DYS 141–142: Uḍḍiyāṇa
DYS 141–142: Uḍḍiyāṇa

Dattātreyayogaśāstra 141–142: Den Nabel nach oben und hinten ziehen

Jālandhara soll den Körper unsterblich machen. Uḍḍiyāṇa gilt als natürlich beziehungsweise leicht, wird vom Lehrer vermittelt und zieht den Nabel sorgfältig nach oben und hinten.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner Nils Jacob Liersch Nils Jacob Liersch
Dattātreyayogaśāstra 141
अमृतीकुरुते देहं जालन्धरमतो ऽभ्यसेत् |
amṛtī-kurute dehaṃ; jālandharam ato 'bhyaset | Analyse ▾ Analyse ▴
amṛta
Upapada-Kompositum
Adjektiv
unsterblich
kurute
3. Person Singular Medial Präsens
Verbalwurzel
er macht
deham
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
den Körper
jālandharam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Jālandhara
ataḥ
Adverb
deshalb, in Folge dessen
abhyaset
3. Person Singular Aktiv Optativ
Präfix
Verbalwurzel
er möge üben
उड्डियाणं तु सहजं गुरुणा कथितं सदा ||141||
uḍḍiyāṇaṃ tu sahajaṃ; guruṇā kathitaṃ sadā ||141|| Analyse ▾ Analyse ▴
uḍḍiyāṇam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Uḍḍiyāṇa
tu
Partikel
doch, nun
sahajam
Akkusativ Singular Neutrum
Adjektiv
natürlich, angeboren
guruṇā
Instrumentalis Singular
Substantiv Maskulin
durch den Lehrer
kathitam
Akkusativ Singular Neutrum
Adjektiv
gelehrt
sadā
Adverb
immer, stetig, fortwährend
Metrum: Anuṣṭubh
Es macht (amṛtī-kurute | 3p sg med pres) den Körper (deham | acc sg) unsterblich; deshalb (ataḥ) soll er Jālandhara (jālandharam | acc sg) üben (abhyaset | 3p sg act opt). Uḍḍiyāṇa (uḍḍiyāṇam | acc sg) aber (tu) wird stets (sadā) vom Lehrer (guruṇā | ins sg) als natürlich (sahajam | acc sg n) gelehrt (kathitam | acc sg n).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Jālandhara soll den Körper unsterblich machen; darum wird es geübt. Danach wird Uḍḍiyāṇa als natürliche Praxis eingeführt, die stets von einem Lehrer vermittelt wird.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
amṛtīkurute JM2024 ] amṛtaṃ kurute DYŚ

uḍḍiyāṇaṃ tu sahajaṃ guruṇā JM2024 ] uḍḍyāṇaṃ tu sahajaṃ guṇaughāt DYŚ
Kritischer Apparat
Dattātreyayogaśāstra 142
अभ्यसेदस्ततन्द्रस्तु वृद्धो ऽपि तरुणो भवेत् |
abhyased asta-tandras tu; vṛddho 'pi taruṇo bhavet | Analyse ▾ Analyse ▴
abhyaset
3. Person Singular Aktiv Optativ
Präfix
Verbalwurzel
er möge praktizieren
asta
Bahuvrīhi-Kompositum Partizip Perfekt Passiv
Verbalwurzel
abgelegt, verschwunden
tandraḥ
Nominativ Singular Maskulin
Substantiv Feminin
dessen Trägheit verschwunden ist
tu
Partikel
doch, nun
vṛddhaḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
ein Alter
api
Partikel
sogar
tarunaḥ
Nominativ Singular Maskulin
Adjektiv
jung
bhavet
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
er möge sein
नाभेरूर्ध्वमतः पश्चात्तानं कुर्यात्प्रयत्नतः ||142||
nābher ūrdhvam ataḥ paścāt; tānaṃ kuryāt prayatnataḥ ||142|| Analyse ▾ Analyse ▴
nābheḥ
Genitiv Singular
Substantiv Maskulin
vom Nabel
ūrdhvam
Adverb
aufwärts, nach oben
ataḥ
Adverb
von dort
paścāt
Adverb
nach hinten, danach
tānam
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
Zug, Dehnung
kuryāt
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
er möge machen
prayatnataḥ
Substantiv Maskulin
Suffix
mit Sorgfalt
Metrum: Anuṣṭubh
Wer unermüdlich (astatandraḥ | nom sg) übt (abhyaset | 3p sg act opt), soll (bhavet | 3p sg act opt) sogar (api) als alter Mensch (vṛddhaḥ | nom sg) jung (taruṇaḥ | nom sg) werden. Vom Nabel (nābheḥ | gen sg) aus soll er den Zug (tānam | acc sg) mit Sorgfalt (prayatnataḥ) nach oben (ūrdhvam) und von dort nach hinten (ataḥ paścāt) ausführen (kuryāt | 3p sg act opt).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Wer Uḍḍiyāṇa unermüdlich übt, soll selbst im Alter jugendliche Kraft gewinnen. Die Praxis arbeitet mit einem sorgfältigen Zug vom Nabel aus nach oben und hinten.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
abhyased JM2024 ] abhyaset tad DYŚ
Kritischer Apparat

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Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Nils Jacob Liersch

Meine Begeisterung für Yoga, indische Philosophie und Sanskrit führte mich zum Studium der Indologie und Religionswissenschaft an der Universität Heidelberg. Seit 2004 befinde ich mich auf meinem persönlichen Yogaweg... mehr ›

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Sich im Körper durch stetige Praxis jünger zu fühlen kann ich nachvollziehen. Aber was heißt es, den Tod zu besiegen? Ich übe ja nun schon deutlich länger als sechs Monate, verstehe nur nicht, wie der Begriff "Tod" zu verstehen ist?