Die sechs Reinigungen sind auch innerhalb der Tradition nicht unumstritten. Brahmānanda nennt Lehrer wie Yājñavalkya, die sie nicht anerkennen, weil Prāṇāyāma allein sämtliche Unreinheiten sowie Fett- und Doṣa-Überschüsse austrocknen könne. Der Text bewahrt damit ausdrücklich zwei verschiedene methodische Schulen.
Den Blick zwischen den Augenbrauen versteht Brahmānanda als dort gebundene Erkenntnisbewegung des inneren Sinnes. Solange Prāṇa gehalten, der Geist unzerstreut und diese innere Ausrichtung bewahrt wird, sei der Yogi der Zeit beziehungsweise dem Tod nicht unterworfen.
vidhivat prāṇa-saṃyāmair; nāḍī-cakre viśodhite | Analyse ▾ Analyse ▴
yo manaḥ-su-sthirī-bhāvaḥ; saivāvasthā manonmanī ||42|| Analyse ▾ Analyse ▴
Wenn Prāṇa in der Suṣumṇā bis zum Scheitel fließt, wird geistige Stabilität für Brahmānanda zu einem ununterbrochenen Strom von Vorstellungen in der Form des Meditationsgegenstandes. Genau diese feste Kontinuität nennt er Manonmanī beziehungsweise Unmanī. Der Zustand ist also mehr als bloße Gedankenarmut.
tat-siddhaye vidhāna-jñaś; citrān kurvīta kumbhakān | Analyse ▾ Analyse ▴
vicitra-kumbhakābhyāsād; vicitrāṃ siddhim āpnuyāt ||43|| Analyse ▾ Analyse ▴
Brahmānanda unterscheidet das Hauptziel Unmanī von den begleitenden Siddhis. Unter Berufung auf das Bhāgavata behauptet er, Yoga könne Fähigkeiten hervorbringen, die sonst einzeln durch Geburt, Heilpflanzen, Mantras oder Askese entstehen. Die verschiedenen Kumbhakas führen über weitere Yogastufen zur Hauptvollendung, ihre besonderen Kräfte bleiben Nebenergebnisse.
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Illustrationen: KI-generiert.
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