yo devānāṃ, prabhavaś codbhavaś ca; viśvādhiko, rudro maharṣiḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
hiraṇya-garbhaṃ, paśyata jāyamānaṃ; sa no buddhyā, śubhayā saṃyunaktu ||12|| Analyse ▾ Analyse ▴
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hiraṇya
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golden | |
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garbham
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Keim, Embryo, Hiraṇyagarbha | |
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paśyata
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er sah, erblickte | |
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jāyamānam
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geboren werdend, entstehend | |
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saḥ
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er, jener | |
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naḥ
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uns | |
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buddhyā
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mit Einsicht, durch Erkenntniskraft | |
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śubhayā
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mit guter, heilsamer | |
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saṃyunaktu
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er möge verbinden, ausstatten |
Nārāyaṇa identifiziert Rudra als Ursprung der Götter und großen Seher. Er sah den erst entstehenden Hiraṇyagarbha; derselbe überragende Herr möge die Menschen mit heilsamer Einsicht verbinden.
Vijñānabhagavat erklärt paśyata ausdrücklich als vergangene Form: Rudra hat Hiraṇyagarbha beim Entstehen erblickt. Dieses Schauen bezeichnet seine Aufsicht als Urheber von Zwischenschöpfung, Erhaltung und Auflösung sowie als Stifter der vedischen Überlieferung; eine Variante liest „der Herr des Alls, der Gott“.
<1: Die dritte Zeile stimmt mit Mahānār. 10,19, die drei übrigen mit Śvet. 3,4 überein; im wesentlichen ist der Spruch an allen drei Stellen derselbe.>
<1: This stanza = 3. 4 and Mahānār. 10. 19 with variants.>
<1: This verse has already been translated and annotated in verse 4, Chap. III. It is the same verse as 4, Chap. III. Except this change—Instead of “who created Hiranyagarbha in the beginning of creation,” translate—“Who saw Hiranyagarbha being born.”>
<1: Die dritte Zeile stimmt mit Mahānār. 10,19, die drei übrigen mit Śvet. 3,4 überein; im wesentlichen ist der Spruch an allen drei Stellen derselbe.>
<1: See before, III, 4.>
<2: Śaṅkara does not explain this verse again, though it differs from III, 4. Vijñānātman explains paśyata by apaśyata, and qualifies the Ātmanepada as irregular.>
<1: Rudra, here identified with the Supreme Spirit. This verse is the same with 3, 4.>
ya īśe asya, dvi-padaś catuṣ-padaḥ; kasmai devāya, haviṣā vidhema ||13|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya beschreibt den Herrn als Meister der Götter und inneren Lenker von Menschen und Tieren. Die Welten ruhen in ihm wie Überlagerungen auf ihrem Grund; Opfergaben dienen seiner Verehrung und bereiten über die Läuterung der Buddhi rechte Erkenntnis vor.
Śaṅkarānanda versteht „welchem“ als Hinweis auf den einen, unterschiedslosen Gott. Er ist Gebieter der Götter, Träger der karmisch bestimmten Welten und Herr über Zwei- wie Vierfüßer; die Opfergabe bezeichnet konkret die Darbringung im Feuer.
Nārāyaṇa bezieht die Frage auf das Brahman in göttlicher Gestalt. Die Welten sind in diesem Oberherrn gegründet, der über Menschen und Tiere herrscht; ihm soll man mit der Opfergabe dienen.
Vijñānabhagavat unterscheidet die kosmischen und individuellen Herrschaftsebenen: Der höchste Herr steht über den Gesamtgottheiten, trägt die Welten durch und durch und lenkt die einzelnen Menschen und Tiere. Opferverehrung soll das Innenorgan für unmittelbare Erkenntnis reinigen.
<1: Die zweite Vershälfte ist ein Zitat aus dem Prajāpatiliede (Ṛgv. 10,121,3), gleichsam als Autorität dafür, daß das in der ersten Vershälfte geschilderte Brahman als persönlicher Gott zu verehren sei.>
<1: The last two lines = RV. 10. 121. 3 c, d.>
<1: Die zweite Vershälfte ist ein Zitat aus dem Prajāpatiliede (Ṛgv. 10,121,3), gleichsam als Autorität dafür, daß das in der ersten Vershälfte geschilderte Brahman als persönlicher Gott zu verehren sei.>
<1: B. reads yasmin devāḥ, not A.>
<2: I read tasmai instead of kasmai, a various reading mentioned by Vijñānātman. It was easy to change tasmai into kasmai, because of the well-known line in the Rig-veda, kasmai devāya haviṣā vidhema. Those who read kasmai, explain it as a dative of Ka, a name of Prajāpati, which in the dative should be kāya, and not kasmai. It would be better to take kasmai as the dative of the interrogative pronoun. See M. M., History of Ancient Sanskrit Literature, p. 433; and Vitāna-sūtras IV, 22.>
sūkṣmāti-sūkṣmaṃ, kalilasya madhye; viśvasya, sraṣṭāram aneka-rūpam | Analyse ▾ Analyse ▴
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sūkṣma
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als das Feine, über das Feine hinaus | |
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ati
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überaus, jenseits | |
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sūkṣmam
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feinen, subtilen | |
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kalilasya
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des Gemenges, Chaos | |
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madhye
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in der Mitte | |
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viśvasya
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des Alls, der Welt | |
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sraṣṭāram
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Schöpfer | |
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aneka
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viele, vielfach | |
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rūpam
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Gestalten habend, vielgestaltig |
viśvasyaikaṃ, pariveṣṭitāraṃ; jñātvā śivaṃ, śāntim atyantam eti ||14|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya liest das Kalila als schwer zugängliche Festung aus Avidyā und ihren Wirkungen. Noch feiner als Erde, Elemente und Unentfaltetes bleibt der Herr inmitten dieses Dickichts als Zeuge gegenwärtig; seine Erkenntnis führt zur Befreiung.
Śaṅkarānanda bietet für Kalila zwei konkrete Deutungen: die mit männlicher Zeugungskraft verbundene weibliche Anlage oder den schaumigen Zustand der Wasser vor der Blasenbildung. In dessen Innerem wirkt der eine vielgestaltige Schöpfer und Umschließer.
Nārāyaṇa ergänzt zum knappen Ausdruck, der überaus feine Herr sei inmitten des Dunkels verborgen. Damit wird Kalila nicht bloß als Gemenge, sondern ausdrücklich als verhüllende Finsternis verstanden.
Vijñānabhagavat entwickelt eine Stufenfolge des Feinen von Elementen über Tanmātras, Mahat und Prakṛti bis zum selbstleuchtenden Herrn. Kalila ist die schwer durchdringliche Saṃsāra-Festung aus Prakṛti und ihren Wirkungen; in ihrer Mitte steht der Eine als unverstrickter Zeuge.
<1: Der ganze Vers kehrt mit Modifikationen 5,13 wieder. Zu kalilasya madhye vgl. (eventuell) salile Bṛh. 4,3,32.>
<1: The third line = 3. 7 c and 4. 16 c. The whole stanza recurs, with modifications, as 5. 13.>
<1: Der ganze Vers kehrt mit Modifikationen 5,13 wieder. Zu kalilasya madhye vgl. (eventuell) salile Bṛh. 4,3,32.>
<1: Cf. III, 7.>
sa eva kāle, bhuvanasya goptā; viśvādhipaḥ, sarva-bhūteṣu gūḍhaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
yasmin yuktā, brahmarṣayo devatāś ca; tam evaṃ jñātvā, mṛtyu-pāśāṃś chinatti ||15|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya sieht den Herrn als verborgenen Zeugen und Hüter der Karmafrüchte. Sanaka und andere Brahmarṣis sowie Brahmā und die Gottheiten sind in seiner Erkenntnis geeint. Einheitswissen verbrennt Tod, Avidyā, Begehren und Karma als dessen Fesseln.
Śaṅkarānanda bestimmt den Herrn als alleinigen Erhalter zur Zeit des Weltbestands. Er ist in allen Wesen als Zeuge der Buddhi verborgen. Brahman-Seher und Gottheiten erkennen ihn; dadurch werden die Todesschlingen samt Begehren, Zorn und ihrer Saṃsāra-Ursache zerschnitten.
Nārāyaṇa weitet die Brahmarṣi-Bezeichnung auch auf Devarṣis und Rājarṣis aus. Die Fesseln des Todes deutet er als Vāsanās des Saṃsāra; wer den verborgenen Weltenhüter erkennt, durchtrennt diese Prägungen.
Vijñānabhagavat verbindet den Weltenhüter mit karmagemäßer Erhaltung und innerer Zeugenschaft. Sanaka, Hiraṇyagarbha und andere gelangen in ihm zur Einheit. Tod bezeichnet das Tamas der Mūlaprakṛti; seine Schlingen sind Avidyā, Begehren und Karma, die das Einheitswissen verbrennt.
<1: In former ages, Śaṅkara.>
<2: Because both the Brahmarshis, the holy seers, and the deities find their true essence in Brahman.>
ghṛtāt paraṃ, maṇḍam ivāti-sūkṣmaṃ; jñātvā śivaṃ, sarva-bhūteṣu gūḍham | Analyse ▾ Analyse ▴
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ghṛtāt
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als geklärte Butter, als Ghee | |
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param
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feineres, höheres | |
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maṇḍam
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Rahm, feinste Essenz | |
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iva
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wie, gleichsam | |
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ati
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überaus, äußerst | |
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sūkṣmam
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fein, subtil | |
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jñātvā
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nachdem man erkannt hat | |
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śivam
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den Gütigen, Heilvollen | |
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sarva
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alle | |
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bhūteṣu
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in den Wesen | |
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gūḍham
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verborgen |
viśvasyaikaṃ, pariveṣṭitāraṃ; jñātvā devaṃ, mucyate sarva-pāśaiḥ ||16|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya nimmt die Essenz über der Butter als Bild höchster Feinheit und Freude. Wie die kostbarste Schicht den Suchenden anzieht, ist der Paramātman als verborgener Zeuge in allen Wesen gegenwärtig; Erkenntnis seiner Einheit löst sämtliche Fesseln.
Śaṅkarānanda deutet Maṇḍa als noch feinere Essenz von Butter oder Quark. Der Herr ist feiner als alle Weltstufen, im Innern der Wesen verborgen und zugleich der eine Umschließer. Nur seine Erkenntnis, unterstreicht der Kommentar, befreit von allen Banden.
Nārāyaṇa erklärt Maṇḍa als den oben schwimmenden feinen Bestandteil geklärter Butter. Das sinnliche Bild soll die außerordentliche Feinheit des in allen Wesen verborgenen Herrn veranschaulichen.
Vijñānabhagavat liest die Butteressenz als Stufenbild: Virāj ist feiner als die Einzelwelt, Hiraṇyagarbha feiner als Virāj, Prakṛti und der innere Lenker nochmals feiner, bis zum unterschiedslosen Sein-Bewusstsein-Freude. Einheitswissen hebt die durch Prakṛti gebildeten Saṃsāra-Fesseln auf.
<1: Man muß nicht daran denken, daß die Butter (ghṛtam) erst aus Sahne (maṇḍam) bereitet wird, sondern an die Milch, in welcher die Butterkügelchen fein, aber die Sahne noch viel feiner verteilt, wie der Ātman in den Wesen, enthalten ist.>
<1: Man muß nicht daran denken, daß die Butter (ghṛtam) erst aus Sahne (maṇḍam) bereitet wird, sondern an die Milch, in welcher die Butterkügelchen fein, aber die Sahne noch viel feiner verteilt, wie der Ātman in den Wesen, enthalten ist.>
<1: We should say, like cream from milk.>
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