Metrum: Anuṣṭubh — zwei metrisch passende Pādas; Halbversumfang beibehalten.
Die beiden vorhandenen Pādas bilden einen metrisch passenden Anuṣṭubh-Halbvers. Die Zahl von zwei Pādas verlangt keine Ergänzung für die Metrumbestimmung. Die zuvor im Manuskript stehende weitere Zeile ist im Entwurf auskommentiert und teilweise in 91 aufgenommen. Ich behalte den aktiven Umfang bei; die versübergreifende Anordnung und die nominativische Deutung bleiben vorläufig.
Metrum: Anuṣṭubh.
ātivāhika bezeichnet hier den feinstofflichen, wörtlich hinüberführenden Körper. madātmakam deute ich mit Mallinson 2012, S. 271, als vom Ich geprägt; die Form mad- ist das Erstpersonpronomen, nicht ein Eigenname. Die beiden Nominative des zweiten Halbverses werden als angeführte Vorstellungen mit iti und matī in 92 verbunden. Diese Satzverbindung ist vorläufig; sie wird nicht durch eine Änderung des Sanskrit abgesichert.
Metrum: Anuṣṭubh.
Ich lese iti als Rückverweis auf die in 91 genannten Vorstellungen und tam als deren Bezug auf den Körper. Das Bild von Seil und Schlange verdeutlicht eine täuschende Vorstellung. sasvarūpā und matī lassen sich im überlieferten Wortlaut nicht sicher zusammen konstruieren; die deutschen Verben „lautet“ und „annimmt“ ergänzen die gewählte Deutung. Auch der Schluss ist elliptisch. Ich verstehe kāleneti als angeführte Erklärung „durch die Zeit bedingt“ für einen entstandenen Zustand. kāleneti ist bereits Mallinsons Konjektur gegenüber kālenāty. Die Druckübersetzung (2012, S. 271) stützt den Zusammenhang von Vorstellungen, Zweifel und Zeit, liefert aber keinen gesicherten Sanskritsatz.
Metrum: Anuṣṭubh — eigene Sandhi-Konjektur: mṛgatṛṣṇā ambuvad → mṛgatṛṣṇāmbuvad.
samavalokitam ] śamavalokitam R7874apJM
Ich verbinde mṛgatṛṣṇā ambuvad zu mṛgatṛṣṇāmbuvad. Diese eigene Sandhi-Konjektur gegenüber Mallinsons Entwurf verschmilzt ā + a zu ā; die erste Zeile erhält damit sechzehn statt siebzehn Silben. Der zweite Pāda mṛgatṛṣṇāmbuvad dṛḍhaḥ hat die Folge LLGGLGLG und die regelmäßige gerade Anuṣṭubh-Kadenz. Die Änderung steht in IAST und Velthuis. Ein Stern entfällt, weil keine Silbe ergänzt wird. Eine abweichende Gorakṣaśataka-Lesart wird hierfür nicht als Zeugenbeleg beansprucht.
mṛgatṛṣṇā, wörtlich „Durst des Wildtiers“, bezeichnet eine Luftspiegelung. Ich verbinde die Wörter im Deutschen mit Mallinson 2012, S. 271, zum Bild vom scheinbar festen Wasser in einer Luftspiegelung. Die Nominativform mṛgatṛṣṇā und die Rückbezüge des zweiten Halbverses bleiben ungewöhnlich; „in einer“ und das Subjekt „er“ sind deutsche Ergänzungen. Als Bezug wähle ich den Körper aus 89–91. Die metrische Sandhi-Konjektur entscheidet diese syntaktischen Fragen nicht.
viśvaṃbharādi tasyaiva; kṛtaṃ nāmādhibhautikam | Analyse ▾ Analyse ▴
|
viśvaṃbhara
|
Weltträger | |
|
ādi
|
und so weiter | |
|
tasya
|
dessen | |
|
eva
|
eben | |
|
kṛtam
|
gemacht | |
|
nāma
|
Name | |
|
ādhibhautikam
|
elementbezogen |
Metrum: Anuṣṭubh.
Das Hasenhorn ist ein Bild für etwas, das benannt werden kann, ohne real zu existieren. Ich beziehe tasya auf den zuvor betrachteten Körper und verstehe viśvaṃbharādi als seine Benennungen, beginnend mit „Weltträger“. Mallinson 2012, S. 271, bezieht den Ausdruck freier auf Erde und andere Bestandteile. Ich bleibe bei der erkennbaren Namensbildung im Entwurf; ihr genauer philosophischer Bezug bleibt offen.
Mit AYI Free weitermachen
Illustrationen: KI-generiert.
Bitte melde Dich an, um eine Nachricht zu schreiben. Hier gehts zum Login
Noch keine Nachrichten.