sarvānana-śiro-grīvaḥ; sarva-bhūta-guhāśayaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
sarva-vyāpī sa bhagavāṃs; tasmāt sarva-gataḥ śivaḥ ||11|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya bezieht alle Gesichter, Köpfe und Nacken auf den einen Herrn und verlegt seinen Wohnort in Herz und Buddhi sämtlicher Wesen. Bhagavān erklärt es durch die sechs Vollkommenheiten Herrschaft, Stärke, Ruhm, Glück, Wissen und Loslösung.
Śaṅkarānanda versteht die Höhle als Buddhi aller beweglichen und unbeweglichen Wesen. Die Aussage, der Herr durchdringe alles, soll keine wirkliche Trennung von Behälter und Enthaltenem erzeugen; vielmehr ist er als der mit sechs Vollkommenheiten ausgestattete Bhagavān nichtdual und heilbringend.
Nārāyaṇa liest die Herzenshöhle als Lotus des inneren Bewusstseins. Alle Gesichter, Köpfe und Nacken gehören dem alldurchdringenden Herrn. Indem er Śiva unmittelbar auf Brahman bezieht, lehnt der Kommentar eine Trennung des heilbringenden Gottes vom höchsten Grund ab.
Vijñānabhagavat erklärt die Allgestalt damit, dass Īśvara alle Körper und Organe durch Māyā schafft und als Jīva in sie eintritt. Im Herzen jedes Wesens bleibt er innerstes Selbst. Die sechs bhaga-Qualitäten erläutern zugleich seine Benennung als Bhagavān.
<1: Dies ist eine bloße Paraphrase von Stellen wie Ṛgv. 10,81,3 (oben Vers 3) und 10,90,1 (unten Vers 14). Im folgenden sind bhagavān und śiva noch nicht Eigennamen, wohl aber der erste Keim derselben.>
<1: The first three lines are reminiscent of RV. 10. 81. 3 and 10. 90. 1. Cf. also 3. 3 above.>
<1: Dies ist eine bloße Paraphrase von Stellen wie Ṛgv. 10,81,3 (oben Vers 3) und 10,90,1 (unten Vers 14). Im folgenden sind bhagavān und śiva noch nicht Eigennamen, wohl aber der erste Keim derselben.>
<1: I feel doubtful whether the two names Bhagavat and Siva should here be preserved, or whether the former should be rendered by holy, the latter by happy. The commentator explains Bhagavat by aiśvaryasya samagrasya vīryasya yaśasaḥ śriyaḥ jñānavairāgyayoś caiva ṣaṇṇāṁ bhaga itīraṇā. Wilson, in his Essay on the Religious Sects of the Hindus, published in 1828, in the Asiatic Researches, XVI, p. 11, pointed out that this verse and another (Śvet. Up. II, 2) were cited by the Śaivas as Vedic authorities for their teaching. He remarked that these citations would scarcely have been made, if not authentic, and that they probably did occur in the Vedas. In the new edition of this Essay by Dr. Rost, 1862, the references should have been added.>
mahān prabhur vai puruṣaḥ; sattvasyaiṣa pravartakaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
su-nirmalām imāṃ prāptim; īśāno jyotir avyayaḥ ||12|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya bestimmt den Puruṣa als fähigen Urheber von Entstehung, Bestand und Auflösung. Er bewegt Sattva, hier das innere Erkenntnisorgan, auf die vollkommen reine Erlangung des höchsten Zustands hin und bleibt dabei unvergängliches Erkenntnislicht.
Śaṅkarānanda versteht Sattva als Innenorgan und zugleich als Wissens- und Handlungskraft Hiraṇyagarbhas. Der höchste Herr führt es zur von Avidyā freien Befreiung. Diese reine Erlangung ist die Offenbarung selbstleuchtender Freude, nicht ein äußerlich hinzukommender Besitz.
Nārāyaṇa deutet Sattva als inneres Organ oder als die lichte Grundqualität. Der Herr lenkt es und lässt es die vollkommen reine Ruhe erreichen. Jyotis und avyaya kennzeichnen ihn dabei als unvergängliches Licht.
Vijñānabhagavat lässt den großen Herrn den Menschen durch Verehrung und Yoga zur Reinheit des Innenorgans führen. Dieses wird der Selbsterkenntnis zugewandt. Befreiung ist dann die eigene Offenbarung des Herrn als grenzenlose Freude, nachdem Avidyā und ihre Wirkungen verbrannt sind.
<1: sattvam, von Śaṅkara im wesentlichen richtig als antaḥkaraṇam erklärt, ist wohl hier, wie Kāṭh. 6,7, Synonym von buddhi.>
<2: Kāṭh. 3,9.>
<1: Cf. Kaṭha 6. 7.>
<1: sattvam, von Śaṅkara im wesentlichen richtig als antaḥkaraṇam erklärt, ist wohl hier, wie Kāṭh. 6,7, Synonym von buddhi.>
<2: Kāṭh. 3,9.>
<1: Śaṅkara explains sattvasya by antaḥkaraṇasya.>
<2: I take prāpti, like other terms occurring in this Upanishad, in its technical sense. Prāpti is one of the vibhūtis or aiśvaryas, viz. the power of touching anything at will, as touching the moon with the tip of one’s finger. See Yoga-sūtras, ed. Rajendralal Mitra, p. 121.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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