Metrum: Anuṣṭubh.
mṛṣaiva pravilīyate ] mūṣaiva pravilīyate JMoJ
Ich übernehme zweimal mṛṣā, „fälschlich, zum Schein“, aus der Parallelstelle Yogakuṇḍalinī-Upaniṣad 1.80 anstelle von mūṣā, „Schmelztiegel“, im Entwurf. Mallinson vermerkt diesen Unterschied bereits in seiner Sanskritnotiz; seine Übersetzung von 2012, S. 271, folgt ebenfalls dem Sinn „fälschlich“. Mit mṛṣā passen Entstehen und Vergehen zum anschließenden Beispiel einer Täuschung: Perlmutt wird für Silber gehalten. Es handelt sich um eine ausdrücklich gewählte Paralleltextlesart, nicht um eine neu kollationierte GoS-Handschrift. Beide Änderungen sind im Sanskrit und in der Segmentanalyse nachgeführt; die Silbenzahl bleibt unverändert.
Metrum: Anuṣṭubh — eigene Doppel-Sandhi-Konjektur: sa eva → saiva; Analyse saḥ + eva.
Ich lese als eigene Konjektur saiva statt sa eva. Damit erhält der zweite Pāda saiva vā saṃbhaved dṛḍham acht statt neun Silben und die Folge GLGGLGLG; der ganze Vers entspricht unter dieser Lesung dem Anuṣṭubh-Muster. Die Konjektur verbindet das aus saḥ entstandene sa nochmals mit eva. Das ist ein doppelter Sandhi: Nach der regulären Visarga-Regel bleibt sa eva getrennt. Die zusätzliche Zusammenziehung ist als sprachliche Erscheinung belegt, für diese Gorakṣaśataka-Stelle aber nicht durch einen von mir geprüften unabhängigen Sanskritzeugen gesichert. Ich übernehme sie in IAST und Velthuis; es wird keine Silbe ergänzt und kein Stern gesetzt.
Die Analyse bleibt saḥ + eva, nicht sā + eva. Ich beziehe das maskuline Pronomen vorläufig auf den in dehākhyam genannten Körper. Der zweite Halbvers erhält als ergänztes Subjekt „die Erkenntnis“: Nach dem Irrtum wird sie durch gründliche Prüfung gefestigt. Mallinson 2012, S. 272, ergänzt hier sinngemäß die Wahrheit. Beide Ergänzungen erschließen den Zusammenhang, ohne durch ein ausdrückliches Sanskritsubstantiv gesichert zu sein. Die metrische Konjektur klärt diese Rückbezüge nicht.
Metrum: Anuṣṭubh.
dṛḍhabhāvanā gebe ich hier als beständige Betrachtung wieder. Zusammen mit suvicāra, der gründlichen Prüfung im vorhergehenden Vers, ergibt sich die Untersuchung des Körpers als eines aus Elementen bestehenden, selbst nicht bewussten Gebildes. Mallinson 2012, S. 272, versteht die Wendung ebenfalls als gründliche innere Betrachtung. bhāvanā kann auch Vorstellung oder Vergegenwärtigung bedeuten; diese Alternative ist nicht zusätzlich in den Lesetext aufgenommen.
Metrum: Anuṣṭubh.
Der zweite Halbvers enthält die nicht sicher zerlegbare Folge ubhaidaiṣed. Auch Mallinson 2012, S. 272, setzt hier eine Crux. Für diese Folge gebe ich keine erfundene Wortübersetzung und keine neue Sanskritlesung an: Sie bleibt im Sanskrit und in der Segmentliste vollständig erhalten, erhält aber in der deutschen Lesefassung keine eigene Wortentsprechung. Dies ist eine ausdrücklich begrenzte Übersetzungslücke. Die übrigen Wörter verbinde ich vorläufig so: Die Abfolge der Atemübung löst sich auf und wird als unwirklich betrachtet. „Betrachte man“ ergänzt das fehlende Satzglied zur Verbindung mit tam; die Form dieses Verbs ist nicht aus ubhaidaiṣed hergeleitet. Worauf avastu letztlich zielt und wie der Gegensatz von Prüfung und Nichtprüfung zu verstehen ist, bleibt offen.
tathaiva bhūmikāḥ sapta; jñāna-janya-samudbhavāt | Analyse ▾ Analyse ▴
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tathaiva
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ebenso | |
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bhūmikāḥ
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Stufen | |
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sapta
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saptan
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sieben |
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jñāna
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Erkenntnis | |
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janya
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hervorgebracht | |
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samudbhavāt
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durch Entstehen |
Metrum: Anuṣṭubh.
Ich verstehe anagni vorläufig wörtlich als „feuerlos“ und proktam als „so bezeichnet“. Wie Mallinson 2012, S. 272, lese ich ityādau als Hinweis auf Zustände, die mit dieser Bezeichnung beginnen; deshalb ist „Zuständen“ ergänzt. Die Grammatik und die sachliche Bedeutung dieses Ausdrucks bleiben ungesichert. Die sieben bhūmikās werden hier nicht einzeln genannt. jñāna ist bereits Mallinsons Konjektur. Die Übersetzung behauptet keine Zuordnung zu einer bestimmten ausgearbeiteten Stufenlehre.
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Illustrationen: KI-generiert.
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