aṇor aṇīyān, mahato mahīyān; ātmā guhāyāṃ, nihito 'sya jantoḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
tam akratuṃ, paśyati vīta-śoko; dhātu-prasādān, mahimānam īśam ||20|| Analyse ▾ Analyse ▴
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tam
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ihn, diesen | |
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akratum
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willenlos, frei von Begehren | |
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paśyati
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er sieht, erkennt | |
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vīta
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vergangen, frei geworden | |
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śokaḥ
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frei von Kummer, leidlos | |
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dhātu
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der Grundbestandteile, des Geistes | |
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prasādāt
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durch Klarheit, Beruhigung | |
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mahimānam
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die Größe, Herrlichkeit | |
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īśam
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den Herrn, Gebieter |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya gibt für dhātuprasāda zwei Deutungen: die Gnade des Schöpfers, durch die wahre Erkenntnis entsteht, oder die Klarheit der körpertragenden Sinne, nachdem Einsicht in die Fehler der Gegenstände ihre Außenbindung gelöst hat.
Śaṅkarānanda versteht den entscheidenden prasāda entweder als barmherzigen Blick des Weltschöpfers oder als Reinheit des Innenorgans. Der von Avidyā freie Mensch erkennt dadurch das wunschlose Selbst in seiner Größe und als den unabhängigen Herrn.
Nārāyaṇa bezieht Gnade wahlweise auf das Selbst, den Schöpfer oder den Guru. Bei der zusammengeschriebenen Lesart dhātuprasāda meint sie die Gelöstheit und Sattva-Reinheit der Sinne. Beide Wege erklären, wie der Kummerfreie das verborgene Selbst erkennt.
Vijñānabhagavat liest dhātuprasāda als Sammlung der Sinne: Sie werden den schwer beherrschbaren Gegenständen entzogen, der Geist wendet sich nach innen. So erkennt der Suchende das wunschlose innere Selbst als den nichtdualen Herrn und wird vom Saṃsāra-Kummer frei.
<1: Vgl. über diesen Vers die Anmerkungen zu Mahānār. 10,1. Kāṭh. 2,20 (oben S. 247. 274).>
<1: This stanza = TA. 10. 10. 1 (= Mahānār. 10. 1, or in the Atharva Recension 8. 3), and also, with slight variation, Kaṭha 2. 20.>
<1: Vgl. über diesen Vers die Anmerkungen zu Mahānār. 10,1. Kāṭh. 2,20 (oben S. 247. 274).>
<1: Cf. Taitt. Ār. X, 12 (10), p. 800; Kaṭh. Up. II, 20; above, p. 11. The translation had to be slightly altered, because the Śvetāśvataras, as Taittirīyas, read akratum for akratuḥ, and īśam for ātmanaḥ.>
<1: Of all animate beings.>
<2: This is a view of the Sānkhya. The whole verse is taken from the Kāṭhaka U. (2,20), where, however kratu is read instead of kraturo, and ātmanaḥ instead of īśam.>
vedāham etam, ajaraṃ purāṇaṃ; sarvātmānaṃ, sarva-gataṃ vibhutvāt | Analyse ▾ Analyse ▴
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veda
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ich weiß, kenne | |
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aham
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ich | |
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etam
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diesen | |
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ajaram
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den alterslosen, unvergänglichen | |
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purāṇam
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den uralten | |
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sarva
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alles, all- | |
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ātmānam
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dessen Selbst alles ist, das All-Selbst | |
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sarva
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alles, überall | |
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gatam
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überall hingelangt, allgegenwärtig | |
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vibhutvāt
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aufgrund der Allgegenwart, Ausbreitung |
janma-nirodhaṃ, pravadanti yasya; brahma-vādino, hi pravadanti nityam ||21|| Analyse ▾ Analyse ▴
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janma
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der Geburt, Wiedergeburt | |
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nirodham
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die Hemmung, Beendigung | |
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pravadanti
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sie erklären, verkünden | |
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yasya
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dessen, von welchem | |
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brahma
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Brahman- | |
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vādinaḥ
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die Brahman-Kenner, Sprecher | |
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hi
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denn, wahrlich | |
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pravadanti
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sie erklären, verkünden | |
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nityam
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stets, immer |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya versteht den Vers als bestätigende Erfahrung des Mantrasehers. Er erkennt das unveränderliche, uralte und alldurchdringende Selbst. Brahmavādins lehren seine Geburtlosigkeit und damit seine zeitlose Beständigkeit.
Śaṅkarānanda ergänzt beim ersten Satzglied gedanklich die Unwissenden: Sie schreiben dem Selbst Geburt und Vernichtung zu. Die Brahmavādins dagegen haben die Wirklichkeit erkannt und lehren es eindeutig als geburts- und todlos sowie ewig.
Nārāyaṇa hält entweder die Lesung „sie verkünden keine Geburt“ für sinnvoll oder versteht die vorhandene Form stufenweise: Verblendete reden in Unwissenheit von Geburt und Tod, Vedakundige erkennen dagegen die in vielen Vedasätzen bezeugte Ewigkeit.
Vijñānabhagavat bietet zwei Deutungen von janmanirodha. Entweder sind Weltschöpfung und Weltauflösung Handlungen des Herrn, oder gemeint ist die Beendigung weiterer individueller Geburt. In beiden Fällen bestätigt der Seher denselben alterslosen, allgegenwärtigen Paramātman.
<1: Cf. Taitt. Ār. III, 13, 1; III, 12, 7.>
<2: A. reads vedārūḍham, not B.>
<3: A. and B. read brahmavādino hi pravadanti.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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