DYS 122–123: Dhyāna
DYS 122–123: Dhyāna

Dattātreyayogaśāstra 122–123: Meditation auf eine wunscherfüllende Gottheit

Nach den Elementfixierungen wird der Atem einen ganzen Tag lang gehalten und auf eine wunscherfüllende Gottheit meditiert; diese Meditation mit Eigenschaften soll besondere Fähigkeiten verleihen.

Dr. Ronald Steiner Dr. Ronald Steiner Nils Jacob Liersch Nils Jacob Liersch
Dattātreyayogaśāstra 122
ब्रह्मणः प्रलये वापि मृत्युस्तस्य न विद्यते |
brahmaṇaḥ pralaye vāpi; mṛtyus tasya na vidyate | Analyse ▾ Analyse ▴
brahmaṇaḥ
Genitiv Singular
Substantiv Maskulin
Brahmās
pralaye
Lokativ Singular
Substantiv Maskulin
bei der Auflösung
vā
Partikel
oder
api
Partikel
auch, ferner
mṛtyuḥ
Nominativ Singular
Substantiv Maskulin
der Tod, das Sterben
tasya
Genitiv Singular Maskulin
Pronomen
dessen, ihm
na
Partikel
nicht
vidyate
3. Person Singular Medial Präsens
Verbalwurzel
es gibt
समभ्यसेत्तदा ध्यानं घटिकाः षष्टिमेव च ||122||
samabhyaset tadā dhyānaṃ; ghaṭikāḥ ṣaṣṭim eva ca ||122|| Analyse ▾ Analyse ▴
samabhyaset
3. Person Singular Aktiv Optativ
Präfix
Präfix
Verbalwurzel
er möge üben, er möge beharrlich praktizieren
tadā
Adverb
dann, darauf
dhyānam
Akkusativ Singular
Substantiv Neutrum
Meditation, Versenkung
ghaṭikāḥ
Akkusativ Plural
Substantiv Feminin
Zeitmaß von umgerechnet ca. 24 Minuten
ṣaṣṭim
Akkusativ Singular Feminin
Zahlwort
sechzig
eva
Partikel
nur
ca
Partikel
und
Metrum: Anuṣṭubh
Auch (vāpi) bei der Auflösung (pralaye | loc sg) Brahmās (brahmaṇaḥ | gen sg) gibt es für ihn (tasya | gen sg) keinen (na) Tod (mṛtyuḥ | nom sg). Dann (tadā) soll er Meditation (dhyānam | acc sg) üben (samabhyaset | 3p sg act opt), und (ca) zwar (eva) für sechzig (ṣaṣṭim | acc sg) Ghaṭikā (ghaṭikāḥ | acc pl).
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Selbst bei der großen Auflösung wird er nicht vom Tod ergriffen. Danach übt er lange und gesammelt Meditation.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
Dattātreyayogaśāstra 123
वायुं निरुध्य ध्यायेत्तु देवतामिष्टदायिनीम् |
vāyuṃ nirudhya dhyāyet tu; devatām iṣṭa-dāyinīm | Analyse ▾ Analyse ▴
vāyum
Akkusativ Singular
Substantiv Maskulin
den Atem
nirudhya
Absolutus
Präfix
Verbalwurzel
angehalten habend
dhyāyet
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
er möge konzentrieren, er möge fixieren
tu
Partikel
aber
devatām
Akkusativ Singular
Substantiv Feminin
Gottheit
iṣṭa
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Neutrum
Wunsch
dāyinīm
Akkusativ Singular Feminin
Adjektiv
gewährend, gebend
सगुणं ध्यानमेतत्स्यादणिमादिगुणप्रदम् ||123||
sa-guṇaṃ dhyānam etat syād; aṇimādi-guṇa-pradam ||123|| Analyse ▾ Analyse ▴
sa
Präfix
mit
guṇam
Nominativ Singular Neutrum
Substantiv Maskulin
mit Eigenschaften
dhyānam
Nominativ Singular
Substantiv Neutrum
Meditation
etat
Nominativ Singular Neutrum
Pronomen
dies
syāt
3. Person Singular Aktiv Optativ
Verbalwurzel
es möge entstehen
aṇimā
Dvandva-Kompositum
Substantiv Maskulin
Aṇimā, Kleinheit
ādi
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
usw.
guṇa
Tatpuruṣa-Kompositum Genitiv
Substantiv Maskulin
übernatürliche Fähigkeit
pradam
Nominativ Singular Neutrum
Adjektiv
verleihend
Metrum: Anuṣṭubh
Nachdem er den Atem (vāyum | acc sg) angehalten hat (nirudhya | abs), soll er aber (tu) über die Gottheit (devatām | acc sg) meditieren (dhyāyet | 3p sg act opt), die Gewünschtes gewährt (iṣṭa-dāyinīm | acc sg f). Dies (etat | nom sg n) soll die Meditation mit Eigenschaften (sa-guṇaṃ dhyānam | nom sg n) sein (syāt | 3p sg act opt), die übernatürliche Fähigkeiten, beginnend mit Aṇimā (aṇimādi-guṇa-pradam | nom sg n), verleiht.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - historisch wörtlich
Nachdem der Atem angehalten ist, richtet er den Geist auf eine gewünschte Gottheit. Das ist die Meditation mit Eigenschaften, die besondere Fähigkeiten hervorbringen kann.
Dr. Ronald Steiner - 2026 - moderner Transfer
saguṇaṃ dhyānam etat JM2024 ] saguṇadhyānam evaṃ DYŚ
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Illustrationen: KI-generiert.

Editor:innen

Dr. Ronald Steiner

Aus Ulm

Dr. Ronald Steiner, der „Yoga Doc“, begründete die AYI Methode: traditioneller Ashtanga, moderne Yogatherapie und lebendige Philosophie – als persönliche Praxis von sportlich-akrobatisch bis meditativ-therapeutisch. Er... mehr ›

Nils Jacob Liersch

Meine Begeisterung für Yoga, indische Philosophie und Sanskrit führte mich zum Studium der Indologie und Religionswissenschaft an der Universität Heidelberg. Seit 2004 befinde ich mich auf meinem persönlichen Yogaweg... mehr ›

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4 Nachrichten Ø

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An den 12 Tagen zweifle ich etwas... aber Versenkung ohne Eigenschaften ist definitiv erstrebenswert, egal wie lange es dauert.......
Ja, das kann man so nicht umsetzen. Ich denke es macht auch aus heutiger Sicht gar keinen Sinn. Wir können mit genau dieser Technik ein wirklich tiefes meditatives Erlebnis haben mit kürzeren Zeiten. Z.B. 2,5 bis 10 Minuten pro Chakra.
- So leite ich die Meditation an und praktiziere sie. So ist sie eine meiner Lieblings-Meditationen.
Oh, danke für die Antwort. Das bedeutet, dass wir aus heutiger Sicht über ein Ideal sprechen, da es nicht alltagstauglich ist. Wir verbringen unsere Tage ja nicht sitzend auf einem Kissen, sondern mit Beruf, Familie, evtl. sonstigen Verpflichtungen. Kann es trotzdem sein, dass es vereinzelt Yogis gab, die das so praktiziert haben und demnach über eine tatsächliche Erfahrung sprechen?
Die Gesamte Meditation ist ja noch länger:
1) 5 Elemente (i.a. Chakren) je 2,5h => 12,5 Stunden
2) Das göttliche in uns (i.a. im Kopf) 24 Stunden
3) Verbindung mit dem absoluten göttlichen 12 Tage
Mit diesen Zeitangaben meditieren wir also 13 1/2 Tage. Ob das die Yogis damals wirklich so gemacht haben?