DYS 67–68: Früchte des Prāṇāyāma
DYS 67–68: Früchte des Prāṇāyāma

Dattātreyayogaśāstra 67–68: Körperliche Zeichen gereinigter Atemkanäle

Nach drei Monaten sollen die Atemkanäle gereinigt sein. Als wahrnehmbare Zeichen erscheinen Leichtigkeit des Körpers, Ausstrahlung und ein erstarktes Verdauungsfeuer.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner Nils Jacob Liersch Nils Jacob Liersch
Dattātreyayogaśāstra 67
एवं मासत्रयं कुर्यान्नाडीशुद्धिस्ततो भवेत् |
evaṃ māsa-trayaṃ kuryān; nāḍī-śuddhis tato bhavet | Analyse ▾ Analyse ▴
evam
Adverb
so, auf diese Weise
māsa
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
Monat
trayam
Akkusativ Singular
Zahlwort
drei
kuryāt
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
er möge machen, tun
nāḍī
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
Kanal
śuddhiḥ
Nominativ Singular
Substantiv Feminin
Reinigung
tataḥ
Adverb
dann, darauf
bhavet
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
es möge sein
यदा तु नाडीशुद्धिः स्यात्तदा चिह्नानि बाह्यतः ||67||
yadā tu nāḍī-śuddhiḥ syāt; tadā cihnāni bāhyataḥ ||67|| Analyse ▾ Analyse ▴
yadā
Adverb
wenn
tu
Partikel
aber, fürwahr
nāḍī
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Feminin
Kanal
śuddhiḥ
Nominativ Singular
Substantiv Feminin
Reinigung
syāt
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
es möge/würde/soll sein, erscheinen
tadā
Adverb
dann
cihnāni
Nominativ Plural
Substantiv Neutrum
Merkmale, Symptome, Kennzeichen, Charakteristika
bāhyataḥ
Adverb
äußerlich; hier: wahrnehmbar
Metrum: Anuṣṭubh
Wenn er so (evam) drei Monate (māsatrayam | acc sg) [lang] übt (kuryāt | 3p sg act opt), soll danach (tataḥ) die Reinigung der Kanäle (nāḍīśuddhiḥ | nom sg) entstehen (bhavet | 3p sg act opt). Wenn (yadā) aber (tu) die Reinigung der Kanäle (nāḍīśuddhiḥ | nom sg) eingetreten ist (syāt | 3p sg act opt), dann (tadā) [zeigen sich] wahrnehmbare (bāhyataḥ) Merkmale (cihnāni | nom pl).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Nach drei Monaten solcher Übung sollen die Kanäle gereinigt sein. Dann zeigen sich auch äußere Zeichen.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
Dattātreyayogaśāstra 68
जायन्ते योगिनो देहे तानि वक्ष्याम्यशेषतः |
jāyante yogino dehe; tāni vakṣyāmy aśeṣataḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
jāyante
3. Person Plural Medial Präsens
Verbalwurzel
es entstehen
yoginaḥ
Genitiv Singular
Substantiv Maskulin
des Yogis
dehe
Lokativ Singular
Substantiv Maskulin
im Körper
tāni
Akkusativ Plural Neutrum
Pronomen
diese
vakṣyāmi
1. Person Singular Futur
Verbalwurzel
ich werde lehren
aśeṣataḥ
Adverb
vollständig, restlos
शरीरलघुता दीप्तिर्जठराग्निविवर्धनम् ||68||
śarīra-laghutā dīptir; jaṭharāgni-vivardhanam ||68|| Analyse ▾ Analyse ▴
śarīra
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Neutrum
Körper
laghutā
Nominativ Singular
Substantiv Feminin
Leichtigkeit, Schnelligkeit
dīptiḥ
Nominativ Singular
Substantiv Feminin
Glanz, Schönheit
jaṭhara
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Neutrum
Verdauung
agni
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
Feuer
vivardhanam
Nominativ Singular
Substantiv Neutrum
Erhöhung, Verstärkung
Metrum: Anuṣṭubh
Sie entstehen (jāyante | 3p pl med pres) im Körper (dehe | loc sg) des Yogis (yoginaḥ | gen sg), und ich werde diese (tāni | acc pl n) vollständig (aśeṣataḥ) lehren (vakṣyāmi | 1p sg fut): Leichtigkeit des Körpers (śarīra-laghutā | nom sg), Glanz (dīptiḥ | nom sg) und die Verstärkung des Verdauungsfeuers (jaṭharāgni-vivardhanam | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Im Körper des Yogis zeigen sich Leichtigkeit, Ausstrahlung und ein stärkeres Verdauungsfeuer.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
dīptir JM2024 ] dīptiḥ DYŚ
Kritischer Apparat

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Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Nils Jacob Liersch

Meine Begeisterung für Yoga, indische Philosophie und Sanskrit führte mich zum Studium der Indologie und Religionswissenschaft an der Universität Heidelberg. Seit 2004 befinde ich mich auf meinem persönlichen Yogaweg... mehr ›

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7 Nachrichten Ø

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Frage: ist mit der Aussage "Er möge täglich die begleiteten (Kumbhakas) mit Ausatmung und Einatmung durchführen" Atemverhalten nach Ein und Ausatmung gemeint? Also auch in der Atemleere anhalten? Bin ratlos...
Hallo Gunnar,
die Technik wirkt eher harmonisierend, durch die Wechselatmung, die wechselnd die Gehirnhälften aktiviert und miteinander verbindet. Wenn Du tiefer in die physiologischen Wirkungen von Pranayama eintauchen möchtest, empfehle ich Dir das MTC Atem, Pranayama, Psyche.
Viel Freude beim Üben und ein tolles neues Jahr wünscht Dir
Ronald
Danke für die schnelle Antwort, Ronald. Es hilft mir etwas weiter.
Also ist diese Technik eher Energie anregend als beruhigend?
Lieber Gruß, Gunnar
Hallo Gunnar,
wie ich diesen Text verstehe geht es hier nur um das Anhalten in der Fülle. Ein Anhalten in der Leere ist in diesem Text nicht beschrieben.
Ich hoffe das hilft Dir weiter.
Viel Freude beim Üben und erfahren. In meiner Donnerstags-Stunde (mit Dattatreya auf der Yogamatte) wird diese Technik sicher nochmal vorkommen. Du bist herzlich eingeladen.
Namaste und herzliche Grüße
Ronald
Y
Danke für die Erinnerung an diese tolle Technik, jetzt kann Weihnachten kommen!
Es geht doch kaum etwas über eine Wechselatmung mit Atemverhalt nach der Einatmung. Einer meiner absoluten Favoriten!
Meine Lieblings-Atemübung! Sie wirkt wie ein Zauberspruch um den Geist zu klären.