Der ruhige Strom (praśānta-vāhitā) des Citta hängt nach dem Vyāsa-Bhāṣya von der durch Übung erworbenen Stärke der Stillstandsprägungen ab. Werden diese schwach, überwältigen die zum Heraustreten gehörenden Prägungen erneut die Stillstandsprägungen.
sarvārthataikāgratayoḥ kṣayodayau cittasya samādhi-pariṇāmaḥ ||11|| Analyse ▾ Analyse ▴
Zerstreuung auf viele Gegenstände (sarvārthatā) und Einpünktigkeit (ekāgratā) sind nach dem Vyāsa-Bhāṣya beide Eigenschaften des Citta. Sein samādhi-pariṇāma besteht darin, dass die erste sich verbirgt und die zweite hervortritt, während das Citta als Träger beider fortbesteht.
tataḥ punaḥ śāntoditau tulya-pratyayau cittasyaikāgratā-pariṇāmaḥ ||12|| Analyse ▾ Analyse ▴
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tatas
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dann | |
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punar
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wieder, wiederum, schließlich | |
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śānta
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beruhigt, vergangen, erloschen | |
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uditau
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aufgegangen, hervorgetreten | |
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tulya
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gleich, gleichartig | |
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pratyayau
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Vorstellungen, Eindrücke | |
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cittasya
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Wahrnehmungsraum | |
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ekāgratā
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Einpünktigkeit, Auf-eins-Gerichtetsein | |
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pariṇāmaḥ
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Umwandlung |
Beim ekāgratā-pariṇāma ist die vorausgehende Vorstellung des gesammelten Citta beruhigt und die nachfolgende hervorgetreten; beide sind gleichartig. Das Samādhi-Citta folgt beiden, ohne aus der Sammlung abzugleiten.
tataḥ führt die Einspitzigkeits-Transformation zeitlich oder folgernd aus dem Vorherigen her („darauf/daraus“). tatra verortet sie dagegen „dort/in diesem Zustand“. Beide Formen sind grammatisch glatt, setzen aber einen leicht anderen argumentativen Akzent. Die Metrumangabe Sūtra entscheidet die Lesart nicht.
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Illustrationen: KI-generiert.
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