Brahmānanda unterscheidet die genannten Autoritäten nach ihrem Schwerpunkt: Bei Vasiṣṭha und ähnlichen Weisen stehe Kontemplation im Vordergrund, bei Matsyendra und den Nāth-Yogis die Haṭha-Praxis. Beide Gruppen kennen beides; die getrennte Nennung markiert nur ihre jeweilige Hauptausrichtung. Beschrieben wird eine Auswahl besonders guter Āsanas.
Brahmānanda beschreibt Dhanurāsana als asymmetrische Haltung: Eine Hand und das von ihr gefasste Bein bleiben ausgestreckt, während die andere Hand den anderen großen Zeh bis zum Ohr zieht. So entsteht die Bewegung eines Bogenschützen.
vāmoru-mūlārpita-dakṣa-pādaṃ; jānor bahir-veṣṭita-dakṣa-doṣṇā | Analyse ▾ Analyse ▴
pragṛhya tiṣṭhet parivartitāṅgaḥ; śrī-matsya-nāthoditam āsanaṃ syāt ||26|| Analyse ▾ Analyse ▴
Brahmānanda macht die verschränkte Griffanweisung genauer: Die hinter den Rücken geführte Hand fasst den Fuß am gegenüberliegenden Oberschenkel, die andere Hand greift den vor dem Knie vorbeigeführten Fuß am großen Zeh. Er beschreibt ausdrücklich auch die spiegelbildliche Ausführung zur anderen Seite.
matsyendra-pīṭhaṃ jaṭhara-pracaṇḍa; picaṇḍa-ruṅ-maṇḍala-khaṇḍanāstram | Analyse ▾ Analyse ▴
abhyāsataḥ kuṇḍalinī-prabodhaṃ; daṇḍa-sthiratvaṃ ca dadāti puṃsām ||27|| Analyse ▾ Analyse ▴
Den Mond lokalisiert Brahmānanda oberhalb des Gaumens. Sein ständiges Herabtropfen soll durch Matsyendrāsana zum Stillstand kommen. Zugleich erwacht die am „Grund“ ruhende Kuṇḍalinī aus ihrem Schlaf. Der Vers verbindet die körperliche Drehhaltung damit mit zwei Vorgängen des subtilen Yogakörpers.
prasārya pādau bhuvi daṇḍa-rūpau; dorbhyāṃ padāgra-dvitayaṃ gṛhītvā | Analyse ▾ Analyse ▴
jānūpari-nyasta-lalāṭa-deśo; vased idaṃ paścimatāṇam āhuḥ ||28|| Analyse ▾ Analyse ▴
Beim Vorbeugen sollen nach Brahmānanda die Fersen aneinanderliegen und die Beine wie ein Stab gestreckt bleiben. Die großen Zehen werden mit gekrümmten Zeigefingern kräftig herangezogen, ohne dass sich die Bereiche unterhalb der Knie vom Boden lösen. Die Stirn liegt schließlich auf den Knien.
iti paścimatāṇam āsanāgryaṃ; pavanaṃ paścima-vāhinaṃ karoti | Analyse ▾ Analyse ▴
udayaṃ jaṭharānalasya kuryād; udare kārśyam arogatāṃ ca puṃsām ||29|| Analyse ▾ Analyse ▴
Den „westlichen Weg“ identifiziert Brahmānanda ausdrücklich mit der Suṣumṇā, dem mittleren Kanal. Paścimatāna soll den Prāṇa in diesen zentralen yogischen Leitungsweg führen.
dharām avaṣṭabhya kara-sthalābhyāṃ; tat kūrpara-sthāpita-nābhi-pārśvaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
uccāsano daṇḍavad utthitaḥ khe; mayūram etat pravadanti pīṭham ||30|| Analyse ▾ Analyse ▴
harati sakala-rogān, āśu gulmodarādīn; abhibhavati ca doṣān, āsanaṃ śrī-mayūram | Analyse ▾ Analyse ▴
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harati
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nimmt weg, beseitigt | |
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sakala
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alle, sämtliche | |
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rogān
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Krankheiten | |
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āśu
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rasch | |
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gulma
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Bauchgeschwulst | |
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udara
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Bauchleiden | |
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ādīn
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und dergleichen | |
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abhibhavati
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überwältigt, überwindet | |
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ca
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und | |
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doṣān
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Doṣas, Störungen | |
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āsanam
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Āsana | |
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śrī
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herrlich | |
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mayūram
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Pfauen- |
bahu-kadaśana-bhuktaṃ, bhasma kuryād aśeṣaṃ; janayati jaṭharāgniṃ, jārayet kāla-kūṭam ||31|| Analyse ▾ Analyse ▴
Die Behauptung, Mayūrāsana könne Kālakūṭa-Gift verdauen, schwächt Brahmānanda zu einem Vergleich ab: Gemeint sei Nahrung, die wie Kālakūṭa schädlich ist. Das Āsana soll die Verdauungskraft so steigern, dass selbst schwer bekömmliche oder unzuträgliche Speisen verarbeitet werden.
tu śavāsanam MBHDL2026 ] tac chavāsanam NS1882
sarvāsanaśrāntiharaṃ cittaviśrāntisādhanam MBHDL2026 ] śavāsanaṃ śrāntiharaṃ cittaviśrāntikārakam NS1882
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