na tasya kāryaṃ, karaṇaṃ ca vidyate; na tat-samaś, cābhyadhikaś ca dṛśyate | Analyse ▾ Analyse ▴
parāsya śaktir, vividhaiva śrūyate; svābhāvikī, jñāna-bala-kriyā ca ||8|| Analyse ▾ Analyse ▴
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parā
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höchste, überragende | |
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asya
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seine, von ihm | |
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śaktiḥ
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Kraft, Macht | |
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vividhā
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vielfältig, mannigfach | |
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eva
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eben, allein | |
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śrūyate
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wird verkündet, ist zu hören | |
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svābhāvikī
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naturgegeben, wesenseigen | |
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jñāna
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Erkenntnis, Wissen | |
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bala
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Kraft, Stärke | |
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kriyā
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Wirksamkeit, Tätigkeit | |
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ca
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und |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya verneint Körper, Sinne, Ebenbürtige und Überlegene des nichtdualen Herrn. Seine vielfältige Kraft ist ihm von Natur aus eigen. Sie erscheint als Erkenntnis, Tätigkeit und Stärke; schon durch seine bloße Gegenwart werden alle Vorgänge geordnet.
Śaṅkarānanda kann kārya und karaṇa als Körper und Sinne oder als Wirkung und Avidyāursache lesen. Die natürliche Māyākraft entfaltet Wissen, Lebenskraft und Handlung; hinzu kommen Beziehungs- und Eindruckskräfte. Diese Vielgestalt der Macht setzt weder einen zweiten Herrn noch eine äußere Hilfe voraus.
Nārāyaṇa betont, dass der Herr weder Mittel noch Ergebnis benötigt und keinen Gleichen kennt. Seine Erkenntnis-, Kraft- und Handlungsmacht ist wesensmäßig. Mehrere unabhängige Herren würden widersprüchliche Schöpfungs- und Auflösungsakte zugleich hervorbringen; die geordnete Welt spricht daher für den einen Lenker.
Vijñānabhagavat begründet Körper- und Sinneslosigkeit mit Nichtdualität. Die vielfältige natürliche Macht ist Māyā; Erkenntnis, Stärke und Tätigkeit bezeichnen die allwissende Bewusstheit, ihre sāttvischen Erscheinungsformen und die Lenkung durch bloße Gegenwart. So bleibt die Kraft abhängig, ohne dem Selbst eine wirkliche Veränderung zuzuschreiben.
<5: Gott durchläuft nicht, wie der Mensch, mancherlei Zustände, weil die ganze Mannigfaltigkeit schon in ihm liegt; er braucht nicht, wie der Mensch, durch Erkenntnisorgane und Tatorgane die entsprechenden Wirkungen erst zu vollbringen, weil ihm die Wirkungen des Erkennens und Tuns schon angeboren sind.>
<5: Gott durchläuft nicht, wie der Mensch, mancherlei Zustände, weil die ganze Mannigfaltigkeit schon in ihm liegt; er braucht nicht, wie der Mensch, durch Erkenntnisorgane und Tatorgane die entsprechenden Wirkungen erst zu vollbringen, weil ihm die Wirkungen des Erkennens und Thuns schon angeboren sind.>
<1: “Effect” means, according to Śaṅkara, “body,” and “cause” an “organ.”>
na tasya kaścit, patir asti loke; na ceśitā, naiva ca tasya liṅgam | Analyse ▾ Analyse ▴
sa kāraṇaṃ, karaṇādhipādhipo; na cāsya kaścij, janitā na cādhipaḥ ||9|| Analyse ▾ Analyse ▴
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saḥ
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er, jener | |
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kāraṇam
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Ursache, Grund | |
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karaṇa
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der Organe, Werkzeuge | |
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adhipa
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des Herrn, Gebieters | |
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adhipaḥ
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Oberherr, Gebieter | |
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na
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nicht | |
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ca
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und | |
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asya
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sein, von ihm | |
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kaścit
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irgendjemand | |
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janitā
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Erzeuger, Vater | |
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na
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nicht | |
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ca
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und | |
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adhipaḥ
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Oberherr, Gebieter |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya verneint über dem Herrn einen Erzeuger, Gebieter oder erschließbaren höheren Grund. Er ist selbst die Ursache aller Dinge und Herr der Gottheiten, die den Sinnen vorstehen. Ein weiterer Lenker würde seine höchste Stellung und die Einheit des Weltgrundes aufheben.
Śaṅkarānanda versteht die Negationen umfassend: Der Herr besitzt weder einen übergeordneten Gebieter noch einen Erzeuger oder fremden Körper. Er ist nicht Wirkung einer weiteren Ursache. Als Herr der Sinnesgottheiten lenkt er vielmehr selbst die Mächte, durch die das verkörperte Erkennen möglich wird.
Nārāyaṇa hebt hervor, dass der Herr nicht durch ein gewöhnliches Schlusszeichen erschlossen wird, weil er jenseits des Dharma liegt. Die Welt als Wirkung beweise nicht ohne Weiteres den besonderen Gott irgendeiner Schule; ein höherer Erzeuger führte zudem in einen Regress. Der Herr selbst erschafft und lenkt die Gottheiten des Innenorgans.
Vijñānabhagavat begründet die Unerzeugtheit mit Selbständigkeit, Selbstbegründung und Nichtdualität. Weder ein Erzeuger noch ein Herr über den Herrn ist möglich. Wer den so bestimmten höchsten Herrn als eigenes Selbst erkennt, kann den großen Ozean des Saṃsāraleids überschreiten.
<1: Oder: keinen feinen Leib (liṅgam), weil er der Herr des feinen Leibes (des „Herrn der Sinne“) ist. Vgl. aliṅga Kāṭh. 6,8.>
<1: Oder: keinen feinen Leib (liṅgam), weil er der Herr des feinen Leibes (des „Herrn der Sinne“) ist. Vgl. aliṅga Kāṭh. 6,8.>
<2: If he could be inferred from a sign, there would be no necessity for the Veda to reveal him.>
<3: Karaṇa, instrument, is explained as organ of sense. The lords of such organs would be all living beings, and their lord the true Lord.>
<1: Śaṅkara explains “liṅga” by a sign, on whose cogency his existence could be inferred.>
yas tantu-nābha iva tantubhiḥ; pradhāna-jaiḥ sva-bhāvataḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
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yaḥ
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welcher, der | |
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tantu
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Faden, mit Fäden | |
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nābhaḥ
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einen Fadennabel habend, die Spinne | |
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iva
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wie, gleichsam | |
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tantubhiḥ
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mit Fäden, durch Fäden | |
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pradhāna
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aus der Urmaterie, dem Urgrund | |
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jaiḥ
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hervorgebracht, entstanden | |
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sva
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eigen | |
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bhāvataḥ
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bhāvatas
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von Natur aus, seinem Wesen gemäß |
deva ekaḥ svam āvṛṇoti; sa no dadhād brahmāpyayam ||10|| Analyse ▾ Analyse ▴
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya liest die Spinne als Bild des Herrn, der sich mit aus dem Pradhāna hervorgegangenen Fäden von Name, Form und Handlung umhüllt. Das Gebet bittet ihn, den Suchenden durch Auflösung dieser Verhüllung in das unvergängliche, nichtduale Brahman eingehen zu lassen.
Śaṅkarānanda betont an der Spinne eine Schöpfung ohne persönlichen Bedarf. Wie Milch sich entfaltet, bringt der Herr aus sich die Fäden der Erscheinung hervor und verhüllt sich damit. Die Bitte zielt auf Brahmanerkenntnis und Aufhebung der Verdeckung, nicht auf ein weiteres endliches Gut.
Nārāyaṇa versteht die Fäden als naturgeborene Vāsanās, die das eigene Selbst verdecken. Der Herr erscheint dadurch in der von ihm getragenen Welt gebunden. Er soll den Beter von dieser Überlagerung lösen und ihm die eigene, unvergängliche Brahmangestalt schenken.
Vijñānabhagavat lässt den selbstleuchtenden Herrn durch die aus Māyā entstandenen Namens- und Formfäden das eigene Selbst als duale Welt verhüllen. Er handelt dabei frei und ohne äußere Abhängigkeit. Das Gebet bittet entweder um die Erkenntnis des unvergänglichen Brahman oder um das Eingehen in Brahman durch Vernichtung von Avidyā und ihren Wirkungen.
<4: Besides brahmāpyayam, i.e. brahmaṇy apyayam, ekībhāvam, another reading is brahmāvyayam, i.e. brahma cāvyayaṃ ca.>
eko devaḥ, sarva-bhūteṣu gūḍhaḥ; sarva-vyāpī, sarva-bhūtāntarātmā | Analyse ▾ Analyse ▴
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ekaḥ
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der eine | |
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devaḥ
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Gott, das göttliche Wesen | |
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sarva
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alle, sämtliche | |
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bhūteṣu
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in den Wesen, Lebewesen | |
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gūḍhaḥ
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verborgen, verhüllt | |
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sarva
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alles, überall | |
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vyāpī
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durchdringend, allgegenwärtig | |
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sarva
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alle, sämtliche | |
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bhūta
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der Wesen, Lebewesen | |
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antar
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inneres, im Inneren | |
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ātmā
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Selbst, Seele |
karmādhyakṣaḥ, sarva-bhūtādhivāsaḥ; sākṣī cetā, kevalo nir-guṇaś ca ||11|| Analyse ▾ Analyse ▴
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karma
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der Werke, Handlungen | |
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adhyakṣaḥ
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Aufseher, Lenker | |
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sarva
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alle, sämtliche | |
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bhūta
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der Wesen, Lebewesen | |
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adhivāsaḥ
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Wohnstätte, Aufenthalt | |
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sākṣī
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Zeuge | |
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cetā
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Wahrnehmer, Erkennender | |
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kevalaḥ
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einzig, allein | |
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nis
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ohne, frei von | |
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guṇaḥ
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Eigenschaften habend, von Guṇas frei | |
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ca
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und |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya entfaltet den einen verborgenen Gott als innerstes Selbst aller Wesen. Er beaufsichtigt das Karma, wohnt in allem und ist unmittelbarer Zeuge. Cetā bezeichnet seine belebende Bewusstheit, kevala die Freiheit von Upādhis und nirguṇa die Unberührtheit von den Guṇas.
Śaṅkarānanda lässt Anfangslosigkeit, Avidyā sowie Ich- und Meinvorstellung den einen Herrn verbergen. Als innerer Karmabeaufsichtiger ordnet er Folgen, ohne selbst Genießer zu werden; als Zeuge erkennt er unmittelbar. Kevala verneint den Körper, nirguṇa jede wirkliche Bindung an die Eigenschaften der Erscheinungswelt.
Nārāyaṇa nennt den einen Gott den Vorrangigen. Das Karma hängt hinsichtlich seiner Frucht von ihm ab; deshalb ist er Karmādhyakṣa. Als Zeuge schaut er die projizierte Welt ohne vermittelnden Abstand, und cetā weist auf seine sammelnde, bewusstmachende Funktion.
Vijñānabhagavat erklärt das Verborgensein durch die wechselseitige Überlagerung von Selbst und Welt. Der Herr wohnt in allen Wesen, ohne sich durch ihre Veränderungen zu wandeln; als Zeuge erhellt er sie durch bloße Gegenwart. Selbstleuchtend, unabhängig und nirguṇa ist er nur scheinbar Träger von Kräften, die tatsächlich der mit ihm überlagerten Māyā angehören.
<3: Reading cettā instead of the tautologous cetā, ‘observer.’>
<1: All the MSS. seem to read cetā, not cettā.>
<1: That is to say, thinking without any special thought.>
<2: The triad of qualities, goodness, activity, and darkness.>
eko vaśī, niṣkriyāṇāṃ bahūṇām; ekaṃ bījaṃ, bahudhā yaḥ karoti | Analyse ▾ Analyse ▴
tam ātma-sthaṃ, ye 'nupaśyanti dhīrās; teṣāṃ sukhaṃ, śāśvataṃ netareṣām ||12|| Analyse ▾ Analyse ▴
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tam
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ihn, jenen | |
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ātma
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im Selbst | |
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stham
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befindlich, wohnend | |
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ye
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diejenigen, welche | |
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anupaśyanti
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sie schauen, erkennen | |
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dhīrāḥ
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die Weisen, Verständigen | |
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teṣām
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ihrer, ihnen | |
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sukham
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Glück, Wohl | |
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śāśvatam
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ewig, bleibend | |
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na
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nicht | |
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itareṣām
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der anderen, den anderen |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya nennt die vielen Jīvas untätig, weil Handlung eigentlich im Körperverband stattfindet. Der eine unabhängige Herr macht aus dem feinen Keim die Vielheit. Weise erkennen ihn in der Buddhi und erlangen ein ewiges Glück, das anderen verborgen bleibt.
Śaṅkarānanda setzt den einen Keim mit Avidyā gleich, aus der Elemente, Körper und Wünsche hervorgehen. Der Herr lenkt die an sich trägen Vielen. Nach Hören und Erkenntnis sehen die Weisen im Inneren: Wir sind Brahman; nur diese Einsicht erschließt das immer schon bestehende Glück.
Nārāyaṇa beschreibt den Herrn als Lenker der untätigen, unbewussten Größen wie Raum und Elemente. Das eine Selbst erscheint in vielen Formen. Es wohnt nicht räumlich, sondern als inneres Bewusstsein in der Buddhi; nur einwärts blickende Weise erfahren dort seine ewige Selbstfreude.
Vijñānabhagavat unterscheidet zwei Weisen des einen Keims: Māyā ist der gemeinsame Grund der unbewussten Vielheit, das eine Bewusstseinsbild der Grund der vielen Jīvas. Der Herr erscheint im Körperverband als inneres Selbst. Durch Prüfung von tat und tvam erkennen Weise unmittelbar „Ich bin dieses Selbst“; andere Mittel gewähren das ewige Glück nicht.
<2: Der Vers ist Kāṭh. 5,12, angepaßt an die Śvet. 5,5. 6,4 herrschende Vorstellung des Īśvara als dessen, der die Werke der (ihrem ursprünglichen, gottgleichen Wesen nach) werklosen Seelen zur Entwicklung bringt.>
<4: This stanza = Kaṭha 5. 12 with slight variation in a and b.>
<2: Der Vers ist Kāṭh. 5,12, angepaßt an die Śvet. 5,5. 6,4 herrschende Vorstellung des Īśvara als dessen, der die Werke der (ihrem ursprünglichen, gottgleichen Wesen nach) werklosen Seelen zur Entwicklung bringt.>
<2: See Kaṭha-upanishad V, 12–15.>
<3: Śaṅkara explains that the acts of living beings are due to their organs, but do not affect the Highest Self, which always remains passive (niṣkriya).>
<1: Nature only, according to the Sānkhya, is active, and not the soul, which is merely witnessing.>
<2: Either the first nature, or, as Śaṅkara explains, the subtle elements of matter.>
nityo nityānāṃ, cetanaś cetanānām; eko bahūnāṃ, yo vidadhāti kāmān | Analyse ▾ Analyse ▴
tat kāraṇaṃ, sāṃkhya-yogādhigamyaṃ; jñātvā devaṃ, mucyate sarva-pāśaiḥ ||13|| Analyse ▾ Analyse ▴
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tat
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jene, diese | |
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kāraṇam
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Ursache, Grund | |
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sāṃkhya
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Sāṃkhya, Unterscheidungserkenntnis | |
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yoga
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durch Yoga, Sammlung | |
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adhigamyam
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zu erreichen, zu erkennen | |
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jñātvā
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nachdem man erkannt hat | |
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devam
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Gott, das göttliche Wesen | |
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mucyate
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wird befreit, löst sich | |
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sarva
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alle, sämtliche | |
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pāśaiḥ
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von Fesseln, durch Bande |
Das Śaṅkara zugeschriebene Bhāṣya unterscheidet den einen wahrhaft Ewigen und Bewussten von den nur abgeleitet ewigen und bewussten Jīvas. Er teilt ihnen die durch Wünsche und Karma bedingten Erfahrungen zu. Durch Sāṃkhya und Yoga wird ihre Ursache erkannt; mit dem Ende der Avidyā folgt Befreiung.
Śaṅkarānanda deutet Sāṃkhya als selbsterhellende Erkenntnis und Yoga als Identitätseinsicht, achtgliedrige Übung oder vedisches Handeln. Der Herr verteilt die begehrten Erfahrungen, bleibt aber selbst jenseits aller Objektivierung. Die scheinbar widersprüchlichen Schriftaussagen lösen sich, weil Brahman kein Gegenstand von Wort oder Geist ist und dennoch als Selbst erkannt wird.
Nārāyaṇas Rezension erweitert 6.13 um zwei zusätzliche Strophen: Auf die Schau des Ewigen im eigenen Selbst folgen die Aussage vom unaussprechlichen höchsten Glück und die Frage, ob es leuchte. Der Kommentar erklärt Wirkungsschluss, Sāṃkhya-Erkenntnis und Yoga als Zugänge, wobei Yoga wunschloses Handeln oder Geisteszügelung bedeuten kann. Die Ausgabe kennzeichnet diese Erweiterung als nur hier kommentiert.
Vijñānabhagavat lässt den einen Herrn die begehrten Früchte gemäß Verdienst und Schuld verteilen. Weise erkennen ihn durch Sāṃkhya, verstanden als vedāntische Identitätserkenntnis, und durch Yoga, verstanden als Hören, Erwägen und tiefe Vergegenwärtigung. Nur aus dieser unmittelbaren Einsicht erwächst die endgültige Freiheit.
<3: Die erste Hälfte = Kāṭh. 5,13. Unter sāṅkhyam und yoga können hier, wie schon die Parallele 1,3 dhyāna-yoga-anugatāḥ zeigt, nicht die spätern Systeme dieses Namens verstanden werden, da sie ja den Lehren unsrer Upanishad vielfach widersprechen, sondern nur, mit Śaṅkara (ad Brahmasūtra p. 417,6) zu reden, vaidikam jñānam dhyānaṃ ca.>
<1: These first two lines = Kaṭha 5. 13 a and b.>
<2: The last line of the stanza is repeated at 5. 13 d, etc.>
<3: Die erste Hälfte = Kāṭh. 5,13. Unter sāṅkhyam und yoga können hier, wie schon die Parallele 1,3 dhyāna-yoga-anugatāḥ zeigt, nicht die spätern Systeme dieses Namens verstanden werden, da sie ja den Lehren unsrer Upanishad vielfach widersprechen, sondern nur, mit Śaṅkara (ad Brahmasūtra p. 417,6) zu reden, vaidikam jñānam dhyānaṃ ca.>
<4: I have formerly translated this verse, according to the reading nityo ’nityānāṃ cetanaś cetanānām, the eternal thinker of non-eternal thoughts. This would be a true description of the Highest Self who, though himself eternal and passive, has to think (jīvātman) non-eternal thoughts. I took the first cetanaḥ in the sense of cettā, the second in the sense of cetanam. The commentators, however, take a different, and it may be, from their point, a more correct view. Śaṅkara says: ‘He is the eternal of the eternals, i.e. as he possesses eternity among living souls (jīvas), these living souls also may claim eternity. Or the eternals may be meant for earth, water, &c. And in the same way he is the thinker among thinkers.’ Śaṅkarānanda says: ‘He is eternal, imperishable, among eternal, imperishable things, such as the ether, &c. He is thinking among thinkers.’ Vijñānātman says: ‘The Highest Lord is the cause of eternity in eternal things on earth, and the cause of thought in the thinkers on earth.’ But he allows another construction, namely, that he is the eternal thinker of those who on earth are endowed with eternity and thought. In the end all these interpretations come to the same, viz. that there is only one eternal, and only one thinker, from whom all that is (or seems to be) eternal and all that is thought on earth is derived.>
<1: That is among the souls. This view of the Sānkhya, adopted by the author, entirely deviates from the Vedānta. Śaṅkara tries to guard against this interpretation by stating, that the souls are said to be eternal by partaking of the eternity of the supreme spirit.>
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