Ahiṃsā und die übrigen Yama dürfen weder durch Art oder Beruf, Ort, Zeit noch besondere Umstände eingeschränkt werden. Wenn sie auf allen Ebenen, gegenüber allen Gegenständen und ohne Ausnahme eingehalten werden, heißen sie das universale große Gelübde (mahā-vrata).
Äußeres Śauca umfasst Reinigung mit Erde und Wasser sowie reine Nahrung, inneres Śauca das Auswaschen der Verunreinigungen des Citta. Saṃtoṣa ist der Verzicht darauf, mehr als die verfügbaren Mittel zu begehren. Tapas bedeutet das Ertragen von Gegensätzen wie Hunger und Durst, Kälte und Hitze, Stehen und Sitzen sowie verschiedene Formen des Schweigens und asketische Gelübde. Svādhyāya ist das Studium von Befreiungslehren oder die Rezitation des Praṇava. Īśvara-praṇidhāna ist das Darbringen aller Handlungen an den höchsten Lehrer.
vitarka-bādhane pratipakṣa-bhāvanam ||33|| Analyse ▾ Analyse ▴
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vitarka
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durch yogawidrige Gedanken | |
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bādhane
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bei Bedrängung | |
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pratipakṣa
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des Gegenteils | |
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bhāvanam
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Kultivierung |
Entstehen Absichten zu Gewalt, Lüge, Diebstahl, unerlaubter Sexualität oder Besitzergreifen, soll der Übende ihr Gegenteil vergegenwärtigen: Er habe mit dem Yoga-Dharma Zuflucht genommen und allen Wesen Furchtlosigkeit zugesagt. Zu den aufgegebenen Vitarka zurückzukehren wäre nach dem drastischen Vergleich des Vyāsa-Bhāṣya wie ein Hund, der sein Erbrochenes wieder frisst.
vitarkā hiṃsādayaḥ kṛta-kāritānumoditā lobha-krodha-moha-pūrvakā mṛdu-madhyādhimātrā duḥkhājñānānanta-phalā iti pratipakṣa-bhāvanam ||34|| Analyse ▾ Analyse ▴
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vitarkāḥ
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yogawidrige Gedanken | |
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hiṃsā
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Schädigung | |
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ādayaḥ
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und dergleichen | |
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kṛta
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selbst begangen | |
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kārita
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veranlasst | |
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anumoditāḥ
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gebilligt | |
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lobha
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Gier | |
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krodha
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Zorn | |
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moha
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Verblendung | |
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pūrvakāḥ
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mit [ihnen] als Vorbedingungen | |
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mṛdu
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mild | |
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madhya
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mittel | |
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adhimātrāḥ
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heftig | |
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duḥkha
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Leiden | |
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ajñāna
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Nichtwissen | |
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ananta
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endlose | |
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phalāḥ
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Früchte habend | |
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iti
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so | |
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pratipakṣa
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des Gegenteils | |
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bhāvanam
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Kultivierung |
Gewalt und die übrigen Vitarka können selbst ausgeführt, veranlasst oder gebilligt, durch Gier, Zorn oder Verblendung motiviert und jeweils mild, mittel oder stark sein. Das Vyāsa-Bhāṣya unterteilt allein Gewalt zunächst in 27, durch weitere Abstufung in 81 und durch zusätzliche Umstände in unzählige Formen.
Als Gegenbetrachtung sind ihre Folgen zu bedenken: Gewalt nimmt dem Opfer Kraft, fügt Schmerz zu und beendet Leben; sie führt beim Täter zu Schwäche, leidvollen Wiedergeburten und Todesleid, bei einer Beimischung von Verdienst zu kurzem Leben. Entsprechend seien auch Lüge und die übrigen Vitarka zu beurteilen. Ihre Frucht ist ohne Ende Leid und Unwissenheit.
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Illustrationen: KI-generiert.
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