SVU 3.10-3.12: Das gestaltlose Licht
SVU 3.10-3.12: Das gestaltlose Licht

SVU 3.10-3.12: Herzensgegenwart und reines Licht

Das leidfreie Gestaltlose durchdringt alle Wesen, wohnt in jeder Herzenshöhle und führt die innere Wesenskraft zur Verwirklichung als unvergängliches Licht.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner Nils Jacob Liersch Nils Jacob Liersch
Śvetāśvatara Upaniṣad 3.10
ततो यदुत्तरतरं यदरूपमनामयम् |
tato yad uttara-taraṃ; yad arūpam anāmayam | Analyse ▾ Analyse ▴
tatas
Adverb
darüber hinaus, danach
yat
Nominativ Singular Neutrum
Pronomen rel
was, welches
uttara
Wortbildung
Adjektiv
höher, weiter
taram
Nominativ Singular Neutrum Komperativ
Suffix
noch höher, jenseitiger
yat
Nominativ Singular Neutrum
Pronomen rel
was, welches
arūpam
Nominativ Singular Neutrum
Adjektiv
gestaltlos, ohne Form
anāmayam
Nominativ Singular Neutrum
Adjektiv
leidlos, frei von Gebrechen
य एतद्विदुरमृतास्ते भवन्ति अथेतरे दुःखमेवापि यन्ति ||10||
ya etad vidur, amṛtās te bhavanti; athetare, duḥkham evāpi yanti ||10|| Analyse ▾ Analyse ▴
ye
Nominativ Plural Maskulin
Pronomen rel
die, welche
etat
Akkusativ Singular Neutrum
Pronomen dem
dieses
viduḥ
3. Person Plural Aktiv Perfekt
Verbalwurzel
sie wissen, erkennen
amṛtāḥ
Nominativ Plural Maskulin
Adjektiv
unsterblich
te
Nominativ Plural Maskulin
Pronomen dem
sie, jene
bhavanti
3. Person Plural Aktiv Präsens
Verbalwurzel
sie werden
atha
Partikel
nun, dagegen
itare
Nominativ Plural Maskulin
Adjektiv
die anderen, übrigen
duḥkham
Akkusativ Singular
Substantiv Neutrum
das Leid, den Schmerz
eva
Partikel
allein, eben
api
Präfix
hinein, hinzu
yanti
3. Person Plural Aktiv Präsens
Verbalwurzel
sie gehen, gelangen
Metrum: Pāda 1: Anuṣṭubh; Pāda 2: Anuṣṭubh; Pāda 3: Triṣṭubh mit Śālinī-Ausklang — 12 Silben; Pāda 4: Triṣṭubh mit Śālinī-Ausklang
Darüber hinaus (tatas) [ist], was (yat | nom sg n) noch höher ist (uttara-taram | nom sg n comp), was (yat | nom sg n) gestaltlos (arūpam | nom sg n) [und] leidlos ist (anāmayam | nom sg n). Diejenigen (ye | nom pl m), die dieses (etat | acc sg n) erkennen (viduḥ | 3p pl act perf), unsterblich (amṛtāḥ | nom pl m) – sie (te | nom pl m) werden es (bhavanti | 3p pl act pres); nun (atha) die anderen (itare | nom pl m) in das Leid (duḥkham | acc sg) allein (eva) hinein (api) – sie gehen (yanti | 3p pl act pres).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Jenseits selbst des Höchsten liegt das Gestaltlose, das frei von jedem Leiden ist. Wer diese Wirklichkeit erkennt, wird unsterblich; die anderen aber gelangen nur ins Leid.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya stellt das formlose Brahman noch über den Weltgrund und seine Ursache. anāmaya bedeutet Freiheit von Māyā und Prakṛti. Wer es als das eigene Selbst erkennt, wird unsterblich; Unkenntnis führt weiterhin in Leid.

Śvetāśvatara-Upaniṣad Śaṅkara-Bhāṣya

Śaṅkarānanda setzt das Leidlose über Hiraṇyagarbha und alles Bedingte. Es ist ohne Form und Avidyā. Dass Wissende und Nichtwissende äußerlich ähnlich handeln, ändert nichts daran: Nur die Identifikation der Unwissenden macht Erfahrung zu Saṃsāra-Leid.

Śaṅkarānandas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Nārāyaṇa fasst das Höhere knapp als rein, gestaltlos, leidlos und unveränderlich. Die Steigerung richtet den Blick über das zuvor beschriebene kosmische Brahman hinaus auf eine Wirklichkeit, die keine begrenzende Eigenschaft mehr trägt.

Nārāyaṇas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Vijñānabhagavat beschreibt das noch Höhere als den Grund, der selbst beim Wegfall aller von ihm getragenen Wirkungen bestehen bleibt. Wer es als inneres Selbst erkennt, löst Avidyā und Zweiheit auf; wer sich auf andere Mittel stützt, erreicht immer neues Leid.

Vijñānabhagavats Śvetāśvataropaniṣadvivaraṇa
tato yad uttarataraṃ yad arūpam LV1958 ] tato yad uttarataraṃ tad arūpam ASS1927
Kritischer Apparat
Was höher hoch als diese Welt, Das ist gestaltlos, schmerzenlos, Unsterblich werden, welche das verstehen, Die andern gehen ein in lauter Leiden.<1>
<1: Die dritte Zeile oben 3,1; die beiden letzten Bṛh. 4,4,14.>
Paul Deussen - 1921
That which is beyond this world Is without form and without ill. They who know That, become immortal; But others go only to sorrow.<1>
<1: The last two lines = Bṛih. 4. 4. 14 c, d.>
Robert Hume - 1921
Those become immortal who know that which is beyond the Cause of the world, which is without form and without pain; but others undergo only misery.
Siddhesvar Varma Shastri - 1916
Was höher hoch als diese Welt, Das ist gestaltlos, schmerzenlos, Unsterblich werden, welche das verstehen, Die andern gehen ein in lauter Leiden.<1>
<1: Die dritte Zeile oben 3,1; die beiden letzten Bṛh. 4,4,14.>
Paul Deussen - 1897
That which is beyond this world is without form and without suffering. They who know it, become immortal, but others suffer pain indeed.<1>
<1: The pain of saṃsāra, or transmigration. See Bṛhad. Up. IV, 3, 20 (p. 178).>
F. Max Müller - 1884
Those who know him as different from the cause of that (world),<1> as destitute of form and pain,<2> become immortal; again to the others unhappiness is allotted.
<1: The cause of the world is undistinguishable, unmanifested nature by which every thing else is manifested, or, according to the author of this Upanishad, it is nature as identical with Māyā, or delusion.>
<2: The three fold pain, either from one’s body, or any other organised body, or from inanimate matter.>
Edward Röer - 1853
Śvetāśvatara Upaniṣad 3.11
सर्वाननशिरोग्रीवः सर्वभूतगुहाशयः |
sarvānana-śiro-grīvaḥ; sarva-bhūta-guhāśayaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
sarva
Bahuvrīhi-Kompositum
Pronomen quant
alle, nach allen Seiten
ānana
Dvandva-Kompositum
Substantiv Neutrum
Gesicht
śiras
Dvandva-Kompositum
Substantiv Neutrum
Kopf
grīvaḥ
Nominativ Singular Maskulin
Substantiv Feminin
mit allen Gesichtern, Köpfen und Nacken
sarva
Karmadhāraya-Kompositum
Pronomen quant
alle, sämtliche
bhūta
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Neutrum
der Wesen, Geschöpfe
guhā
Upapada-Kompositum
Substantiv Feminin
Höhle, Versteck
āśayaḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
der in den Höhlen aller Wesen wohnt
सर्वव्यापी स भगवांस्तस्मात्सर्वगतः शिवः ||11||
sarva-vyāpī sa bhagavāṃs; tasmāt sarva-gataḥ śivaḥ ||11|| Analyse ▾ Analyse ▴
sarva
Karmadhāraya-Kompositum
Pronomen quant
alles, all-
vyāpī
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
alldurchdringend
saḥ
Nominativ Singular Maskulin
Pronomen dem
er, dieser
bhagavān
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
der Erhabene, Segensreiche
tasmāt
Ablativ Singular Maskulin
Pronomen dem
deshalb, von ihm her
sarva
Karmadhāraya-Kompositum
Pronomen quant
alles, überall
gataḥ
Nominativ Singular Maskulin Partizip Perfekt Passiv
Verbalwurzel
überall hingelangt, allgegenwärtig
śivaḥ
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
der Gütige, Heilbringende
Metrum: Anuṣṭubh
Mit allen Gesichtern, Köpfen und Nacken (sarvānana-śiro-grīvaḥ | nom sg m), in den Höhlen aller Wesen wohnend (sarva-bhūta-guhāśayaḥ | nom sg), alldurchdringend (sarva-vyāpī | nom sg m), er (saḥ | nom sg m), der Erhabene (bhagavān | nom sg m), deshalb (tasmāt | abl sg m) allgegenwärtig (sarva-gataḥ | nom sg m ppp), [ist] der Heilbringende (śivaḥ | nom sg m).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Alle Gesichter, Köpfe und Nacken sind seine; er wohnt in der Herzenshöhle jedes Wesens. Der erhabene, heilbringende Herr durchdringt alles und ist überall gegenwärtig.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya bezieht alle Gesichter, Köpfe und Nacken auf den einen Herrn und verlegt seinen Wohnort in Herz und Buddhi sämtlicher Wesen. Bhagavān erklärt es durch die sechs Vollkommenheiten Herrschaft, Stärke, Ruhm, Glück, Wissen und Loslösung.

Śvetāśvatara-Upaniṣad Śaṅkara-Bhāṣya

Śaṅkarānanda versteht die Höhle als Buddhi aller beweglichen und unbeweglichen Wesen. Die Aussage, der Herr durchdringe alles, soll keine wirkliche Trennung von Behälter und Enthaltenem erzeugen; vielmehr ist er als der mit sechs Vollkommenheiten ausgestattete Bhagavān nichtdual und heilbringend.

Śaṅkarānandas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Nārāyaṇa liest die Herzenshöhle als Lotus des inneren Bewusstseins. Alle Gesichter, Köpfe und Nacken gehören dem alldurchdringenden Herrn. Indem er Śiva unmittelbar auf Brahman bezieht, lehnt der Kommentar eine Trennung des heilbringenden Gottes vom höchsten Grund ab.

Nārāyaṇas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Vijñānabhagavat erklärt die Allgestalt damit, dass Īśvara alle Körper und Organe durch Māyā schafft und als Jīva in sie eintritt. Im Herzen jedes Wesens bleibt er innerstes Selbst. Die sechs bhaga-Qualitäten erläutern zugleich seine Benennung als Bhagavān.

Vijñānabhagavats Śvetāśvataropaniṣadvivaraṇa
Mit Antlitz, Haupt und Hals allwärts Weilt er in aller Wesen Herz; Er, der Heil’ge, durchdringt alles, So wohnt er selig (śiva) überall.<1>
<1: Dies ist eine bloße Paraphrase von Stellen wie Ṛgv. 10,81,3 (oben Vers 3) und 10,90,1 (unten Vers 14). Im folgenden sind bhagavān und śiva noch nicht Eigennamen, wohl aber der erste Keim derselben.>
Paul Deussen - 1921
Who is the face, the head, the neck of all, Who dwells in the heart of all things, All-pervading is He, and bountiful (maghavan); Therefore omnipresent, and kindly (śiva).<1>
<1: The first three lines are reminiscent of RV. 10. 81. 3 and 10. 90. 1. Cf. also 3. 3 above.>
Robert Hume - 1921
(As He is the possessor) of all the faces, heads, and necks, (as he is) present in the hearts of all creatures, All-pervading, and Lord of all powers, therefore, that Siva—the benevolent Being, is omnipresent.
Siddhesvar Varma Shastri - 1916
Mit Antlitz, Haupt und Hals allwärts Weilt er in aller Wesen Herz; Er, der Heil’ge, durchdringt alles, So wohnt er selig (śiva) überall.<1>
<1: Dies ist eine bloße Paraphrase von Stellen wie Ṛgv. 10,81,3 (oben Vers 3) und 10,90,1 (unten Vers 14). Im folgenden sind bhagavān und śiva noch nicht Eigennamen, wohl aber der erste Keim derselben.>
Paul Deussen - 1897
That Bhagavat exists in the faces, the heads, the necks of all, he dwells in the cave (of the heart) of all beings, he is all-pervading, therefore he is the omnipresent Siva.<1>
<1: I feel doubtful whether the two names Bhagavat and Siva should here be preserved, or whether the former should be rendered by holy, the latter by happy. The commentator explains Bhagavat by aiśvaryasya samagrasya vīryasya yaśasaḥ śriyaḥ jñānavairāgyayoś caiva ṣaṇṇāṁ bhaga itīraṇā. Wilson, in his Essay on the Religious Sects of the Hindus, published in 1828, in the Asiatic Researches, XVI, p. 11, pointed out that this verse and another (Śvet. Up. II, 2) were cited by the Śaivas as Vedic authorities for their teaching. He remarked that these citations would scarcely have been made, if not authentic, and that they probably did occur in the Vedas. In the new edition of this Essay by Dr. Rost, 1862, the references should have been added.>
F. Max Müller - 1884
He is the face, the head, and neck of all; he dwells in the cavity (of the heart) of all beings, pervades all, (and) is all-glorious; therefore he is omnipresent, propitious.
Edward Röer - 1853
Śvetāśvatara Upaniṣad 3.12
महान्प्रभुर्वै पुरुषः सत्त्वस्यैष प्रवर्तकः |
mahān prabhur vai puruṣaḥ; sattvasyaiṣa pravartakaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
mahān
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
groß, mächtig
prabhuḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
der Herr, Mächtige
vai
Partikel
wahrlich, gewiss
puruṣaḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
der Puruṣa, Menschengeist
sattvasya
Genitiv Singular
Substantiv Neutrum
des Seins, der Wesenskraft
eṣaḥ
Nominativ Singular Maskulin
Pronomen dem
dieser
pravartakaḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
der Beweger, Antreiber
सुनिर्मलामिमां प्राप्तिमीशानो ज्योतिरव्ययः ||12||
su-nirmalām imāṃ prāptim; īśāno jyotir avyayaḥ ||12|| Analyse ▾ Analyse ▴
su
Karmadhāraya-Kompositum
Präfix
gut, völlig
nirmalām
Akkusativ Singular Feminin
Adjektiv
vollkommen reine, makellose
imām
Akkusativ Singular Feminin
Pronomen dem
diese
prāptim
Akkusativ Singular
Substantiv Feminin
Erlangung, Verwirklichung
īśānaḥ
Nominativ Singular Maskulin Partizip Präsens Medial
Verbalwurzel
der Herrschende, Gebieter
jyotiḥ
Nominativ Singular
Substantiv Neutrum
das Licht, Leuchten
avyayaḥ
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
unvergänglich, unwandelbar
Metrum: Anuṣṭubh
Der große Herr (mahān prabhuḥ | nom sg), wahrlich (vai), [ist] der Puruṣa (puruṣaḥ | nom sg). Der Wesenskraft (sattvasya | gen sg) ist dieser (eṣaḥ | nom sg m) der Beweger (pravartakaḥ | nom sg). Diese vollkommen reine Erlangung (su-nirmalām imāṃ prāptim | acc sg) [beherrscht] der Herrschende (īśānaḥ | nom sg m pcm), das Licht (jyotiḥ | nom sg), der Unvergängliche (avyayaḥ | nom sg m).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Der Puruṣa ist der große Herr. Er bewegt die innere Wesenskraft und führt sie zur vollkommen reinen Verwirklichung. Er ist der Herrschende, das unvergängliche Licht.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer

Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya bestimmt den Puruṣa als fähigen Urheber von Entstehung, Bestand und Auflösung. Er bewegt Sattva, hier das innere Erkenntnisorgan, auf die vollkommen reine Erlangung des höchsten Zustands hin und bleibt dabei unvergängliches Erkenntnislicht.

Śvetāśvatara-Upaniṣad Śaṅkara-Bhāṣya

Śaṅkarānanda versteht Sattva als Innenorgan und zugleich als Wissens- und Handlungskraft Hiraṇyagarbhas. Der höchste Herr führt es zur von Avidyā freien Befreiung. Diese reine Erlangung ist die Offenbarung selbstleuchtender Freude, nicht ein äußerlich hinzukommender Besitz.

Śaṅkarānandas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Nārāyaṇa deutet Sattva als inneres Organ oder als die lichte Grundqualität. Der Herr lenkt es und lässt es die vollkommen reine Ruhe erreichen. Jyotis und avyaya kennzeichnen ihn dabei als unvergängliches Licht.

Nārāyaṇas Śvetāśvataropaniṣaddīpikā

Vijñānabhagavat lässt den großen Herrn den Menschen durch Verehrung und Yoga zur Reinheit des Innenorgans führen. Dieses wird der Selbsterkenntnis zugewandt. Befreiung ist dann die eigene Offenbarung des Herrn als grenzenlose Freude, nachdem Avidyā und ihre Wirkungen verbrannt sind.

Vijñānabhagavats Śvetāśvataropaniṣadvivaraṇa
prāptim LV1958, ASS1927 ] śāntim LV1958-app
Kritischer Apparat
Groß, herrlich ist der Purusha, Er regt an die Erkenntniskraft;<1> Zu jenem reinen Ort ist er Herr des Zugangs,<2> Licht, wandellos.
<1: sattvam, von Śaṅkara im wesentlichen richtig als antaḥkaraṇam erklärt, ist wohl hier, wie Kāṭh. 6,7, Synonym von buddhi.>
<2: Kāṭh. 3,9.>
Paul Deussen - 1921
A mighty lord (prabhu) is the Person, The instigator of the highest being (sattva) Unto the purest attainment, The ruler, a light imperishable!<1>
<1: Cf. Kaṭha 6. 7.>
Robert Hume - 1921
Verily, the Perfect Being is the mighty Lord, Controller of the heart, the Lord of this very holy attainment of (peace or salvation), the Light, and Imperishable.
Siddhesvar Varma Shastri - 1916
Groß, herrlich ist der Purusha, Er regt an die Erkenntniskraft;<1> Zu jenem reinen Ort ist er Herr des Zugangs,<2> Licht, wandellos.
<1: sattvam, von Śaṅkara im wesentlichen richtig als antaḥkaraṇam erklärt, ist wohl hier, wie Kāṭh. 6,7, Synonym von buddhi.>
<2: Kāṭh. 3,9.>
Paul Deussen - 1897
That person (purusha) is the great lord; he is the mover of existence<1>, he possesses that purest power of reaching everything<2>, he is light, he is undecaying.
<1: Śaṅkara explains sattvasya by antaḥkaraṇasya.>
<2: I take prāpti, like other terms occurring in this Upanishad, in its technical sense. Prāpti is one of the vibhūtis or aiśvaryas, viz. the power of touching anything at will, as touching the moon with the tip of one’s finger. See Yoga-sūtras, ed. Rajendralal Mitra, p. 121.>
F. Max Müller - 1884
He is the great, the lord in truth, the perfect one, the mover of all that is, the ruler of the purest bliss, he is light and everlasting.
Edward Röer - 1853

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Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Nils Jacob Liersch

Meine Begeisterung für Yoga, indische Philosophie und Sanskrit führte mich zum Studium der Indologie und Religionswissenschaft an der Universität Heidelberg. Seit 2004 befinde ich mich auf meinem persönlichen Yogaweg... mehr ›

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U
Kapitel 3, Verse 10-12:
https://youtu.be/P_YA53ygfOM
Da ist die Rede davon, dass "das Höchste" formlos sei, frei von Täuschung, unwandelbar, alldurchdringend. Und doch wird auf geheimnisvolle Weise ein Ort in uns benannt, an dem ES seinen Sitz haben soll, und von wo aus ES als ein großer Herrscher regiert:
ES hat in allen Wesen (sarva-bhūta) seinen Sitz (aśayaḥ) in einer Höhle (guha).
Was für eine Höhle?
Es gibt Yogis, die sagen, unser Zwischenhirn sei diese "Höhle Brahmans", wo sich Brahma als individuelles Seelenfeuer manifestiert - als ein Aspekt der Dreifaltigkeit Brahmas.
Und in der Tat ist das Zwischenhirn ein besonderer Ort in uns, von dem aus die meisten vitalen Funktionen reguliert werden, und wo sich mit dem Thalamus auch ein Tor zu unserem Bewusstsein befindet. Was, wenn ich in der Meditation dort ganz ruhig nach innen lausche, schaue, spüre?
Namasté
Ulf
Total tolle Gedanken wieder. Danke fürs teilen, Ulf.
Für mich sticht hier heraus, das Liebe das durchdringende, verbindende Prinzip ist.
LOVE IS ALWAYS THE ANSWER. :-)
Wau. Wieder super inspirierend. Vielen Dank fürs Teilen!