vedāham etaṃ, puruṣaṃ mahāntam; āditya-varṇaṃ, tamasaḥ parastāt | Analyse ▾ Analyse ▴
tam eva viditvā,ti mṛtyum eti; nānyaḥ panthā, vidyate 'yanāya ||8|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya präsentiert den Vers als eigene Erfahrung des Sehers. Der sonnenhafte Puruṣa ist das innere Zeugenbewusstsein jenseits des Unwissens. Nur seine Erkenntnis, nicht Karma oder ein anderer Weg, führt über den Tod zum höchsten Ziel.
Śaṅkarānanda versteht den Tod als Avidyā mit verhüllender und projizierender Kraft. Die eindringliche Aussage des Sehers schließt nicht nur einen zweiten Erkenntnisgegenstand, sondern jeden anderen Befreiungsweg aus: allein unmittelbare Selbsterkenntnis trägt über den Saṃsāra.
Nārāyaṇa betont die Ausschließlichkeit des Brahmanwissens. Wallfahrten, große Schenkungen und andere religiöse Werke können höchstens mittelbar vorbereiten; sie bilden keinen selbständigen Weg über den Tod. Erkenntnis allein ist die unmittelbare Ursache.
Vijñānabhagavat liest das Bekenntnis als Mahāvākya-Erkenntnis des Sehers. Der Tod ist das Unwissen selbst; es wird im vollendeten Wissen verbrannt. Weder ein anderer Gegenstand noch ein mit Wissen verbundenes Zusatzmittel kann Kaivalya hervorbringen.
<1: = Vāj. Saṃh. 31,18 (Gesch. d. Phil. I, 290).>
<1: This stanza = VS. 31. 18.>
<1: = Vāj. Saṃh. 31,18 (Gesch. d. Phil. I, 290).>
<1: Cf. Vāg. Saṃh. XXX, 18; Taitt. Ār. III, 12, 7; III, 13, 1.>
<2: Cf. Bhagavadgītā VIII, 9.>
<3: Cf. Śvet. Up. VI, 15.>
<1: Taken from the Vāj. Saṃh. 31–8. The second distich of this verse returns, 6–15, and the second part of the first distich is literally found in Bhag. G. 8,9.>
yasmāt paraṃ, nāparam asti kiṃcid; yasmān nāṇīyo, na jyāyo 'sti kiṃcit | Analyse ▾ Analyse ▴
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yasmāt
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als welcher, über welchen hinaus | |
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param
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höher, überlegen | |
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na
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nicht | |
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aparam
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anderes, weiteres | |
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asti
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ist, besteht | |
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kiṃcit
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irgendetwas | |
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yasmāt
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als welcher, gegenüber welchem | |
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nāṇīyaḥ
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nichts Kleineres, Feineres | |
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na
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nicht | |
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jyāyaḥ
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größer, mächtiger | |
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asti
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ist, besteht | |
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kiṃcit
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irgendetwas |
vṛkṣa iva stabdho, divi tiṣṭhaty ekas; tenedaṃ pūrṇaṃ, puruṣeṇa sarvam ||9|| Analyse ▾ Analyse ▴
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vṛkṣaḥ
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ein Baum | |
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iva
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wie, gleich | |
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stabdhaḥ
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feststehend, unbeweglich | |
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divi
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im Himmel, Himmelsraum | |
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tiṣṭhati
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er steht, weilt | |
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ekaḥ
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der eine, einzige | |
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tena
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durch ihn, diesen | |
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idam
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dieses | |
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pūrṇam
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erfüllt, durchdrungen | |
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puruṣeṇa
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durch den Puruṣa, Menschengeist | |
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sarvam
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alles, das Ganze |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya lässt über oder unter dem einen Puruṣa nichts bestehen. Wie ein unbeweglicher Baum ruht er in seinem eigenen Licht; zugleich erfüllt er die gesamte Welt ohne Unterbrechung und ohne dadurch geteilt zu werden.
Śaṅkarānanda versteht den Baum als Bild innerer Unterschiedslosigkeit und div als das Licht des Bewusstseins. Weil alle Dinge ihre Existenz und Erscheinung nur vom Selbst erhalten, ist nichts kleiner, größer oder außerhalb dieses Einen.
Nārāyaṇa liest den feststehenden Baum zugleich kosmisch: Der Eine steht wie ein beherrschender Himmelsbaum am Kailāsa. Seine Brahmangestalt erfüllt alles, und wegen der Nichtdualität kann es weder etwas Höheres noch etwas Niedrigeres neben ihm geben.
Vijñānabhagavat bietet für divi mehrere Lesarten: die Erkenntnis ahaṃ brahmāsmi, das selbstleuchtende Bewusstsein oder die Sonne. Der unveränderliche Baum bezeichnet in jeder Deutung den Einen, der alle Erscheinungen wie Gold Schmuckstücke oder das Seil eine Schlange durchdringt.
<1: Es ist derselbe Baum, von dem Kāṭh. 6,1 die Rede ist.>
<2: = Mahānār. 10,20.>
<1: Compare “the eternal fig-tree rooted in heaven,” described at Kaṭha 6. 1.>
<2: This stanza = Mahānār. 10. 20.>
<1: Es ist derselbe Baum, von dem Kāṭh. 6,1 die Rede ist.>
<2: = Mahānār. 10,20.>
<1: Divi, the sky, is explained by Śaṅkara as dyotanātmani svamahimni.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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