jāti-lakṣaṇa-deśair anyatānavacchedāt tulyayos tataḥ pratipattiḥ ||53|| Analyse ▾ Analyse ▴
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jāti
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Gattung, Art, Geburt | |
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lakṣaṇa
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Merkmal, Kennzeichen | |
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deśaiḥ
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Ort, Stelle | |
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anyatā
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Verschiedenheit, Andersheit | |
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anavacchedāt
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Nicht-Abgrenzung, Nicht-Bestimmung | |
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tulyayoḥ
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von zwei Gleichen | |
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tatas
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daraus, dadurch | |
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pratipattiḥ
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Wahrnehmung, Erfassung |
Das Vyāsa-Bhāṣya erklärt hier die Stärke des aus Unterscheidung geborenen Wissens (vivekaja-jñāna).
Gewöhnlich unterscheiden wir Dinge durch:
- Jāti: Gattung oder Art,
- lakṣaṇa: Merkmal oder Kennzeichen,
- deśa: Ort oder Lage.
Wenn zwei Dinge in diesen drei Hinsichten gleich erscheinen, bleibt gewöhnliche Wahrnehmung unsicher. Das unterscheidende Wissen erkennt dennoch Verschiedenheit, weil es den Moment (kṣaṇa) und die Abfolge (krama) jedes Dinges erfasst. So wird selbst dort Unterschied sichtbar, wo äußere Merkmale keine Unterscheidung mehr erlauben.
tārakaṃ sarva-viṣayaṃ sarvathā-viṣayam akramaṃ ceti vivekajaṃ jñānam ||54|| Analyse ▾ Analyse ▴
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tārakam
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rettend, hinüberführend | |
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sarva
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alles | |
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viṣayam
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Gegenstandsbereich, Gebiet | |
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sarvathā
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auf jede Weise | |
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viṣayam
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Gegenstandsbereich, Gebiet | |
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akramam
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ohne Abfolge, nicht sukzessiv | |
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ca
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und | |
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iti
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so, nämlich | |
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vivekajam
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aus Unterscheidung geboren | |
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jñānam
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Wissen, Verständnis |
Das Vyāsa-Bhāṣya erklärt tāraka hier als ein Wissen, das aus eigener Eingebung (svapratibhottha) entstanden und nicht durch Unterweisung (anaupadeśika) vermittelt ist. Es hat alle Gegenstände zum Bereich, erkennt sie auf jede Weise und ist nicht mehr schrittweise wie gewöhnliches Denken. Deshalb ist es die reife Form des aus Viveka geborenen Wissens.
Wenn das von Rajas und Tamas gereinigte Buddhi-Sattva nur noch die Aufgabe hat, den Unterschied zu Puruṣa erkennen zu lassen, und die Kleśa-Samen verbrannt sind, gleicht seine Reinheit gleichsam der Reinheit des Puruṣa. Das Vyāsa-Bhāṣya erklärt diesen Ausgang ausdrücklich unabhängig davon, ob der Yogin besondere Herrschaft oder das vollständige Unterscheidungswissen erlangt hat: Nach dem Verbrennen der Kleśa-Samen besteht kein weiterer Bedarf an Erkenntnis. Kleśas und karmische Reifung enden, die Guṇas stellen sich diesem Puruṣa nicht mehr als Sichtbares dar, und Puruṣa bleibt als makelloses Licht seiner eigenen Form allein; dies ist kaivalya.
iti markiert in PE1904 den Abschluss der Aussage. PM2026 und TKVD2019 lassen die Partikel aus. Nach dem kritischen Apparat von PM2026 wird sie von den dort herangezogenen Handschriften nicht gestützt; TKVD2019 bezeugt dieselbe Auslassung zusätzlich in der gedruckten Desikachar-Lehrlinie, ist selbst aber kein Handschriftenzeuge. Der Lehrinhalt bleibt gleich, aber die Satz- und Textgrenze wird weniger ausdrücklich markiert. Die Arbeitsübersetzung behält die Basislesart bei.
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Illustrationen: KI-generiert.
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