Īśvara ist ein besonderer Puruṣa, der niemals von Kleśas, guten oder schlechten Handlungen, deren Reifung und den entsprechenden Vāsanās berührt wird. Bei einem Befreiten lässt sich eine frühere Grenze, bei einem prakṛtilaya eine künftige Grenze der Bindung annehmen; für Īśvara gilt weder das eine noch das andere. Er ist immer frei und immer Herr. Das Bhāṣya begründet seine höchste Sattva-Beschaffenheit und das Śāstra wechselseitig und setzt ihre Beziehung als anfangslos. Seine Herrschaft ist von jeder Gleichheit und Überbietung frei: Gäbe es einen gleich mächtigen zweiten Herrn mit einem widersprechenden Willen, wäre die Macht eines von beiden begrenzt.
tatra niratiśayaṃ sarva-jña-bījam ||25|| Analyse ▾ Analyse ▴
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tatra
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in ihm | |
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niratiśayam
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unübertrefflich | |
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sarva
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alles | |
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jña
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der Allwissenheit | |
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bījam
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Same |
Weil der Keim des Wissens um Vergangenes, Gegenwärtiges, Zukünftiges und Übersinnliches Abstufungen besitzt, folgert das Bhāṣya eine höchste Grenze: den Allwissenden. Seine besondere Identität ist jedoch nur aus der Überlieferung zu erkennen. Īśvara braucht keinen Nutzen für sich selbst; aus Mitgefühl will er die im Saṃsāra befindlichen Puruṣas durch die Lehre von Wissen und Dharma über Schöpfungs- und Auflösungszyklen hinweg emporführen. Als Beispiel nennt der Text den ursprünglichen Wissenden, der durch ein geschaffenes Citta dem wissbegierigen Āsuri die Lehre verkündet.
pūrveṣām api guruḥ kālenānavacchedāt ||26|| Analyse ▾ Analyse ▴
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pūrveṣām
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früher | |
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api
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sogar | |
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guruḥ
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Lehrer | |
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kālena
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durch die Zeit | |
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anavacchedāt
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aufgrund der Nichtbegrenzung |
Frühere Lehrer werden durch Zeit begrenzt; Īśvara nicht. Das Bhāṣya versteht ihn deshalb auch als Lehrer der frühesten Lehrer und setzt seine Vollkommenheit nicht nur am Anfang der gegenwärtigen Schöpfung, sondern ebenso am Anfang früherer Schöpfungen an.
CYS2026 und TKVD2019 ziehen sa eṣa in den Sūtra und machen Īśvara ausdrücklich zum Subjekt. PM2006 und die KYM-Bhāṣyaansicht KYMV2026 stimmen mit dem kürzeren Sūtra von PE1904 überein; KYMV2026 stellt sa eṣaḥ vor dem Sūtra in die Bhāṣya-Prosa. Der Sinn bleibt aus dem Kontext erschließbar, aber die Grenze zwischen Sūtra und Kommentar verschiebt sich. Für die Übersetzung bleibt der kürzere PE1904-Sūtra maßgeblich.
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Illustrationen: KI-generiert.
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