yoni-sthānakam aṅghri-mūla-ghaṭitaṃ, kṛtvā dṛḍhaṃ vinyasen; meḍhre pādam athaikam eka-hṛdayo,dhṛtvā samaṃ vigraham | Analyse ▾ Analyse ▴
|
yoni
|
Yoni, Dammbereich | |
|
sthānakam
|
Stelle, Ort | |
|
aṅghri
|
Fuß, Ferse | |
|
mūla
|
Wurzel, Ansatz | |
|
ghaṭitam
|
angesetzt, verbunden | |
|
kṛtvā
|
nachdem er gemacht hat | |
|
dṛḍham
|
fest | |
|
vinyaset
|
er soll platzieren | |
|
meḍhre
|
am Penis | |
|
pādam
|
den Fuß | |
|
atha
|
dann | |
|
ekam
|
einen | |
|
eka
|
einsgerichtet | |
|
hṛdayaḥ
|
Herz, Geist | |
|
dhṛtvā
|
nachdem er gehalten hat | |
|
samam
|
gerade, eben | |
|
vigraham
|
Körper |
sthāṇuḥ saṃyamitendriyo 'cala-dṛśā, paśyan bhruvor antaraṃ; caitan mokṣa-kapāṭa-bheda-janakaṃ, siddhāsanaṃ procyate ||35|| Analyse ▾ Analyse ▴
|
sthāṇuḥ
|
unbeweglich | |
|
saṃyamita
|
gezügelt | |
|
indriyaḥ
|
Sinne habend | |
|
acala
|
unbewegt | |
|
dṛśā
|
mit dem Blick | |
|
paśyan
|
schauend | |
|
bhruvoḥ
|
der Augenbrauen | |
|
antaram
|
Zwischenraum | |
|
ca
|
und | |
|
etat
|
dieses | |
|
mokṣa
|
Befreiung | |
|
kapāṭa
|
Türflügel, Tor | |
|
bheda
|
Durchbrechen | |
|
janakam
|
hervorbringend | |
|
siddha
|
Siddha, vollendet | |
|
āsanam
|
Sitz, Haltung | |
|
procyate
|
wird genannt |
Das Kinn soll nach Brahmānandas mündlicher Tradition nicht auf die Brust gepresst werden; zwischen beiden bleiben etwa vier Fingerbreiten. Zugleich werden die Sinne von ihren Gegenständen zurückgezogen und der Blick bleibt unbewegt zwischen den Augenbrauen. Siddhāsana „öffnet das Tor“ zur Befreiung also als Haltung körperlicher und sinnlicher Sammlung.
Die vier Namen behandelt Brahmānanda nicht einfach als austauschbare Bezeichnungen. Siddhāsana, Vajrāsana, Muktāsana und Guptāsana unterscheiden sich in seiner Überlieferung durch die Reihenfolge und den Ort, an dem die beiden Fersen an Damm und Genitalbereich liegen. Der Vers bewahrt für ihn mehrere eng verwandte Sitztraditionen.
dvāsaptatisahasreṣu suṣumṇām iva nāḍiṣu MBHDL2026 ] dvāsaptatisahasrāṇāṃ nāḍīnāṃ malaśodhanam NS1882
Niṣpatti versteht Brahmānanda als Vollendung des Yoga. Die Aussage steigert er stark: Wer über das Selbst meditiert, maßvoll isst und Siddhāsana beständig übt, könne diese Vollendung sogar ohne eine andere Yogapraxis erreichen. Damit begründet er die besondere Vorrangstellung dieses Sitzes.
Unmanī ist für Brahmānanda der Zustand, in dem der gewöhnliche Geist überschritten ist. Er vergleicht ihn wegen seiner beglückenden Wirkung mit einer Mondsichel. Sobald der Prāṇa im Kevala-Kumbhaka, dem spontanen Atemstillstand, wirklich gebunden ist, soll dieser Zustand ohne zusätzliche Anstrengung von selbst aufgehen.
Das „Dreierband“ löst Brahmānanda als Mūlabandha, Uḍḍiyānabandha und Jālandharabandha auf. In fest beherrschtem Siddhāsana sollen die körperlichen Voraussetzungen dieser drei Verschlüsse bereits so weit angelegt sein, dass sie ohne die sonst beschriebenen Anstrengungen von selbst entstehen.
Mit AYI Free weitermachen
Illustrationen: KI-generiert.
Bitte melde Dich an, um eine Nachricht zu schreiben. Hier gehts zum Login
Noch keine Nachrichten.