Zwei Bienen und unterschiedlich weite Klangbögen umgeben eine ruhig sitzende Figur.
Zwei Bienen und unterschiedlich weite Klangbögen umgeben eine ruhig sitzende Figur.

Haṭhatattvakaumudī 10.17*2–18: Bhrāmarī: Zwei Bienenklänge beim Ein- und Ausatmen

Bhrāmarī verbindet kräftiges Einatmen mit dem Klang einer männlichen Biene und langsames Ausatmen mit dem einer weiblichen. Der Text beschreibt eine Betäubung durch Glückseligkeit.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner
Haṭhatattvakaumudī 10.17*2
अथ भ्रामरी कुम्भकः |
atha bhrāmarī kumbhakaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
atha
Partikel
nun
bhrāmarī
Nominativ Singular
bhrāmarī
Substantiv Feminin
Bhrāmarī, Biene
kumbhakaḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
Atemanhalten
Metrum: keines
Nun (atha) [folgt] die Atemtechnik (kumbhakaḥ | nom sg) Bhrāmarī (bhrāmarī | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Die Biene gibt der nächsten Atemform ihren Namen. Ihr Summen lädt dazu ein, dem Klang und seinem Nachschwingen Aufmerksamkeit zu schenken.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
Haṭhatattvakaumudī 10.18
वेगाकृष्टं पूरकं भृङ्गनादं भृङ्गीनादं रेचकं मन्दमन्दम् |
vegākṛṣṭaṃ, pūrakaṃ bhṛṅga-nādaṃ; bhṛṅgī-nādaṃ, recakaṃ manda-mandam | Analyse ▾ Analyse ▴
vega
Tatpuruṣa-Kompositum Instrumentalis
Substantiv Maskulin
mit Schwung
ākṛṣṭam
Akkusativ Singular Maskulin Partizip Perfekt Passiv
Präfix
Verbalwurzel
eingezogen
pūrakam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Einatmen
bhṛṅga
Bahuvrīhi-Kompositum
Substantiv Maskulin
Biene, männliche Biene
nādam
Akkusativ Singular Maskulin
Substantiv Maskulin
Klang habend
bhṛṅgī
Bahuvrīhi-Kompositum
Substantiv Feminin
weibliche Biene
nādam
Akkusativ Singular Maskulin
Substantiv Maskulin
Klang habend
recakam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Ausatmen
manda
Karmadhāraya-Kompositum
Adjektiv
langsam
mandam
mandam
Adverb
ganz langsam
योगीन्द्राणाम् एवम् अभ्यासयोगाच्चित्ते जाता काचिदानन्दमूर्च्छा ||18||
yogīndrāṇām, evam abhyāsa-yogāc; citte jātā, kācid ānanda-mūrcchā ||18|| Analyse ▾ Analyse ▴
yogi
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
der Yogins
indrāṇām
Genitiv Plural
Substantiv Maskulin
der Herren
evam
Adverb
so
abhyāsa
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
der Übung
yogāt
Ablativ Singular
Substantiv Maskulin
durch Anwendung
citte
Lokativ Singular
Substantiv Neutrum
im Geist
jātā
Nominativ Singular Feminin Partizip Perfekt Passiv
Verbalwurzel
entstanden
kācit
Nominativ Singular Feminin
kiñcid
Pronomen
eine gewisse
ānanda
Tatpuruṣa-Kompositum Instrumentalis
Substantiv Maskulin
durch Glückseligkeit
mūrcchā
Nominativ Singular
Substantiv Feminin
Betäubung
Metrum: Śālinī
[Man vollziehe] die mit Schwung eingezogene (vegākṛṣṭam | acc sg m ppp) Einatmung (pūrakam | acc sg) mit dem Klang einer männlichen Biene (bhṛṅga-nādam | acc sg m) [und] die Ausatmung (recakam | acc sg) ganz langsam (manda-mandam), mit dem Klang einer weiblichen Biene (bhṛṅgī-nādam | acc sg m). Durch Anwendung der Übung (abhyāsa-yogāt | abl sg) auf diese Weise (evam) [ist] im Geist (citte | loc sg) der führenden Yogins (yogīndrāṇām | gen pl) eine gewisse (kācit | nom sg f) Betäubung durch Glückseligkeit (ānanda-mūrcchā | nom sg) entstanden (jātā | nom sg f ppp).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Ein sanftes Summen beim Ausatmen kann zum Gegenstand Deiner Aufmerksamkeit werden. Höre auch dem Ausklingen zu, bevor Du Dich wieder dem natürlichen Atem zuwendest.
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Illustrationen: KI-generiert.

Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

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