eko hi rudro, na dvitīyāya tasthe; ya imāṃl lokān, īśata īśanībhiḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
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ekaḥ
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der eine, einzige | |
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hi
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denn, wahrlich | |
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rudraḥ
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Rudra, der Furchtbare | |
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na
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nicht | |
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dvitīyāya
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für einen Zweiten, einem Zweiten | |
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tasthe
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er hat sich gestellt, bestand | |
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yaḥ
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der, welcher | |
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imān
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diese | |
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lokān
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die Welten, Bereiche | |
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īśata
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er beherrscht, regiert | |
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īśanībhiḥ
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durch Herrscherkräfte, Machtmittel |
pratyaṅ janās, tiṣṭhati saṃcukocānta-kāle; saṃsṛjya viśvā, bhuvanāni gopāḥ ||2|| Analyse ▾ Analyse ▴
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pratyaṅ
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nach innen gewandt, im Innern | |
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janāḥ
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o Menschen | |
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tiṣṭhati
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er steht, weilt | |
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saṃcukoca
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er zog zusammen, ließ eingehen | |
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anta
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des Endes, End- | |
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kāle
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zur Zeit, am Ende der Zeit | |
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saṃsṛjya
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nachdem er erschaffen, hervorgebracht hat | |
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viśvā
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alle, sämtliche | |
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bhuvanāni
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die Welten, Wesen | |
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gopāḥ
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der Hüter, Beschützer |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya betont Rudras Nichtdualität. Er erschafft nicht wie ein Töpfer aus einem fremden Stoff, sondern projiziert kraft eigener Macht, tritt in jedes Wesen als innerstes Selbst ein und zieht die Welten am Ende wieder zusammen.
Śaṅkarānanda leitet Rudra als den her, der Leiden und Avidyā auflöst. Weil kein Zweiter neben ihm besteht, bringt er die vierzehn Welten hervor, schützt sie und nimmt sie bei der Auflösung wieder in sich zurück.
Nārāyaṇa liest Rudras Schöpfung und Rücknahme als Ausdehnung und Zusammenziehung einer ihm selbst überlagerten Welt. Der Herr bleibt in jedem Menschen nach innen gewandt und wirkt wie ein Hirt als Schöpfer, Erhalter und Auflöser aller Wesen.
Vijñānabhagavat erklärt Rudra sowohl als kosmischen Auflöser als auch als den, der Saṃsāra-Leid beseitigt. Ursache und Wirkung können seine Nichtdualität nicht wirklich verdoppeln; Schöpfung, Erhaltung und Auflösung beruhen vollständig auf seiner Sein, Bewusstsein und Freude verleihenden Gegenwart.
tasthe LV1958 ] tasthur ASS1927; tasthuḥ LV1958-app
<1: Die Brahmanwisser halten zu ihm allein.>
<1: Die Brahmanwisser halten zu ihm allein.>
<1: Here again the MSS. A. B. read ganās, as a vocative.>
<2: I prefer samkukoka to samkukopa, which gives us the meaning that Rudra, after having created all things, draws together, i.e. takes them all back into himself, at the end of time. I have translated samsrigya by having created, because Boehtlingk and Roth give other instances of samsrig with that sense. Otherwise, “having mixed them together again,” would seem more appropriate. A. and B. read samkukoka.>
<1: Rudra represents here the supreme spirit.>
viśvataś-cakṣur, uta viśvato-mukho; viśvato-bāhur, uta viśvatas-pāt | Analyse ▾ Analyse ▴
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viśvatas
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nach allen Seiten, überall | |
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cakṣus
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mit Augen nach allen Seiten | |
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uta
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und, auch | |
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viśvatas
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nach allen Seiten, überall | |
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mukhaḥ
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mit Gesichtern nach allen Seiten | |
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viśvatas
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nach allen Seiten, überall | |
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bāhuḥ
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mit Armen nach allen Seiten | |
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uta
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und, auch | |
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viśvatas
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nach allen Seiten, überall | |
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pāt
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mit Füßen nach allen Seiten |
saṃ bāhubhyāṃ, dhamati saṃ patatrair; dyāvā-bhūmī, janayan deva ekaḥ ||3|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya versteht die Allgliedrigkeit durch die Organe sämtlicher Wesen: Ihre Augen und Glieder sind seine. Der eine Gott verbindet die Lebewesen mit ihren Fähigkeiten und bringt als Virāj Himmel und Erde hervor.
Śaṅkarānanda begründet die kosmischen Organe mit der Identität des Herrn und aller Wesen. Die beiden Arme können Verdienst und Schuld bezeichnen; Himmel und Erde stehen für die kosmische Gesamtheit. Zugleich weist er eine atomistische Erklärung der Schöpfung zurück.
Nārāyaṇa deutet die zwei Arme als Wissens- und Handlungskraft, die Flügel als Vāsanās. Durch gutes, gemischtes und schlechtes Karma entstehen Himmel, irdische Bereiche und Höllen; als Steuermann bewegt der Eine dennoch die ganze Ordnung aus eigener Freiheit.
Vijñānabhagavat sieht alle Körper und Organe als vom Herrn geschaffene und bewohnte Werkzeuge. Arme und Flügel vertreten die verschiedenen Glieder und Fähigkeiten der Wesen. Himmel, Erde und alles in ihnen werden so als seine eine Schöpfung verstanden.
<1: = Ṛgv. 10,81,3; die Erklärung siehe Gesch. d. Phil. I, 136.>
<1: Compare RV. 10. 72. 2, where Brahmaṇaspati “forged together” (sam-adhamat) all things here.>
<2: With variants this stanza = RV. 10. 81. 3; VS. 17. 19; AV. 13. 2. 26; TS. 4. 6. 2. 4; TA. 10. 1. 3; MS. 2. 10. 2.>
<1: = Ṛgv. 10,81,3; die Erklärung siehe Gesch. d. Phil. I, 136.>
<1: This is a very popular verse, and occurs Rig-veda X, 81, 3; Vāg. Saṃh. XVII, 19; Ath.-veda XIII, 2, 26; Taitt. Saṃh. IV, 6, 2, 4; Taitt. Ār. X, 1, 3.>
<2: Saṅkara takes dhamati in the sense of samyogayati, i.e. he joins men with arms, birds with wings.>
<1: The supreme soul or Virāt is the creator of the world. This verse is taken from the Yāj. S. 1349.>
yo devānāṃ, prabhavaś codbhavaś ca; viśvādhipo, rudro maharṣiḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
hiraṇya-garbhaṃ, janayāmāsa pūrvaṃ; sa no buddhyā, śubhayā saṃyunaktu ||4|| Analyse ▾ Analyse ▴
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hiraṇya
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golden, Gold- | |
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garbham
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den goldenen Keim, Hiraṇyagarbha | |
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janayāmāsa
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er brachte hervor, zeugte | |
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pūrvam
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zuvor, in alter Zeit | |
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saḥ
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er, dieser | |
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naḥ
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uns | |
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buddhyā
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mit Einsicht, Erkenntnis | |
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śubhayā
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mit guter, heilsamer | |
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saṃyunaktu
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er möge verbinden, ausstatten |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya nennt Rudra Ursprung und Erhalter auch der Götter. Hiraṇyagarbha ist sein zuerst hervorgebrachter, von strahlender Erkenntnis erfüllter innerer Kern. Die erbetene gute Einsicht soll den Menschen zum höchsten Ziel führen.
Śaṅkarānanda bestimmt Hiraṇyagarbha als erste, äußerst subtile Wirkung: das von Bewusstsein getragene Ganze aus Wissens- und Handlungskraft. Die heilsame Buddhi, um die der Vers bittet, ist ausdrücklich auf Brahman und Befreiung gerichtet.
Nārāyaṇa beschreibt Hiraṇyagarbha als erstes göttliches Hervorgebrachtes, dessen Leib das Brahmāṇḍa bildet. Rudra steht als allwissender Seher über ihm. Wie ein Vater sein Kind soll er die Betenden mit guter Einsicht verbinden.
Vijñānabhagavat unterscheidet die Einzelgottheiten als Organherren und Hiraṇyagarbha als kosmisches Innenorgan. Beide gehen aus dem höchsten Herrn hervor und kehren in ihn zurück. Die erbetene Buddhi soll die Identität mit dem grenzenlosen Brahman erfassen.
<1: Derselbe Vers etwas anders 4,12 und wieder anders Mahānār. 10,19.>
<1: With variants this stanza = 4. 12 and Mahānār. 10. 19.>
<1: Derselbe Vers etwas anders 4,12 und wieder anders Mahānār. 10,19.>
<1: See IV, 12.>
<1: Returns 4, 12.>
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Illustrationen: KI-generiert.
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