dhyāna-nirmathanābhyāsād; devaṃ paśyen nigūḍhavat ||14|| Analyse ▾ Analyse ▴
|
dhyāna
|
Meditation | |
|
nirmathana
|
Reiben, Quirlen | |
|
abhyāsāt
|
aufgrund der Übung, Wiederholung | |
|
devam
|
Gott | |
|
paśyet
|
man möge sehen, erkennen | |
|
nigūḍhavat
|
wie etwas Verborgenes, wie verborgenes Feuer |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya setzt den eigenen Leib als unteres Reibholz, Praṇava als oberes und wiederholte Meditation als Reibevorgang an. Dessen Ergebnis ist die Schau des leuchtenden Selbst, das nicht neu entsteht, sondern zuvor wie Feuer im Brennstoff verborgen war.
Śaṅkarānanda bestimmt Körper beziehungsweise Herz und Om als die beiden Reibhölzer. Meditation muss wie ununterbrochenes Reiben fortgesetzt werden, bis die unmittelbare Schau eintritt. Ein bloß gelegentliches Nachdenken erfüllt die Bildlogik des Mantras nicht.
Nārāyaṇa versteht den Körper als unteres Reibholz und Praṇava als das obere, das durch die sechs Cakras emporgeführt wird. Wiederholte Meditation entzündet auf diesem inneren Weg die Schau des leuchtenden Selbst.
Vijñānabhagavat nennt Leib und psychophysischen Verband das untere Reibholz, Praṇava das obere und anhaltendes Nididhyāsana das Reiben. Dieses verbrennt Avidyā und macht das selbstleuchtende Bewusstsein nicht erst wirklich, sondern unmittelbar sichtbar.
<1: Cf. Dhyānavindūpan. verse 20; Brahmopanishad, p. 256.>
tileṣu tailaṃ, dadhanīva sarpir; āpaḥ srotaḥsu*, araṇīṣu cāgniḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
evam ātmā, ātmani gṛhyate 'sau; satyenainaṃ, tapasā yo 'nupaśyati ||15|| Analyse ▾ Analyse ▴
|
evam
|
so, auf diese Weise | |
|
ātmā
|
das Selbst | |
|
ātmani
|
im Selbst, in sich | |
|
gṛhyate
|
wird ergriffen, erkannt | |
|
asau
|
jenes, dieses dort | |
|
satyena
|
durch Wahrheit, Wahrhaftigkeit | |
|
enam
|
ihn, diesen | |
|
tapasā
|
durch Askese, innere Glut | |
|
yaḥ
|
wer, der | |
|
anupaśyati
|
er erschaut, erkennt |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya ordnet den vier Bildern je einen Zugangsweg zu: Pressen, Buttern, Graben und Reiben. Entsprechend erfasst man das Selbst im eigenen Inneren durch Reflexion, wahrhaftiges und heilsames Reden sowie durch die einpünktige Sammlung von Sinnen und Geist.
Śaṅkarānanda liest die vier Beispiele als verschiedene Erschließungsverfahren. Wie jeder verborgene Stoff sein passendes Mittel verlangt, wird das selbstleuchtende Selbst im Herz-Geist durch Praṇava, Wahrhaftigkeit und Tapas unmittelbar erkannt.
Nārāyaṇa betont das Auffinden im Geist: Wie Wasser durch Graben zugänglich wird, erscheint das Selbst in innerer Sammlung. Wahrhaftigkeit und Tapas sind die Mittel, wiederholte Kontemplation ist der eigentliche Vollzug dieser Entdeckung.
Vijñānabhagavat differenziert Öl, Butter, Wasser und Feuer nach Pressen, Buttern, Graben und Reiben. Entsprechend wird das innerlich gegenwärtige Selbst durch Hören und Vertiefung, Wahrhaftigkeit sowie die Sammlung äußerer und innerer Sinne als das eigene Selbst erkannt.
<2: Srotas, a stream, seems to mean here the dry bed of a stream, which, if dug into, will yield water.>
<3: The construction is correct, if we remember that he who is seized is the same as he who looks for the hidden Self. But the metre would be much improved if we accepted the reading of the Brahmopanishad, evam ātmā ātmani grihyate ’sau, which is confirmed by B. The last line would be improved by reading, satyenainam ye ’nupasyanti dhīrāḥ.>
ātma-vidyā-tapo-mūlaṃ; tad brahmopaniṣat-paraṃ; tad brahmopaniṣat-param; iti ||16|| Analyse ▾ Analyse ▴
|
ātma
|
des Selbstes, Selbst- | |
|
vidyā
|
Wissen, Erkenntnis | |
|
tapas
|
Askese, innere Glut | |
|
mūlam
|
dessen Wurzel, dessen Grundlage | |
|
tat
|
dies, das | |
|
brahma
|
Brahman- | |
|
upaniṣad
|
der Upaniṣad, Geheimlehre | |
|
param
|
das höchste, letzte Ziel | |
|
tat
|
dies, das | |
|
brahma
|
Brahman- | |
|
upaniṣad
|
der Upaniṣad, Geheimlehre | |
|
param
|
das höchste, letzte Ziel | |
|
iti
|
so, damit |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya lässt das Selbst Prakṛti bis zur sichtbaren Welt durchdringen und in allem als Wesenskern gegenwärtig sein, wie Butter in Milch. Selbstwissen und Tapas dienen seiner Offenbarung; Wahrhaftigkeit und Sammlung machen den Menschen für die Erkenntnis dieses höchsten Upaniṣad-Brahman bereit.
Śaṅkarānanda beschreibt das Zeugenselbst als weiter als den Raum und immer gegenwärtig, ohne Methode aber so verborgen wie Butter in Milch. Selbstwissen und Tapas erschließen den Weltgrund. Die Wiederholung schließt bewusst sowohl Lehrgang als auch Kapitel.
Nārāyaṇa verbindet das allgegenwärtige Selbst mit dem Körper, ohne es auf ihn zu begrenzen. Brahman ist das höchste Upaniṣad-Geheimnis; Selbstwissen und Tapas bilden Wurzel und Erkenntnismittel. Die Wiederholung markiert den Abschluss des Kapitels.
Vijñānabhagavat sieht das allgegenwärtige Selbst in allem als das Wesentliche, wie Butter in Milch. Wissen und Tapas erzeugen es nicht, sondern legen es frei. Das nichtduale Brahman ist das höchste Upaniṣad-Geheimnis; die Wiederholung beendet Kapitel und Lehrbewegung.
tad brahmopaniṣatparam iti LV1958 ] om. TO1995
<1: Or ‘This is the highest mystic teaching concerning Brahma (brahmopaniṣad)!’>
<1: Weber (I. S. vol. I. p. 424), instead of “Upanishad-param” reads “Upanishad-padam”; in this case the rendering of the passage is: “That Bramha who is the last end of the Upanishads.” Śankara explains “Upanishad-param,” literally by “upanishadāṁ asmin paraṁ śreya iti.”>
Mit AYI Free weitermachen
Illustrationen: KI-generiert.
Bitte melde Dich an, um eine Nachricht zu schreiben. Hier gehts zum Login
Noch keine Nachrichten.