svasthānaṃ gacchati prāṇaḥ †sūryāṅge manasā tath↠MBHDL2026 ] svasthāne sthiratām eti pavano manasā saha NS1882
sadā kāyo MBHDL2026 ] mahākāyo NS1882
Geist und Kuṇḍalinī sollen wechselseitig ineinander aufgenommen werden: Der Geist ruht in der Kraft, die Kraft im Geist. Brahmānanda ergänzt als eigentliche Aufgabe, die unterscheidende Erkenntniskraft zu stabilisieren und den höchsten Zustand zu betrachten. Körpermodell und Bewusstseinsübung werden so ausdrücklich aufeinander bezogen.
tad dhyāyet MBHDL2026 ] dhārayet NS1882
Kha, der unbegrenzte Raum, dient als Bild für Brahman. Zunächst wird mit den Sätzen „Ich bin Brahman“ und „Brahman ist ich“ meditiert; anschließend soll selbst diese begriffliche Meditation aufgegeben werden. Brahmānanda beschreibt also einen Weg von einer korrigierenden Identifikation hin zu einem Zustand ohne gedankliche Konstruktion.
Der Zustand heißt für Brahmānanda zugleich leer und voll: leer, weil kein zweites Ding neben Brahman besteht; voll, weil Brahman innen wie außen gegenwärtig ist. Das Bild vom Krug im Raum beziehungsweise im Wasser erklärt, wie scheinbare Begrenzung bestehen kann, ohne den ungeteilten Grund wirklich zu teilen.
saṃkalpa-mātra-kalanaiva jagat samagraṃ saṃkalpa-mātra-kalanā hi mano-vilāsaḥ | Analyse ▾ Analyse ▴
saṃkalpam etam ata utsṛja nirvikalpaṃ āśritya niścayam avāpnuhi rāma śāntim ||11*23|| Analyse ▾ Analyse ▴
Mit einem Zitat aus der Yoga-Vāsiṣṭha-Tradition erklärt Brahmānanda äußere und innere Welt als Konstruktionen des Denkens. Das Selbst im Nirvikalpa ist frei von den Gegensätzen Handelnder und Erfahrender sowie von Unterschieden der Zeit, des Ortes und der Gegenstände. Die Aussage zielt auf das Ende begrifflicher Trennung, nicht auf eine Leugnung alltäglicher Erfahrung innerhalb ihrer Ebene.
saṃkalpam etam ata MBHDL2026 ] saṅkalpamātramatim NS1882
Die anschließenden Bilder von Kampfer im Feuer und Salz im Wasser erläutern dieselbe Bewegung: Der Geist geht im Selbst auf und verliert seine eigenständige Form. Da Erkanntes, Erkenntnisvorgang und erkennender Geist nach Brahmānanda gemeinsam mentale Gestaltungen sind, endet mit ihrem Schwinden die Dualität; Kaivalya bezeichnet das, was nicht mit ihnen verschwindet.
Laya liegt für Brahmānanda nicht schon vor, wenn ein Sinnesgegenstand vorübergehend vergessen wird. Entscheidend ist, dass die ihn tragenden Vāsanās, eingeprägte Neigungen, nicht erneut aufsteigen. Der Kommentar verschiebt den Akzent damit von momentaner Abwesenheit eines Gedankens auf die dauerhafte Beruhigung seiner Ursachen.
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Illustrationen: KI-generiert.
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