine lenkt die Ursachen von der Urnatur bis zu ihren feinsten Wirkungen.
<2: Cf. IV, 11; V, 2.>
<1: Yoniswabhābān (all that exists in likeness with its cause, viz. the five elements, which are the same with its cause,—nature) may be also rendered “Yoni: swabhābān” he, (Bramha) the cause (of the whole world) rules all (the elements), which partake of his nature.>
yac ca sva-bhāvaṃ, pacati viśva-yoniḥ; pācyāṃś ca sarvān, pariṇāmayed yaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
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yat
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was, welches | |
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ca
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und | |
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sva
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eigen | |
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bhāvam
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Wesen, Natur | |
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pacati
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er lässt reifen, entwickelt | |
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viśva
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von allem, des Alls | |
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yoniḥ
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Ursprung, Quelle | |
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pācyān
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die zu Reifenden, zu Entwickelnden | |
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ca
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und | |
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sarvān
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alle, sämtliche | |
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pariṇāmayet
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er möge verwandeln, zur Reife führen | |
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yaḥ
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welcher, der |
sarvam etad, viśvam adhitiṣṭhaty eko; guṇāṃś ca sarvān, viniyojayed yaḥ ||5|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya versteht das Reifen als Hervorbringen der den Dingen eigenen Wirkung, etwa der Hitze des Feuers. Der Weltursprung verwandelt die geeigneten Elemente, beherrscht das Ganze und weist allen Erscheinungen Sattva, Rajas und Tamas zu.
Śaṅkarānanda bezieht Svabhāva sowohl auf Ursache und Wirkung als auch auf die sechs Veränderungen des Entstehens und Vergehens. Der Eine lässt bereits entstandene Dinge weiterreifen und verteilt Farben, Eigenschaften und Funktionen so, dass jede Wirkung ihren bestimmten Platz erhält.
Nārāyaṇa lässt den Herrn die Eigenkräfte von Sprache und anderen Fähigkeiten ihren Früchten entsprechend ausreifen. Er führt frühere Taten zur Wirkung und setzt Dharma sowie die Qualitäten Sattva und andere jeweils zur rechten Zeit bei den einzelnen Wesen ein.
Vijñānabhagavat erklärt, dass bereits die bloße Gegenwart des Herrn die Ursachen reifen und als Wirkungen hervortreten lässt. Als innerer Lenker ordnet er Karmafolgen und verteilt Sattva, Rajas und Tamas gemäß Verdienst und Schuld. Deshalb soll er als das eigene Selbst erkannt werden.
<2: viśvayoniḥ soviel wie „alles Entsprungene“. Der Īśvara hat im Vedāntasystem die Aufgabe, die Werke der Seelen wachsen und reifen zu machen, wie der Regen die Pflanzen, und ferner, die Vergeltung, den Werken entsprechend, zu verteilen; Brahmasūtra 2,1,34. 2,3,42 (S. 312. 431 meiner Übersetzung).>
<2: viśvayoniḥ soviel wie „alles Entsprungene“. Der Īśvara hat im Vedāntasystem die Aufgabe, die Werke der Seelen wachsen und reifen zu machen, wie der Regen die Pflanzen, und ferner, die Vergeltung, den Werken entsprechend, zu verteilen; Brahmasūtra 2,1,34. 2,3,42 (S. 312. 431 meiner Übersetzung).>
<3: MS. B. has prācyān, and explains it by pūrvotpannān.>
<4: This is again a very difficult verse. I have taken viśvayoniḥ as a name for Brahman, possessed of that devātmaśakti which was mentioned before, but I feel by no means satisfied. The commentators do not help, because they do not see the difficulty of the construction. If one might conjecture, I should prefer pacet for pacati, and should write pariṇāmayed yat, and viniyojayed yat, unless we changed yac ca into yaś ca.>
tad veda-guhyo,paniṣatsu gūḍhaṃ; tad brahmā vedate, brahma-yonim | Analyse ▾ Analyse ▴
ye pūrvaṃ devā, ṛṣayaś ca tad vidus; te tan-mayā, amṛtā vai babhūvuḥ ||6|| Analyse ▾ Analyse ▴
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ye
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diejenigen, welche | |
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pūrvam
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früher, in alter Zeit | |
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devāḥ
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Götter | |
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ṛṣayaḥ
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Seher, Weise | |
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ca
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und | |
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tat
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das, jenes | |
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viduḥ
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sie haben erkannt, wussten | |
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te
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sie, jene | |
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tad
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daraus, aus ihm | |
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mayāḥ
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bestehend, damit wesensgleich | |
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amṛtāḥ
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unsterblich | |
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vai
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wahrlich, gewiss | |
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babhūvuḥ
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sie sind geworden |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya findet das Selbstwissen verborgen in den geheimen Upaniṣaden. Brahmā erkennt den Herrn als Ursprung des Veda oder Hiraṇyagarbhas. Frühere Götter und Seher wurden durch dieselbe Erkenntnis wesenseins mit ihm und unsterblich; dies gilt ebenso für gegenwärtig Suchende.
Śaṅkarānanda verbindet das Verborgene mit den upaniṣadischen Mahāvākyas wie tat tvam asi. Hiraṇyagarbha erkennt den unbegrenzten Ursprung; Götter, Seher und Menschen, die ihm folgen, werden von Avidyā und ihren Wirkungen frei, nehmen Brahman zum einzigen Wesen und überschreiten den Tod.
Nārāyaṇa sagt knapp, dass der Jīva das in den Upaniṣaden verborgene höchste Brahman findet. Dieses ist Ursprung des Veda; schon die früheren Götter erkannten es und wurden unsterblich. Die Stelle verbindet damit Schriftüberlieferung, innere Erkenntnis und Befreiung.
Vijñānabhagavat unterscheidet drei Lehrbereiche: den rituellen Veda, das Āraṇyaka mit saguṇa-Verehrung und die Upaniṣaden mit Erkenntnis des eigenschaftslosen Brahman. Brahmā und frühere Seher verwirklichten den Herrn als eigenes Selbst; mit dem Ende der Avidyā offenbarte sich ihre Unsterblichkeit.
pūrvaṃ devā LV1958, ASS1927 ] pūrvadevāḥ LV1958-app
<5: This verse admits of various translations, and requires also some metrical emendations. Thus Vijñānātman explains vedaguhyopaniṣatsu very ingeniously by the Veda, i.e. that part of it which teaches sacrifices and their rewards; the Guhya, i.e. the Āraṇyaka, which teaches the worship of Brahman under various legendary aspects; and the Upanishads, which teach the knowledge of Brahman without qualities. These three divisions would correspond to the karmakāṇḍa, yogakāṇḍa, and jñānakāṇḍa. (Jaimini, Patañjali, Bādarāyaṇa). See Deussen, Vedānta, p. 20. Mr. Gough and Dr. Roer take Brahmayoni as ‘the source of the Veda,’ or as the source of Hiraṇyagarbha. The irregular form vedate may be due to a corruption of vedānte.>
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